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Marokko: Hauptstadt Marrakesch - eine moderne Märchenstadt

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Marokko  

Marrakesch: Marokkos moderne Märchenstadt

01.10.2008, 09:46 Uhr | F. von Poser, srt, srt

Ingwer, Paprika, Pfeffer - wer Marokko kennen lernen will, sollte der eigenen Nase folgen (Foto: Imago)Ingwer, Paprika, Pfeffer - wer Marokko kennen lernen will, sollte der eigenen Nase folgen (Foto: Imago)Rund drei Flugstunden von Frankfurt/Main entfernt landen Besucher in einer anderen Welt. Marokko, gesäumt vom Atlantischen Ozean im Westen und dem Mittelmeer im Norden überrascht mit seiner abwechslungsreichen Landschaft. Vier Bergketten, darunter das imposante Atlas-Gebirge, durchqueren das Land. Schnee auf den Gipfeln und Mandelbäume im Tal bilden einen eindrucksvollen Kontrast. Marrakesch ist ideal für einen Kurztrip - überzeugen Sie sich selbst in unserer Foto-Serie.

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Pfefferminztee am Djemma el-Fna Platz

Saida rollt mit den Augen. Ihre Pupillen formen sich zu leuchtenden Bällen. Kleine Schweißperlen kullern über ihre Stirn. Ihr Blick schweift über die Dächer der Medina von Marrakesch. Störche fliegen über uns hinweg und lassen sich auf den benachbarten Minaretten nieder, vom Atlas-Gebirge weht eine frische Brise herüber und kühlt die überhitzten Häuserschluchten. Wir sitzen auf der Terrasse des Café Glacier, eines der schönsten Cafés der Stadt, direkt am weltberühmten Platz Djemma el-Fna und trinken Pfefferminztee. Von den Garküchen auf dem Platz steigen Rauchschwaden auf, in der Luft liegt die monotone Flötenmelodie der Schlangenbeschwörer. Gleich nebenan warten im Gassenlabyrinth des Suqs, des Marktes, bis unters Dach gefüllte Teppichgeschäfte, Stoffläden, Gewürzhändler und Fleischverkäufer.


Nachtleben in Marrakesch

Während auf dem Djemma el-Fna noch das Marktgeschehen tobt, macht sich in den schicken Cafés in der Neustadt die Jugend ausgehfertig, denn es ist Samstag, Partytag in Marrakesch. Die Mädchen haben sich bereits in Schale geworfen: manche in kurzen Mini-Röcken und bauchfrei, andere vollverschleiert mit bunten Kopftüchern. Per Handy verabreden sie, wo man sich heute trifft: Ob in dem in Form einer Kasbah, einer marokkanischen Burg, gebauten Pacha-Club, im Le Paradise oder im noblen Nikki Beach, in dem sich alles trifft, was in Marrakesch Rang und Namen hat. Am Pool des feinen Nachtlokals stoßen die Schönen und Reichen mit Champagner und Cocktails an.


Marrakesch im Wandel der Zeit

Kaum ein Ort in Marokko hat sich in den vergangenen Jahren so entwickelt wie Marrakesch. "Die Stadt hat sich komplett verändert", sagt Saida, als sie genüsslich an ihrem Teeglas nippt. Seit 18 Jahren lebt die gebürtige Marokkanerin in der Nähe von Düsseldorf und verfolgt die Entwicklung in regelmäßigem Rhythmus, wenn sie einmal im Jahr ihre Familie besucht. "Was hier gebaut wird, ist unglaublich. Hotels und Shopping-Malls, Geschäfte und Supermärkte, ja ganze Paläste", sagt sie. "Jedes Mal, wenn ich hierher komme, gibt es mehr davon." Und in der Tat: Marrakesch ist heute die Boomtown in Marokko. Überall sprießen neue Hotels aus dem Boden, vor allem in der Altstadt entsteht ein liebevoll renovierter Riad nach dem anderen. Rund 500 dieser traditionellen Altstadthäuser wurden in den vergangenen Jahren zu Unterkünften ausgebaut. Ab 30 Euro kostet eine Übernachtung.


