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Tunesien wird verramscht

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Tunesien wird verramscht

09.05.2011, 17:05 Uhr | dpa, t-online.de

Tunesien wird verramscht. Leere Strände nach der Revolte. Deshalb wollen Reiseveranstalter Urlauber mit Billigpreisen nach Ägypten und Tunesien locken. (Foto: imago)

Leere Strände nach der Revolte. Deshalb wollen Reiseveranstalter Urlauber mit Billigpreisen nach Ägypten und Tunesien locken. (Foto: imago)

 

Mit kräftigen Preissenkungen wollen die großen deutschen Reiseveranstalter Tunesien und Ägypten wieder als Urlaubsziele attraktiv machen. "Wir haben die Preise für Reisen nach Tunesien um 30 bis 40 Prozent gesenkt", sagte ein Sprecher von Deutschlands zweitgrößtem Reisekonzern Thomas Cook dem "Tagesspiegel". Die Billigpreise sollen auch während der Sommersaison beibehalten werden. Und falls die günstigen Reisepreise Sie locken - unsere Foto-Show gibt Ihnen erste Eindrücke.

Kleine Preise und kleinere Kontingente

Traumstrände, Sonnengarantie und glasklares Wasser - das allein lockt verunsicherte Urlauber nach den Unruhen nicht wieder in die einst beliebten Reiseländer Tunesien und Ägypten. Längst gilt die politische Lage wieder als sicher, doch die deutschen Touristen bleiben aus. Deshalb locken Reisveranstalter mit Angeboten, die derzeit erheblich günstiger als vor Ausbruch der Unruhen sind. Wie Thomas Cook hat auch TUI dem Bericht zufolge die Preise für Reisen in die beiden Länder erheblich gesenkt. Zugleich habe Deutschlands größter Reisekonzern aber auch seine Kapazitäten vor Ort gekürzt: Für den Sommer plane TUI für Urlaubsreisen nach Tunesien und Ägypten nur mit 60 Prozent der Kapazitäten, die sonst üblich seien, sagte eine Sprecherin der Zeitung.

Reiseflaute gefährdet Existenz vieler Menschen

Rewe Touristik mit ihren Veranstaltermarken ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg nahmen schon im Februar wieder Reisen nach Tunesien und Anfang März nach Ägypten ins Programm. "Wir hoffen, dass sich Tunesien als touristisches Ziel möglichst schnell erholt", so Sören Hartmann, Sprecher der Geschäftsführung der Rewe Touristik. Denn der Tourismus sei mit einem Anteil von rund 15 Prozent am Bruttoinlandsprodukt "ein eminent wichtiger Wirtschaftfaktor im Land". Thomas Cook mit seinen Veranstaltern Neckermann Reisen, Thomas Cook, Bucher Last Minute und Air Marin startete im Frühjahr wieder gen Tunesien. Der Vorstandsvorsitzende, Dr. Peter Fankhauser, sagte dazu: "Die Existenz vieler Menschen dort hängt direkt oder indirekt vom Tourismus ab. Je schneller die touristischen Zentren zur Normalität zurückfinden und die Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen können, desto besser ist dies für die weitere Entwicklung in Tunesien."

Touristik-Professor stimmt für Neustart

Der Touristik-Professor Karl Born hält eine Wiederaufnahme des Touristikgeschäfts in Nordafrika für nötig, wie er auf seiner Webseite schreibt, wo er sich täglich bissig über das touristische Geschehen äußert. So meint Born: "Aber viel wichtiger ist jetzt, dass die Reiseveranstalter (und Fluggesellschaften) Druck machen, damit sehr schnell wieder Urlauber nach Ägypten kommen." Je länger die Zwangspause dauere, desto schwerer sei es, den Tourismus wieder neu zu starten, so Borns Ansicht.

Air Berlin-Chef forder Aussetzen der Flugsteuer

Zur unkonventionellen Wiederbelebung des Tourismus in Nordafrika hat Air-Berlin-Vorstandschef Joachim Hunold die Bundesregierung aufgefordert, die Luftverkehrssteuer für Flüge nach Ägypten und Tunesien auszusetzen. Das wäre "ein Beitrag zur Aufbauhilfe" für die beiden Länder im Umbruch, sagte Hunold in Berlin. Denn seit Januar 2011 sind für Flüge von deutschen Flughäfen nach Tunesien 8 Euro zusätzlich zu bezahlen, nach Ägypten 25 Euro.

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