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São Tomé: Eines der letzten Kleinode der Welt

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São Tomé  

Eines der letzten Kleinode der Welt

22.10.2013, 14:35 Uhr | Gerhard Merk, srt

São Tomé: Eines der letzten Kleinode der Welt. Strand, Berge, Palmen und tropisches Klima: Dieses Inselparadies hat dies alles und ist dennoch ein Geheimtipp. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Strand, Berge, Palmen und tropisches Klima: Dieses Inselparadies hat dies alles und ist dennoch ein Geheimtipp. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

"Here Be Dragons" schrieben britische Seefahrer auf die weißen Flecken ihrer Karten. Hier wohnen Drachen! HBD heißt verkürzt die Initiative, die eines der letzten Kleinode unserer Welt retten will: Príncipe, die paradiesische Schwesterinsel gleich hinter São Tomé. Bilder sehen Sie auch in unserer Foto-Show.

Dies ist nicht wirklich Afrika, obwohl sich die Wäscherin im Fluss ein Baby auf den Rücken gebunden hat. Aber auch nicht die Karibik, obwohl aus bunten Stelzenhütten Reggae wummert. Dies ist die Inselrepublik São Tomé, der zweitkleinste Staat des Schwarzen Kontinents, 250 Kilometer vor der Küste von Gabun. Ein letztes Drachenland - auch ein halbes Jahrtausend nach der Entdeckung durch die Portugiesen.

Riesige Plantagen auf den Schokoinseln

Tropische Schwüle empfängt den Gast - da ist die klimatisierte "Omali Lodge" in São Tomé eine willkommene Kulturschleuse. Raffinierte Fischspeisen mit süßen Bananen und frischem Pfeffer stimmen auf den nahen Äquator ein. Die Küstenstraße windet sich an leeren Sandstränden vorbei. Sanft wiegen die Palmen im erfrischenden Wind. Schwarzer Basalt, wo vor Urzeiten rotglühende Lava ins Meer floss und erstarrte.

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Ausgewaschene Pisten steigen vom sonnigen Strand hinauf in die Berge. Nebel wabert, es nieselt, jetzt im Herbst beginnt die Regenzeit. Bauern trotten dahin, Bananenblätter über Haupt und Schultern. Wie einst die Sklaven - zwar freie Bürger jetzt mit einem Fleckchen Land, aber immer noch an der Kette der Armut. Einziges Kapital, die Bereitschaft zum Lächeln. Die riesigen Plantagen der Schokoinseln, die Roças, verdämmern im Ruin.

Der beste Kakao der Welt

In Água Izé an der azurblauen Küste haben sich Arbeiter das Herrenhaus in enge Quartiere aufgeteilt. Ihre Kooperative röstet den Kakao in uralten Öfen mit deutschem Firmenschild. Frauen balancieren die süßen, glitschigen Bohnen in Eimern auf dem Kopf zur Waage. In den Darren von Monte Café an den Hängen des umwölkten Pico São Tomé (2024 Meter) trocknet ein erdiger Robusta.

Bis in 1000 Meter Höhe erntet Nachbar Claudio Corallo auf Roça Nova Moca seinen hochpreisigen Arabica. Die Schokolade des Florentiners aus 100 Prozent Kakao gilt international als "die beste der Welt". Zwölf Euro kosten 160 Gramm. Kaum ein Insulaner hat sie je gekostet. Zum Urquell des "Tranks der Götter" ist es nur eine gute halbe Stunde mit der alten "Do 228" übers Meer. Die Schwesterinsel Príncipe mag neun Mal kleiner sein als São Tomé, aber sie ist zehn Mal schöner. Eine verzauberte Zeitkapsel der Evolution.

Sanfte Palmenstrände, Schnorchel-Felsen und bunte Muscheln

Der Südafrikaner Mike Shuttleworth (40) hatte Geld genug, sein Auge für Schönes zu schulen. Mit einem 20-Millionen-Dollar-Ticket durfte der IT-Millionär als zweiter Weltraumtourist unseren Blauen Planeten aus den Tiefen des Alls bewundern. Wieder am Boden verliebte sich der "Mann im Mond" in die Urwelt des Urwalds und gründete die "Drachenfirma" HBD zum Erhalt der Natur und Artenvielfalt von Príncipe.

Strahlende Gesichter begrüßen in "Shuttleworths Bom Bom Island Resort". Bequeme Rundhütten an zwei sanften Palmenstränden, Schnorchel-Felsen mit bunten Muscheln und Zebrafischen, ein Steg übers Wasser zum Dinner unterm schrägen Kreuz des Südens - Luxus pur! Das Personal ist eingeschworen auf die Idee der Nachhaltigkeit. Der "Erforscher, Erfinder und Stratege" (so der Boss über sich selbst) investiert in Tourismus und Landwirtschaft, fördert Schulen, Soziales, schafft Jobs.