Positive Entwicklungen dank König Mohammed VI

Dann zählt Saida beinahe ehrfürchtig auf, was sich noch alles verändert hat in ihrer Stadt. So soll eine neue Autobahn Marrakesch und die Küstenstadt Agadir ab 2012 verbinden, die TGV-Zugstrecke von Tanger nach Casablanca soll auch nach Marrakesch ausgebaut werden. Der neue, hochmoderne Bahnhof Marrakeschs wurde bereits im Juni eingeweiht. "Wie in London, Paris und Rom haben wir seit ein oder zwei Jahren jetzt auch bunte Doppeldeckerbusse, in denen die Touristen bequem durch die Stadt chauffiert werden", sagt die junge Dame und klingt dabei ein wenig stolz. Im ganzen Land ist man stolz auf die jüngsten Entwicklungen. Und dankbar. Dankbar vor allem dem König gegenüber. Denn seit der Thronübernahme durch Mohammed VI. im Jahr 1999 hat sich vieles verändert im nordafrikanischen Königreich. So führte Mohammed überall im Land liberale Reformen ein: Ehe- und Erbrecht wurden modifiziert, die Polygamie eingeschränkt. Auch ansonsten hat der erst 44-jährige Monarch den Staat in vielen Bereichen modernisiert. Armut und Korruption werden verstärkt bekämpft, die Menschenrechte gestärkt.


Strafe für Händler, die Touristen belästigen

Wir spazieren von der Place Djemma el-Fna in eine der engen Gassen des Suqs und machen an einem Teppichladen halt. Links und rechts türmen sich die Waren: feine Tücher aus Seide, persische Teppiche und bunte Dschellabas, die typischen marokkanischen Männergewänder aus Schurwolle. Natürlich ist auf dem Markt jeder ein Freund. "Hello my friend", lautet die übliche Begrüßung, die Touristen hier zu hören bekommen. Aber viel weiter gehen die Verkäufer nicht. Seit die Regierung durchgegriffen und eine eigene Touristenpolizei aufgestellt hat, können Besucher die Stadt entspannter genießen. Wer Touristen belästigt, der wird mit einer Strafe von 20 Dirham belegt, umgerechnet rund zwei Euro - viel Geld in Marokko.


Orientalische Melange

Es wird Abend. Wir sitzen wieder im Café Glacier. Die Klientel hat ihre kurzen Shorts jetzt gegen feineren Abendzwirn eingetauscht. Das monotone Geflöte der Schlangenbeschwörer, das Stimmengewirr auf dem Platz und der Geruch der Garküchen, die um diese Uhrzeit zu Dutzenden ihre Rauchfahnen in die Luft blasen, verdichten sich zu einer orientalischen Melange. Neben uns sitzt Omar, ein alteingesessener Marrakschi, und erzählt den Schwank vom Tag. Ein Teil der Schlangenbeschwörer auf dem Platz trete morgen in einen Streik, will er von einem Freund erfahren haben. "Warum?", frage ich. Die Gruppe der rund 40 Artisten, die mit Kobras, Puffottern und Wasserschlangen für Touristen posiert, sei sauer auf die Stadtregierung, erwidert Omar. Diese verweigere den Reptiliendompteuren einen jährlichen Zuschuss von etwa 380 Euro, wie ihn die Märchenerzähler auf dem Platz erhalten. Nach Ansicht der Schlangenbeschwörer gehöre ihre Kunst aber genauso zum traditionellen Kulturgut an diesem Ort wie die Darbietungen der Märchenerzähler. Scheitern die Gespräche, so soll der Platz das erste Mal in seiner Geschichte ohne Schlangezauber bleiben. Schlangenbeschwörer im Streik? Das klingt absurd. Doch irgendwann hält eben auch in einem der ältesten Gewerbe des Orients die Moderne Einzug.

Weitere Informationen

Anreise Ryanair (www.ryanair.com) und Condor (www.condor.com) fliegen Marrakesch von verschiedenen deutschen Städten ab 15 Euro inkl. Steuern und Gebühren an.
Unterkunft Am schönsten in einem der 500 Riads, der liebevoll renovierten Stadthäuser in der Altstadt, zum Beispiel im ganz neuen (geöffnet ab 1. November) "Robinson Riad Zakaria", ÜF/DZ ab 95 Euro pro Person (www.robinson.com) oder im "Riad La Terrasse des Oliviers", ÜF/DZ bereits ab 40 Euro (www.terrasse-des-oliviers.com).
Pauschalreisen Marrakesch ist bei vielen Veranstaltern im Programm, zum Beispiel bei TUI (www.tui.com) und Thomas Cook (www.thomascook.de). Eine Woche im Drei-Sterne-Hotel "Atlas Asni" kostet im Oktober inklusive Flug ab München und Übernachtung mit Halbpension im Doppelzimmer ab 739 Euro pro Person.
Weitere Auskünfte Marokkanisches Fremdenverkehrsamt, Graf-Adolf-Str. 59, 40210 Düsseldorf, Tel. 0211/370551, Fax 374048, E-Mail: marokkofva@aol.com, Internet: www.tourismus-in-marokko.de

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