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Musiker Bruno Kramm neuer Chef der Berliner Piratenpartei

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Musiker Bruno Kramm neuer Chef der Berliner Piratenpartei

15.11.2014, 17:19 Uhr | dpa

Musiker Bruno Kramm neuer Chef der Berliner Piratenpartei. Bruno Gert Kramm

Bruno Gert Kramm. Kramm übernimmt den Piratenpartei-Vorsitz. Foto:Emily Wabitsch/Archiv (Quelle: dpa)

Der Musiker Bruno Kramm ist neuer Vorsitzender der Berliner Piratenpartei. Er wurde auf einem Parteitag am Samstag von 65 Prozent der Teilnehmer gewählt. Kramm folgt auf den im September aus der Partei ausgetretenen Christopher Lauer. Der 47-Jährige aus Bayern war bereits Kandidat der Piraten für die Bundestags- und die Europawahl.

Die Berliner Piraten dürften sich nicht einschüchtern lassen "von den Rufen außerhalb Berlins", hatte Kramm vor seiner Wahl in einer engagierten Rede gefordert. Dafür erntete er große Zustimmung. Teile des Berliner Landesverbands haben sich mit dem Bundesvorstand überworfen. Sie kritisieren unter anderem, dass sich die Bundespartei thematisch zu eng aufstellen und auf ihre Internet-Kernthemen konzentrieren will. Es müsse aber um Veränderung in allen Bereichen der Gesellschaft gehen, betonte Kramm.

Im Richtungsstreit mit dem Bundesvorstand hatte Lauer im Frühjahr sogar eine Abspaltung des Landesverbands ins Gespräch gebracht. Nachdem es dazu nicht kam, zog der 30-Jährige im September nach nur einem halben Jahr im Amt die Reißleine und trat aus.

Sein Nachfolger Kramm hat sich bislang vor allem gegen das Freihandelsabkommen TTIP und für eine Reform des Urheberrechts eingesetzt. Unter anderem klagte er gegen die Beteiligung von Verlagen an den Gema-Lizenzen. Er ist nicht nur Musiker, sondern auch Produzent und Geschäftsführer einer Plattenfirma.

Gegen Kramm war unter anderem der Berliner Abgeordnete Gerwald Claus-Brunner angetreten. Der für seine Auftritt mit Latzhose und Kopftuch bekannte 44-Jährige bekam aber genau wie die dritte Kandidatin Franziska Jentsch nicht einmal halb so viele Stimmen.

Auf dem zweitägigen Parteitag soll auch ein neuer Schatzmeister gewählt werden. Geplant ist zudem eine Diskussion über die Zukunft der Partei und die Perspektiven bei der Abgeordnetenhauswahl 2016.

Bei der Abgeordnetenhauswahl 2011 hatten die Piraten in Berlin 8,9 Prozent der Stimmen erhalten und waren damit erstmals in ein deutsches Landesparlament eingezogen. Inzwischen landen sie in Umfragen klar unter der Fünf-Prozent-Hürde.

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