09.08.2013, 15:19 Uhr | dpa
Verkehrsminister Ramsauer (Quelle: dpa)
Wegen des Chaos am Mainzer Hauptbahnhof hat sich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eingeschaltet. Er telefonierte am Freitag mit Bahnchef Rüdiger Grube. Seit einer Woche gibt es Zugausfälle und Umleitungen in Mainz - knapp die Hälfte der 15 Fahrdienstleiter im Stellwerk sind krank oder im Urlaub. Die Probleme für Fern- und Regionalzüge werden bis mindestens Ende August dauern und sich ab Montag verschärfen - dann gibt es auch tagsüber massive Einschränkungen, nicht nur abends und nachts.
In einem Brief an die Deutsche Bahn teilte Verkehrsstaatssekretär Michael Odenwald dem Bahnvorstand für Infrastruktur, Volker Kefer, mit, dass "die aktuelle Situation mit der weitgehenden Abkopplung des Mainzer Hauptbahnhofes in den Abend- und Nachtstunden aus verkehrspolitischer Sicht nicht akzeptabel" sei. Er bat die Bahn zu prüfen, ob Mitarbeiter aus dem Urlaub geholt oder von anderen Standorten aus in Mainz eingesetzt werden könnten. Dies hatte die Bahn am Donnerstag verneint mit der Begründung, das Stellwerk in Mainz sei sehr komplex.
Die Bahn kündigte einen Notfahrplan an. Ab Montag endeten einige Züge von Worms nach Mainz in Bodenheim, Busse stünden bereit, teilte die Bahn im Internet mit. Einige Regionalbahnen von Gau Algesheim nach Mainz und von Alzey nach Mainz entfielen. Einige Züge der S-Bahn 8 Wiesbaden-Frankfurt und der Regionalbahn Mainz-Darmstadt halten in Mainz-Kastel, nicht im Hauptbahnhof. Ab Montag halten außerdem nur noch wenige Fernzüge in Mainz. Bisher waren die Probleme vor allem abends und nachts.
Der Zweckverband für das südliche Rheinland-Pfalz will der Bahn wegen der Zugausfälle das Geld kürzen. Für Züge, die nicht fahren könnten, werde keine Streckenmaut und keine Stationsgebühr bezahlt, sagte ein Sprecher des Schienenpersonennahverkehrs Rheinland-Pfalz Süd in Kaiserslautern. Ob es Regressforderungen gebe, sei offen. Der Zweckverband forderte, die Deutsche Bahn müsse die Kunden entschädigen, vor allem Berufspendler. Denkbar sei eine Entschädigung für Zeitkarteninhaber. Die Nagelprobe stehe mit dem Ende der Sommerferien erst noch bevor.
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz kritisierte die Entschädigungsregelungen der Bahn. "Den Pendlern ist damit nicht geholfen", sagte Reiserechtsexperte Christian Gollner. Nach den bestehenden Regelungen müssten Pendler vorübergehende Einschränkungen und Ersatzhaltestellen hinnehmen. "Entschädigungen gibt es nur bei Verspätung." Gerade Pendler nutzten Zeitkarten. Um Entschädigungen zu erhalten, müssten mindestens drei Züge 60 Minuten zu spät kommen.
Zugverspätungen wie am Mainzer Hauptbahnhof richten einer Umfrage zufolge massive Schäden bei deutschen Unternehmen an. "Ausgefallene oder verspätete Flüge und Züge sind für Geschäftsreisende nicht nur ärgerlich und verursachen ihnen Stress, sie kosten die Unternehmen auch Geld und gefährden Umsatzziele", sagte der Präsident des deutschen Geschäftsreiseverbands (VDR), Dirk Gerdom, in Frankfurt. Bei einer Umfrage unter Mitgliedsunternehmen hätten 98 Prozent angegeben, in diesem Jahr schon von Beeinträchtigungen bei der Bahn und bei Airlines betroffen gewesen zu sein. 14 Prozent gaben an, dass wichtige Vertragsabschlüsse nicht zustande gekommen seien.
Quelle: dpa
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