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240 Windpocken-Infektionen in Berlin: Masern-Welle ebbt nicht ab

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Gesundheit  

240 Windpocken-Infektionen in Berlin: Masern-Welle ebbt nicht ab

04.03.2015, 16:58 Uhr | dpa

240 Windpocken-Infektionen in Berlin: Masern-Welle ebbt nicht ab. Impfung

Impfung. Kinder sollen gegen Windpocken geimpft werden. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv (Quelle: dpa)

Grippe, Masern und jetzt Windpocken: In Berlin erkranken zurzeit viele Menschen an der selten auftretenden Kinderkrankheit. In diesem Jahr habe es bereits 240 Fälle von Windpocken gegeben, sagte eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Soziales am Mittwoch in Berlin. Zuerst berichteten "Bild" und "B.Z." darüber. Allein in der vergangenen Woche registrierten Ärzte 22 Neuinfektionen. Gegenüber den ersten neun Wochen des vergangenen Jahres registrierte das Landesamt allerdings einen leichten Rückgang. Damals litten 252 Menschen an der Krankheit.

Die meisten Erkrankungen gibt es in diesem Jahr mit 41 Fällen in Friedrichshain-Kreuzberg, gefolgt von Reinickendorf mit 37 und Neukölln mit 30 Erkrankungen. Als Grund für den Vormarsch von Windpocken nannte die Sprecherin die Impfmüdigkeit. Viele wüssten nicht, wie gefährlich die Krankheit sein könne. Sie kann bei Komplikationen zu Lungen- oder Hirnhautentzündungen führen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit 2004 für Kinder eine Impfung gegen Windpocken, weil die Krankheit vermehrt aufgetreten war. Seit März 2013 sind Windpocken meldepflichtig.

Noch keine Entspannung zeichnet sich bei der Zahl der Masern-Erkrankungen ab. Seit die Infektion im Oktober in einem Flüchtlingsheim ausbrach, haben sich mit dem Stand vom Mittwoch nachweislich 695 Menschen angesteckt, Kinder wie Erwachsene. Davon erkrankten 574 allein in diesem Jahr. 26 Prozent kamen wegen der Schwere der Infektion ins Krankenhaus. Rund 90 Prozent von ihnen waren nicht geimpft. Ein Kind starb bereits.

Offenbar hat die Masern-Welle dazu geführt, dass sich in den vergangenen Wochen mehr Berlin impfen ließen. Genau Zahlen liegen allerdings noch nicht vor. Bei der Kassenärztlichen Vereinigung werden Daten aus dem ersten Quartal erst im Frühjahr ausgewertet. Ärzte sprechen aber bereits von einem gestiegenen Interesse an Impfungen. "Wir haben jeden Tag vier bis fünf Nachfragen", sagte der in Schöneberg praktizierende Allgemeinmediziner Andreas Göckenjan. Pro Tag ließen sich aktuell bis zu vier Patienten gegen Masern impfen. Für gewöhnlich sei es im Monat eine gewesen. Auch der Allgemeinmediziner Stephan Bernhardt bestätigte diese Tendenz.

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