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Reisebericht Marokko: Strand, Schnee und Wüste in einer Woche

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Reisebericht Marokko  

Strand, Schnee und Wüste in einer Woche

25.03.2014, 11:18 Uhr | Lars Schmidt, t-online.de

Reisebericht Marokko: Strand, Schnee und Wüste in einer Woche. Wüste, Schnee und Strand - in Marokko kann man all das auf einer Reise erleben. (Quelle: Lars Schmidt)

Wüste, Schnee und Strand - in Marokko kann man all das auf einer Reise erleben. (Quelle: Lars Schmidt)

Ein Bad im Atlantik, einen Schneemann im Hohen Atlas bauen sowie eine Wanderung durch die Sahara - und all das binnen einer Woche: Marokko macht's möglich. Um den Zauber dieses Landes auf sich wirken zu lassen, sollte man sich aber mehr Zeit nehmen. Und wer wirklich Schnee sehen will, sollte das bei seinen Reiseplanungen berücksichtigen. Die Höhepunkte der Reise und weitere Informationen finden Sie in unserer Foto-Show.

Mittelmeer- und Atlantikküste, Rif- und Atlasgebirge sowie die Ausläufer der Sahara - landschaftlich hat Marokko unheimlich viel zu bieten. Dazu kommen so faszinierende Städte wie Marrakesch, Tanger und Fès. Die Rundreise beginnt in Casablanca, der größten Stadt des Landes, mit einem Besuch der Hassan-II.-Moschee.

Das 1993 fertiggestellte Bauwerk ist die drittgrößte Moschee weltweit und durch das 210 Meter hohe Minarett das höchste religiöse Bauwerk der Welt. 25.000 Menschen finden in dem Gebäude Platz - weitere 80.000 auf dem Vorplatz.. Auch Nichtmuslime dürfen das Gotteshaus betreten und sich von der beeindruckenden Größe und Architektur faszinieren lassen.

Von Casablanca nach Essaouira

Von Casablanca geht es mit dem Mietwagen gen Süden. Herrliche Strände und kleine Fischerdörfer säumen die Küstenstraße entlang des Atlantiks. Das Ziel heißt Essaouira - ein wahres Juwel unter den Städten Marokkos. Mit seinem Hafen, den Festungsmauern und den verwinkelten Gassen der Medina (Altstadt) versprüht der Ort eine ganz eigene Magie. Am besten erkundet man Essaouira von seinem quirligen Hafen aus, klettert auf die vom Meer umtoste Stadtmauer und taucht von dort in Altstadt mit ihren Souks (Märkten) ein. Unbedingt ausprobieren sollte man ein paar Häppchen an einem der Grillstände. Fisch und Meeresfrüchte werden vor den Augen der Kundschaft frisch zubereitet.

Marrakesch

Den Atlantik im Rückspiegel geht es landeinwärts nach Marrakesch. Für viele die marokkanische Metropole schlechthin. Und fürwahr. Ströme von Touristen bestimmen das Bild der Millionenstadt, deren Zentrum der Djemaa el-Fna, der Platz der Toten, ist. Früher die Hinrichtungsstätte, ist der große Platz heute das pulsierende Herz der Stadt. Schlangenbeschwörer, Henna-Tätowierer, Wasserverkäufer sowie Händler, Gaukler und Musiker aller Art bestimmen den Rhythmus. Man weiß nicht, wo man zuerst hinschauen und hingehen soll. Doch genau das ist der Plan im Zentrum Marrakeschs - keinen zu haben. Sich treiben lassen, vor knatternden Mofas und ratternden Eselskarren zurückschrecken, im Labyrinth der überdachten Souks die Orientierung verlieren, um dann erschöpft in einem Café niederzusinken und ein Getränk zu bestellen. Am besten man startet diesen Trip am frühen Abend, wenn die Dämmerung beginnt und die Betreiber der Freiluft-Restaurants auf dem Djemaa el-Fna ihre Grills anheizen. Dann wird die optische und akustische Verführung um die der Düfte noch bereichert.

Durch den Hohen Atlas

Die schneebedeckten Gipfel des Hohen Atlas sind von Marrakesch schon zu sehen. Auf der Fahrt durch das Gebirge kann man die weiße Pracht mit etwas Glück hautnah erleben. Auf den Gipfeln - darunter der Jebel Toubkal, mit 4167 Metern Nordafrikas höchste Berg - kann von Oktober bis in den Mai Schnee liegen. Die Nationalstraße 9, die sich am Tizi n’Tichka-Pass auf 2260 Meter Höhe schlängelt, ist daher im Winter nach Schneefällen oft gesperrt. Im März können jenseits der Straße an schattigen Plätzen noch Reste davon liegen. Genug für einen kleinen Schneemann.

