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Ägypten-Urlaub: Keine kostenlosen Stornierungen

16.02.2011, 11:50 Uhr | dpa-tmn

Ägypten-Urlaub: Keine kostenlosen Stornierungen. Leere Liegestühle am Roten Meer (Foto: imago)

Leere Liegestühle am Roten Meer (Foto: imago)

Nach den wochenlangen Unruhen soll der Tourismus in Ägypten und Tunesien wieder anlaufen. Mehrere Veranstalter wollen in Kürze erneut Gäste in die nordafrikanischen Länder fliegen. Wer nicht will, kann umbuchen - die Zeit für kostenlose Stornos dagegen ist vorbei.

Nordafrika-Reisen wieder im Angebot

Ägypten und Tunesien kehren als Ziele in die Veranstalterprogramme zurück. Mit der Rewe-Pauschaltouristik, FTI und Studiosus haben weitere Unternehmen jetzt angekündigt, wieder Reisen nach Nordafrika anzubieten. Die Rewe mit den Marken ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg will am 22. Februar die ersten Urlauber nach Tunesien fliegen, am 1. März wird auch Ägypten wieder angeflogen. FTI kündigte die Rückkehr in beide Länder für Anfang März an. Studiosus nimmt am 26. März ein eingeschränktes Tunesien-Programm auf.

Erste Maschine fliegen nach Djerba

Mit den ersten Abflügen von Chartermaschinen auf die Insel Djerba und nach Enfidha auf dem tunesischen Festland ist die Rewe-Touristik am 22. Februar der erste große deutsche Reiseveranstalter, der in das nordafrikanische Land zurückkehrt. Am Montagabend hatte Thomas Cook mit der Hauptmarke Neckermann angekündigt, die erste Maschine nach Djerba am 28. Februar starten zu lassen. Die Tui lässt Tunesien-Gäste vom 1. März an wieder reisen. Vorausgegangen war eine Entschärfung des Reisehinweises durch das Auswärtige Amt, das jetzt nicht mehr generell von Tunesien-Reisen abrät. Aufenthalte sollten aber zunächst auf Tunis, Badeorte am Mittelmeer und Djerba beschränkt werden.

   

Ägypten und Tunesien kostenlos umbuchen

Wer eine Ägypten- oder Tunesien-Reise im Zeitraum bis Mitte April bereits gebucht hat und nicht mehr reisen möchte, kann bei den drei Rewe-Marken weiterhin kostenlos umbuchen, sagte ein Firmensprecher in Köln. Ebenso hatten sich am Montag Tui und Thomas Cook geäußert. Urlauber mit Umbuchungswunsch müssen sich bis Ende Februar melden. FTI in München bietet für Ägypten außerdem kostenlose Stornos zu. Einen Rechtsanspruch darauf haben Nordafrika-Reise aus Sicht von Reiserechtlern allerdings nicht mehr. Nachdem das Auswärtige Amt seine Sicherheitshinweise entschärft hat, seien Kündigungen des Reisevertrages wegen "höherer Gewalt" nicht mehr ohne weiteres möglich, sagte Beate Wagner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf dem dpa-Themendienst. Veranstalter dürften nun Stornogebühren fordern, wenn Kunden nicht mehr reisen wollen.

   

Tunesien: Lage stabilisiert

Für Tunesien gilt nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes, dass sich die Sicherheitslage in weiten Teilen des Landes stabilisiert hat. "Reisen sollten jedoch bis auf weiteres auf die Hauptstadt Tunis und die Badeorte am Meer einschließlich Djerba beschränkt werden." Für Ägypten heißt es im aktuellen Sicherheitshinweis: "Reisen in die Urlaubsgebiete am Roten Meer sind wieder möglich." Abgeraten wird von "nicht dringend erforderlichen Reisen" nach Kairo, Alexandria und Suez. Diese Formulierungen seien eindeutig, sagte Wagner: "Ansprüche auf Kündigung wegen höherer Gewalt gibt es bei Reisen in die Tourismuszentren nicht mehr", erklärte die Juristin.

   

Vor Gericht ist der Kunde nachweispflichtig

Besteht ein Kunde darauf, eine Reise wegen höherer Gewalt zu stornieren, müsse er nun glaubhaft machen, dass sie tatsächlich beeinträchtigt sein würde, erläuterte Prof. Ernst Führich, Reiserechtler an der Hochschule Kempten. Landet der Streit mit dem Veranstalter vor Gericht, ist der Kunde nachweispflichtig. Chancen mit seiner Position durchzukommen, gebe es zwar nicht erst dann, wenn klar ist, dass die Reise komplett undurchführbar sein wird. Wie ein Gericht im Einzelfall entscheidet, sei aber schwer vorhersagbar.

Spezialreiseveranstalter stehen kurz vor der Pleite

Ägypten-Veranstalter, die keine anderen Länder im Katalog haben, können keine Umbuchungen anbieten und verlangten oft Stornogebühren, sagte Führich. "Die Spezialreiseveranstalter trifft die Entwicklung besonders schwer. Einige stehen kurz vor der Pleite."

Bei Reisemangel Preisminderung möglich

Denkbar sei aber auch bei anderen Veranstaltern, dass es bei Nordafrika-Reisen nun zu Mängeln kommt. Das gilt zum Beispiel dann, wenn Teile der Reise nicht wie geplant stattfinden, zum Beispiel weil ein Ausflug zu den Pyramiden oder zum Ägyptischen Museum in Kairo ausfallen muss. "Ein Reisemangel rechtfertigt, den Reisepreis zu mindern", sagte Beate Wagner. Allerdings kann wegen solcher Abstriche nicht komplett storniert werden. Das ginge nur, wenn von einer zum Beispiel 14-tägigen Pauschalreise der größere Teil nicht wie geplant angeboten werden kann - aber nicht, wenn nur 2 Tage betroffen sind.

Tunesien: Keine Reisegruppen im Süden

Studiosus hat in seinem Tunesien-Programm diejenigen Touren wieder aufgelegt, die sich auf den Golf am Hammamet und Tunis konzentrieren, sagte ein Firmensprecher in München. In den Süden des Landes bringe das Unternehmen seine Reisegruppen weiterhin nicht. Auch bei Ägypten wolle Studiosus zunächst abwarten. Ins Land der Pyramiden hat der Studienreisen-Spezialist derzeit die Touren bis 15. März abgesagt.

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