
06.07.2012, 15:53 Uhr | Markus Roman, t-online.de
Wem die Runden im brusttiefen Hotelpool zu langweilig sind, der kann sein Badevergnügen hier suchen: An der Grenze der afrikanischen Länder Sambia und Simbabwe können bis zu vier Monate im Jahr Abenteuerlustige direkt am Abgrund der Victoriafälle schwimmen - auf eigene Gefahr. In unserer Foto-Show sehen Sie, wie nervenaufreibend dieses Bad sein kann.
Möglich ist der nasse Adrenalinkick zwischen den Grenzstädten Livingstone (Sambia) und Victoria Falls (Simbabwe) nur zwischen September und Dezember. Dann dann ist Trockenzeit und der Wasserspiegel ganz niedrig. Ist der Pegel zu hoch, dürfen Besucher nicht in den Pool. Bei Hochwasser fließen etwa 10.000 Kubikmeter Wasser pro Sekunde über eine Breite von mehr als 1700 Metern in die Tiefe - Besucher würden einfach über den Rand gespült. In der Trockenzeit sind es dagegen nur 170 Kubikmeter pro Sekunde, das Baden wird möglich. Ganz Mutige robben sich auf den natürlichen Felsbarrieren bis an den Rand und wagen einen Blick 110 Meter in die Tiefe.
Wer einmal da war, erzählt gerne von der einmaligen Erfahrung am "Devil's Pool". So etwa beim Online-Reiseportal Tripadvisor. So sei der recht anstrengende Weg dort hin es mehr als wert, findet ein Leser aus Kalifornien. Man solle nur auf die Paviane aufpassen, die gerne mal nach losem Gepäck grabschten. Ein anderer Leser berichtet, mit dem besonderen Bad und einem Rundflug gleich mehrerer seiner Ängste an den Viktoriafällen überwunden zu haben: Vor Höhen, vor dem Ertrinken, rutschigen Steinen und einer Tour mit einem kleinen Motorboot auf beeindruckenden Wasserfällen. Der Tenor der Erfahrungsberichte ist positiv - denn jedem Besucher dürfte bewusst sein, etwas ganz Besonderes und vielleicht weltweit Einmaliges erlebt zu haben.
Sie sind besonders beeindruckende Beispiele für die Schönheit und die Kraft der Natur. Hier drei der größten Wasserfälle auf unserem Planeten. zum Video
Der Besuch der Victoriafälle lohnt auch ohne einen Besuch des "Devil's Pools". Die Wasserfälle gehören seit 1989 zum Weltnaturerbe der UNESCO. Die Wassermassen des Sambesi Flusses stürzen 110 Meter tief. Der dadurch entstehende Sprühnebel steigt bis zu 300 Meter hoch und ist teilweise aus 30 Kilometer Entfernung noch zu sehen. Der Nebel ist Ursprung und Lebensquelle für einen Regenwald am Fuße der Fälle. Im angrenzenden fast 70 Quadratkilometer großen grenzüberschreitenden Mosi-oa-Tunay-Nationalpark liegen nicht nur die Wasserfälle, auch Antilopen, Zebras, Giraffen, Elefanten und Rhinozerosse lassen sich hier beobachten. Weitere bekannte Nationalparks Simbabwes sind der Hwange National Park, der Mana-Pools-Nationalpark und der Victoria Falls National Park. Die beste Reisezeit ist April und Mai oder August bis Oktober. Wie bei vielen Reisen nach Zentral- oder Südafrika sollte man die Hinweise des Auswärtigen Amtes vorher studieren.
Weitere Informationen
Informationen und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes zu Simbabwe und Sambia.
Fremdenverkehrsamt Sambia,www.zambiatourism.com (Englisch)
Fremdenverkehrsamt Simbabwe, www.zimbabwetourism.net (Englisch)
Der Devil's Pool bei Tripadvisor.
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Quelle: Markus Roman, t-online.de
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