Fünf neue Beach Resorts geplant

João, der SUV-Fahrer im Safari-Khaki, ist sein Zeitzeuge. Auf der Roça Sundy, wo gerade eine ausgelassene Festa tobt, wurde er vor 59 Jahren geboren. Mit 14 stand er als einer von fast 1000 Bewohnern an dieser Dampfsäge, die jetzt unter einem zerfallenen Dach dahin rostet. Alles dämmert hier im Dornröschenschlaf. Die Lok der alten Feldbahn steht dort, wo sie vor Jahrzehnten ihren letzten Schnaufer tat. Ihre Schienen hat längst der Dschungel geschluckt. Noch 400 Menschen harren hier aus. Sie leben vom Land - und neuer Hoffnung: HBD plant eine musterhafte Kakaofabrik, als Kern für fünf neue Beach Resorts. Angeblich wird schon Personal geworben. João ist seit Jahren dabei, zwei seiner Kinder studieren.

Auf Roça Paciênca wird bereits eifrig gepflanzt: Kaffee, Pfeffer, Vanille. Und auch schon geerntet: Donnernd rumpelt eine Ladung bunter Kakaofrüchte auf die alte Tenne. In den engen kolonialen Wohntrakten fallen marode Mauern zugunsten bequemer Lodge-Quartiere. Jeden Backstein lässt Francisco herausklopfen, den Mörtel zu Kalk zerstampfen und als Dünger auf die Felder streuen. Recycling ist die Vorgabe des portugiesischen Bauingenieurs. Und: kein Zement! Auf einer Leine flattern Fußballtrikots. HBD sponsert die Insel-Liga.

Kilometer feinster Sand

Ein langer Dschungelpfad führt runter ans Meer. Vorbei an Urwaldriesen, die keine zehn Männer umfangen. Aus dem Grün strahlen die orangenen Blüten der Letrineira, Künderin der Regenzeit. Schmetterlinge gaukeln, Papageien kreischen. Schwer hängen Jackfruit und Brotfrucht im Geäst. Dann raschelt trockenes Palmstroh unter den Treckingsohlen. Die Praia Grande - Kilometer feinster Sand - ist (noch) menschenleer, aber voller Öl- und Kokospalmen. Ein wahres Greuel für Otto Pienaar. Der Forstwirt aus Südafrika wird sie zurückstutzen, diese Eindringlinge in die urige Drachenwelt Príncipes. Damit darunter wieder die heimische Flora sprießt. Ein Strand ohne Palmen? Keine Angst, es bleiben genug für ein Urlaubsfoto aus dem Paradies.

Weitere Informationen:

Flug: Mit TAP Portugal über Lissabon (ab MUC 3 h) nach São Tomé (+ 6 h), und mit STP Airways weiter nach Príncipe (+ 30 Min), Aktuelle Preise und Sonderangebote unter www.flytap.com.
Visum: Bei der Botschaft der Demokratischen Republik von São Tomé und Príncipe in Brüssel, Tel +32.27.348966, oder unter E-Mail secretiaria@smfst beantragen. Bearbeitung etwa sieben Arbeitstage, Preis 50 Euro.
Klima: Tropisch feucht-heiß, Regenzeit September bis Mai, Temperaturen zwischen 21° C (Juli) und 29° C (Dezember).
Gesundheit: Geringe Malariagefahr, wegen aktueller Gelbfieberimpfung Botschaft von STP fragen.
Sprache: Amtssprache Portugiesisch, drei kreolische Umgangssprachen: Santomense, Príncipenese, Angolar.
Währung: 1 Euro sind rund 25.000 Dobra. In größeren Hotels werden auch Euro und US-Dollars sowie Mastercard und Visa akzeptiert.
Lodges & Resorts: "Omali Lodge", São Tomé,DZ ab 190 Euro, www.omalilodge.com. "Bom Bom Island Resort", Príncipe, DZ mit HP ab 255 Euro, www.bombomprincipe.com. Geführte Aktivitäten. Für direkte Buchungen: tania.garcia@hbd,com.
Allgemeine Information: pura communications, Lina Leite, München, Tel 089/157913-13 www.puracom.eu.
Veranstalter: Wohnen auf Schokoplantagen und Trecking durch Dschungelparadiese bietet beispielsweise One World Reisen (16 Tage ab 3590 Euro), www.reisenmitsinnen.de.
Für Individualisten: Nilton Paquete führt unter anderem in zwei Tagen über den Pico São Tomé (2024 Meter),inkl. Flughafentransfer und Hotelbuchung, nilton1900@hotmail.com (in Englisch).

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