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Das letzte Geheimnis Afrikas: das Niassa-Reservat

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Urlaub Mosambik  

Fernab der Zivilisation: das letzte Geheimnis Afrikas

26.07.2013, 14:16 Uhr | Anne Jäger

Das letzte Geheimnis Afrikas: das Niassa-Reservat. Anflug mit dem Leichtflugzeug: Das Niassa-Reservat liegt zwischen den Flüssen Lugenda, Rovuma und Lusanhando. (Quelle: K. Seitz)

Anflug mit dem Leichtflugzeug: Das Niassa-Reservat liegt zwischen den Flüssen Lugenda, Rovuma und Lusanhando. (Quelle: K. Seitz)

Im nördlichsten Winkel Mosambiks liegt ein Reservat, in dem trotz Bürgerkrieg viele Wildtiere überlebt haben. Das Gebiet ist so groß wie die Schweiz - doppelt so groß wie der Krüger Nationalpark und dennoch fast gänzlich unbekannt. Nur Grönland hat eine geringere Bevölkerungsdichte. Wer hier hinfliegt, lässt die Zivilisation hinter sich und besucht das letzte Geheimnis Afrikas. Sehen Sie die Wildnis des Niassa-Reservats auch in unserer Foto-Show.

Warnung vor Löwen am Flugplatz

"Ihr werdet gleich abgeholt und könnt schon mal aus dem Flugzeug aussteigen", sagt unser Pilot, nachdem wir auf einem Landstreifen gelandet sind, der eher an einen Abenteuerspielplatz für Männer erinnert, als an eine Landebahn. "Aber passt auf: hier gibt es Löwen - und die sind wild!" Verdutzt lässt er uns zurück. Wir sind gerade nach einem fast elfstündigem Flug von Frankfurt nach Johannesburg, einem etwa dreistündigem Anschlussflug nach Pemba sowie einer Stunde in einer Ein-Propeller-Maschine im Niassa-Reservat in Mosambik angekommen. Im Nirgendwo. Natürlich gibt es hier Löwen, das wussten wir. Aber eine so direkte Warnung kommt für einen "unbefleckten Europäer" (wie uns der Reisemediziner vor der Reise nannte) doch reichlich verblüffend.

Reservat ist größer als die Schweiz

Das Niassa-Reservat ist 42.000 Quadratkilometer groß - so wie die Schweiz. Damit umfasst es mehr als die doppelte Fläche des Krüger Nationalparks in Südafrika und dennoch kennt es kaum jemand. Vermutlich, weil Mosambik für die meisten kein typisches Reiseland ist. Vielleicht, weil hier bis in den Neunziger Jahren Bürgerkrieg herrschte. Das Gros an Wildtieren wurde vertrieben, gewildert oder schlicht gegessen. Doch hier im Niassa-Reservat haben mehr Elefanten überlebt als anfangs gedacht. 10.000 dürften es Schätzungen zufolge sein. Vermutlich weil das riesige, schwer zugängliche Gebiet den Dickhäutern genug Schutz bot.

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Nachts herrscht Ausgangssperre

Nach einer holprigen, für uns "unbefleckte Europäer" schon ziemlich spannenden Fahrt im Geländewagen kommen wir im "Lugenda Wilderness Camp" an. Das Reservat ist in mehrere Gebiete aufgeteilt. In allen darf gejagt werden - ausgenommen L7. Hier hat die Hotelkette "Rani Resorts" das Lugenda Wilderness Reserve gegründet, zum Fotografieren statt Erlegen. Affen tollen über den Platz. Im Haupthaus wartet Kaffee, die Crew und eine Sicherheitseinweisung auf uns. Dazu zählt beispielsweise, nach Einbruch der Dunkelheit das luxuriöse Zelt nicht mehr zu verlassen. Oder im Falle der nahen Begegnung mit einem aggressiven Elefanten auf dem kürzesten Weg ein Zelt aufzusuchen. Dass Wildtiere im Camp auftauchen, ist zwar selten aber nicht ausgeschlossen. Elefant "Ben" besuche häufiger die zwölf Crewmitglieder im Camp. Er sei sehr neugierig, erzählt Nic von Rensburg, der Chefranger.

