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Hamburg: Umstrittenes Kraftwerk Moorburg ist am Netz

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Hamburg  

Umstrittenes Kraftwerk Moorburg ist am Netz

01.03.2015, 14:02 Uhr | dpa

Hamburg: Umstrittenes Kraftwerk Moorburg ist am Netz. Das neue Kohlekraftwerk im Süden Hamburgs produziert viele Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. (Quelle: dpa)

Das neue Kohlekraftwerk im Süden Hamburgs produziert viele Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr. (Quelle: dpa)

Der erste Block des umstrittenen neuen Kohlekraftwerks in Moorburg im Süden Hamburgs hat offiziell seinen Betrieb aufgenommen - nach einer mehr als einjährigen Probe- und Testphase. Das teilte der Betreiber Vattenfall mit. Der zweite Block solle im Sommer folgen.

Umweltschützer nannten den kommerziellen Start des Kraftwerks einen "schwarzen Tag für den Klimaschutz". Das Kraftwerk setze pro Jahr acht bis neun Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid frei und laufe damit allen Hamburger Klimaschutzanstrengungen zuwider, heißt es in einer Mitteilung des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND).

Damit stehe auf Hamburger Staatsgebiet ein Mahnmal für eine verfehlte Energiepolitik. Das Kraftwerk sei klimaschädlicher und unwirtschaftlicher als andere Lösungen und passe nicht in die Versorgungsstruktur der Zukunft.

Hamburger Grüne rechtfertigen sich

Grünen-Fraktionschef Jens Kerstan erinnerte daran, dass die damals grün geführte Umweltbehörde 2008 die Genehmigung für Moorburg nach einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Hamburg erteilen musste. "Heute teilt die EU-Kommission die Rechtsposition, dass die Genehmigung nicht hätte erteilt werden dürfen", erklärte er.

Tatsächlich konnten CDU und Grüne 2008 im Koalitionsvertrag keine Einigung zu dem Kohlekraftwerk erzielen und überließen die Entscheidung den Gerichten - im Gegensatz zu der ebenfalls umstrittenen Frage der Elbvertiefung. Die Grünen stimmten damals zu, dass das Planfeststellungsverfahren für die Vertiefung fortgeführt werden sollte.

"Lebendes Fossil"

Das Kraftwerk Moorburg blase mehr Quecksilber in die Luft als die gesamte Hamburger Industrie zusammen. "In der heutigen Energielandschaft ist das Kohlekraftwerk ein lebendes Fossil", sagte Kerstan. "Es war schon überholt, als es geplant wurde."

Vattenfall erklärte, Moorburg gehöre mit einem Wirkungsgrad von 46,5 Prozent zu den effizientesten und umweltfreundlichsten Kohlekraftwerken in Europa. Im Vergleich zu älteren Steinkohlekraftwerken spare das Kraftwerk rund 2,3 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.

Die Mehrheit der Deutschen will aus der Kohleverstromung aussteigen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Instituts YouGov im Auftrag der Umweltorganisation WWF und des Ökoenergie-Anbieters Lichtblick.

Danach sind 67 Prozent dafür, Kohle auslaufen zu lassen. 19 Prozent wollen sogar alle Kohlemeiler zügig abschalten. Nur 21 Prozent der Bundesbürger seien davon überzeugt, dass Kohle auch in Zukunft für eine sichere Stromversorgung benötigt werde. "Wir brauchen keine neuen Meiler, sondern einen schrittweisen Abschied von der Kohle", sagte Gero Lücking von Lichtblick.

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