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Alarm im Fichtenwald: Borkenkäfer vermehrt sich rasant

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Agrar  

Alarm im Fichtenwald: Borkenkäfer vermehrt sich rasant

13.08.2017, 10:29 Uhr | dpa

Alarm im Fichtenwald: Borkenkäfer vermehrt sich rasant. Eine Baumrinde

Ein Förster hält eine Baumrinde mit Spuren des Borkenkäfers in Hand. Foto: Oliver Berg/Archiv (Quelle: dpa)

Borkenkäfer machen den Waldbesitzern in Bayern massiv zu schaffen. Ein warmer Herbst, ein milder Winter und dann schon früh im Jahr Temperaturen um 18 Grad - damit sind die Käfer früh geschlüpft und haben sich zahlreich vermehrt. "Es ist rasant losgegangen, wir haben eine große Befallsdichte", sagte ein Sprecher der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising. "Außergewöhnlich ist das Tempo der Entwicklung - es ging noch nie so schnell wie heuer." Vor allem trifft es Fichten.

Laut Agrarministerium sind besonders Niederbayern, das mittlere und nördliche Oberbayern sowie die südliche Oberpfalz betroffen. Die Waldbesitzer arbeiten unter Hochdruck: Sie müssen die befallenen Bäume rasch finden, fällen und mindestens eine halben Kilometer aus dem Wald schaffen - sonst breitet sich der Käfer noch mehr aus.

Teilweise schon Anfang April seien die Borkenkäfer ausgeschwärmt und hätten früher als sonst mit der Eiablage begonnen, sagte ein LWF-Sprecher. Gibt es üblicherweise zwei Borkenkäfer-Generationen pro Jahr, so ist dieses Mal eine dritte Generation nicht ausgeschlossen. Im benachbarten Baden-Württemberg und anderswo in Deutschland hat sich der Borkenkäfer offenbar nicht so stark ausgebreitet.

"Wir wissen, dass in Bayern, in Tschechien und in Teilen Österreichs eine starke Borkenkäferdynamik vorhanden ist", sagte Martin Neumeyer, Vorstandschef der Bayerischen Staatsforsten. "Auch im Staatswald ist die Situation in einigen Regionen angespannt." Das hänge sehr stark an den örtlichen Bedingungen, am Witterungsverlauf - und an den Schadensgebieten des Sturmes Niklas von 2015. "Niklas-Gebiete sind auch Borkenkäfergebiete. Das sind Folgewirkungen des Sturms", sagte Neumeyer. Denn im ausgelichteten Wald sei es wärmer - der Käfer vermehre sich stärker. Seit Niklas haben die Staatsforsten eine Borkenkäfer-Taskforce und eine App, um befallene Bäume schnell zu registrieren und dann rasch aus dem Wald zu holen.

Erstmals haben die Staatsforsten dieses Jahr sechs sogenannte Nasslager für Käferholz geöffnet. Dort können bis zu 300 000 Festmeter Borkenkäferholz guter Qualität eingelagert werden. Das Holz wird dort feucht gehalten, der Käfer stirbt ab - das Holz bewahrt seine Qualität. "Es hat auch eine marktentlastende Wirkung. Denn zur Zeit wird viel Käferholz aufgearbeitet", sagte Neumeyer. Auch die Nasslager wurden vor allem seit Niklas vorbereitet, um für große Anfälle von Sturm- und Käferholz in kurzer Zeit gerüstet zu sein.

2016 holten die Staatsforsten mehr als 4,8 Millionen Festmeter Holz aus dem Wald, 700 000 Festmeter waren befallen. "Wir sind immer noch optimistisch, dass uns vielleicht die Witterung hilft, dass es etwas kühler wird und regelmäßig regnet. Aber wir rechnen schon damit, dass es dieses Jahr mehr Borkenkäferholz gibt", sagte Neumeyer.

Beim LWF heißt es, seit 2015 habe die Gefährdung durch Buchdrucker massiv zugenommen. Diese Borkenkäferart befällt Fichten, die trotz des laufenden Umbaus zum Mischwald immer einen hohen Anteil in den Wälder haben. Ihre Fraßspuren erinnern an Schriftzeichen - daher der Name. Weil gerade Fichten durch die Hitze und den Wassermangel angeschlagen sind, finden Buchdrucker optimale Bedingungen.

Um die Entwicklung der Käfer zu verfolgen, legen die Experten der LWF Bruthölzer aus. "Wenn man die regelmäßig kontrolliert, weiß man, wie schnell sich die Käfer entwickeln", sagte ein Sprecher. Eine Übersichtskarte der LWF zeigt das Ausmaß des Befalls. Viele Teile des Freistaats haben demnach aktuellen Befall, nur die Region um Schweinfurt in Unterfranken gilt nicht einmal als gefährdet. Damit hat sich die Lage seit Anfang Juli verschärft.

Borkenkäfer fressen sich horizontal unter der Rinde durch und kappen damit die Wasserleitungsbahnen, die den Baum versorgen. Der Befall ist an Bohrmehl in Rindenschuppen, Spinnennetzen oder um den Baum herum zu erkennen. Die Fichte ist mit fast 41 Prozent die häufigste Baumart im Freistaat. Insgesamt stehen in Bayern 2,6 Millionen Hektar Wald, etwa 800 000 Hektar sind in Staatsbesitz.

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