Abendessen im Flussbett

Das Camp liegt am Fluss Lugenda, der im Juni nur noch wenig Wasser führt. Abends überrascht die Crew mit einem Essen im Flussbett. Bei gemütlicher und familiärer Atmosphäre plauschen die Gäste über die Tiere, die sie während der Safari-Touren im Jeep gesichtet haben. Plötzlich dringt ein markerschütterndes Geräusch herüber. Ein Brüllen, Grunzen, Knurren. Für uns Europäer völlig nichtssagend und doch unheimlich. "Ein Löwe", erklärt Nic von Rensburg, "er ist etwa zwei Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Flusses, aber den überqueren sie nur selten." Das ist ein nur teils beruhigender Gedanke, wenn die eigene Sichtweite nur bis zur nächsten Fackel fünf Meter entfernt reicht.

"Sollen wir den Löwen suchen?"

Plötzlich: das gleiche Geräusch erneut - näher, von der anderen Seite des Flusses - von den Zelten? Nic von Rensburg lächelt amüsiert. "Sollen wir den Löwen suchen?", fragt er in die Runde. "Ja, lasst uns den Löwen suchen!" - okay, die anderen Gäste - ein Pärchen aus Großbritannien - scheinen sich schon an die Wildnis und die Gefahren, die mit ihr einhergehen, gewöhnt zu haben. Und so sitzen wir wenige Minuten später auf den Rücksitzen des Safari-Wagens und suchen im Dunkeln den Verursacher des Brüllens - mit Erfolg. Ein junges Löwen-Männchen streift einsam durch das Gelände, nicht weit entfernt von der Landebahn.

Richtig Zelten im Dschungel

Am nächsten Morgen Weckdienst von Nic um fünf Uhr Morgens. Die Sonne geht in Mosambik früher unter. Um die hellen Stunden zu nutzen, ist frühes Aufstehen notwendig. Wir sind gerädert - doch merkwürdigerweise akklimatisiert. Der 360-Grad-Blick, der vor Schlangen, Spinnen und anderen bösen Überraschungen schützen soll, hat sich eingestellt. Und so willigen wir auch ein, diese Nacht außerhalb des Camps in handelsüblichen Zwei-Mann-Zelten zu nächtigen. Am Vormittag erklimmen wir eine 30-Meter-Steilwand, an deren Ende wir Zeichnungen der Ureinwohner zu Gesicht bekommen, die sogenannten "Batwa-Zeichnungen". Über 3000 Jahre sind sie alt, und dennoch gut zu erkennen. Ganz abgesehen von der herrlichen Aussicht auf den Wald und die Zeichnungen hinterlässt das Ich-hab-es-hier-hoch-geschafft-und-lebe-noch-Wissen Glücksgefühle, die in Lugenda so schnell nicht verschwinden. Generell stellt man als Gast Lugendas auch nach dem Urlaub schnell fest, dass die erlebnisreichen Tage in guter Erinnerung bleiben.

Weitere Informationen:

Unterkunft: Gäste kommen im "Lugenda Wilderness Camp" in einem von acht luxuriösen Zelten unter, die jeweils mit En-Suite-Badezimmer inklusive Dusche und separater Badewanne. das Camp ist vom 1. Juni bis zum 30. November geöffnet und während der Regenzeit geschlossen. Weitere Infos unter www.lugenda.com. Buchungen auch unter +27116580633 oder reservations@raniresorts.com.

Anreise: Zum Beispiel von Frankfurt mit South African Airways via Johannesburg und von dort mit der Airlink nach Pemba. Buchungen unter www.flysaa.com oder Tel. 069/29980320. Die Reisedauer beträgt mit Zwischenstopp zwischen 15 und 18 Stunden. Die Flugkosten betragen rund 1700 Euro. Von Pemba geht der Hoteltransfer nach Lugenda mit einem Leichtflugzeug - hier ist ein maximales Gewicht von 15 Kilogramm in Weichgepäck vorgegeben.

Währung: Nationale Währung ist der Metical. 1 Euro entspricht umgerechnet rund 39 Meticals. Oft werden jedoch auch Euros, US-Dollars und der südafrikanische Rand akzeptiert. In vielen Hotels lässt sich auch problemlos mit der Kreditkarte zahlen.

Zeitunterschied: Im deutschen Winter muss man die Uhr eine Stunde vorstellen, im Sommer gibt es keine Zeitdifferenz.

Einreise: Die mosambikanische Botschaft (Stromstr. 47, 10551 Berlin, Tel. 030-39876500, www.auswaertiges-amt.de) stellt Visa aus, die mit dem Reisepass, der Buchungsbestätigung und zwei Passfotos zu beantragen sind. Die Kosten betragen pro Visum 30 Euro.

Gesundheit: In Mosambik besteht ein hohes Malariarisiko. Reisemediziner beraten über geeignete Prophylaxe sowie über sonstige Schutzimpfungen.

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