Auf der Fahrt den Atlas hinunter lohnt ein Abstecher nach Ait Benhaddou. Die trutzige, von der Unesco geschützte Kasbah aus dem 11. Jahrhundert mit ihrem rotleuchtenden Lehmwänden diente schon in vielen Hollywood-Filmen als Kulisse. In Ouarzazate, der letzten größeren Stadt diesseits des Gebirges, hat der Reisende zwei Möglichkeiten. Weiter auf der N9 nach Südosten durch das malerische Drâa-Tal mit seinen Palmen bis nach Zagora und weiter in den Wüstenort M'Hamid kurz vor der algerischen Grenze. Oder man wählt die N10 nach Nordosten, die auch "Straße der tausend Kasbahs" genannt wird.

Täler, Schluchten, Dünen

Auf ihr, zwischen Hohem Atlas zur einen und dem Gebirge Jebel Sarhro zur anderen, zeigt sich die Landschaft überwiegend von einer außergewöhnlich schönen Kargheit. Nur wo Flüsse das Wasser aus dem Atlas Richtung Wüste transportieren, säumt ein grünes Band aus Palmen den Weg. Zwei Schluchten, die des Dadès und des Todra, faszinieren den Besucher mit spektakulären Felsformationen. So windet sich die Straße durch die enge Schlucht des Dadès in engen Haarnadelkurven. Die Todra-Schlucht dagegen markiert an ihrer schmalsten Stelle den Durchbruch zwischen zwei Felsen, die sich über einem zu berühren scheinen.

Weiter in Richtung Erfoud wird die Gegend immer zur Wüste. Kleinere Sanddünen reichen bis an die Straße heran. Kamele stehen am Straßenrand. Unbedingt empfehlenswert ist es, nach Merzouga zu fahren. Der Ort liegt direkt zu Füßen der Sanddünen des Erg Chebbi. Sie sind bis zu 150 Meter hoch und vermitteln einen atemberaubenden Eindruck von der wahren Größe der Sahara, die sich von hier aus rund 5000 Kilometer nach Osten bis zum Roten Meer erstreckt.

In die alte Königsstadt Fès

Nach Strand, Schnee und Wüste überrascht Marokko als nächstes mit einem Wald- und Seengebiet. Von den Sanddünen der Sahara immer der N13 nach Norden folgend, geht der Hohe Atlas in den Mittleren Atlas über. Und rund um die alte Berberstadt Azrou gibt es auf etwas mehr als eintausend Höhenmetern zahlreiche Seen, Wasserfälle sowie Mischwälder aus Steineichen und Zedern in denen Berberaffen leben. Von hier aus ist es nicht mehr weit zu den beiden berühmten Königsstädten Fès und Meknès.

Fès, die älteste marokkanische Königsstadt, ist bekannt für seine Medina aus dem 9. Jahrhundert und die vielen Gerbereien. In den Straßen der Medina kann man noch das Flair vergangenen Epochen spüren. Traditionelle Handwerker arbeiten noch wie vor hunderten von Jahren. Und durch die engen und verwinkelten Gassen fährt kein Auto. Die Waren werden mit Eselskarren transportiert. Wie in Marrakesch ist es auch in Fès am besten, sich einfach ins Getümmel zu stürzen und sich treiben zu lassen. So sieht man ganz automatisch die vielen Souks (Märkte), die von Lederwaren über Gemüse und Teppichen alles anbieten, was in und außerhalb der Stadt produziert wird. Und wer sich verläuft, fragt am besten einen Händler oder ein paar Kinder nach dem Weg und lässt dafür ein paar Dirham Trinkgeld springen.

Ans Mittelmeer und nach Tanger

Die letzte Etappe führt an den Ausläufern des Rif-Gebirges vorbei an die nördlichste Spitze Marokkos. Unterwegs halten wir in Chefchaouen, mit seinen blaugetünchten Häusern, bevor man in Tétouan von südspanischem Flair empfangen wird. Kein Wunder, war die Stadt doch bis 1956 in spanischem Besitz, wovon herrliche Kolonialbauten im neomaurischen Stil zeugen. Nur rund zehn Kilometer entfernt liegen direkt am Mittelmeer die beiden Örtchen Cabo Negro und M'Diq mit ihren schönen Stränden und gediegenen Ferienanlagen.

Noch europäischer als Tétouan wirkt Tanger. Die Stadt an der Straße von Gibraltar war schon immer ein Schmelztiegel der Kulturen. Von 1923 bis 1956 stand sie unter internationaler Verwaltung. Schriftsteller wie Paul Bowles, Tennessee Williams oder William S. Burroughs wirkten hier. Lange Zeit vernachlässigt, erlebt Tanger seit einigen Jahren einen wahren Boom, seitdem König Mohammed VI. die Entwicklung von Wirtschaft, Infrastruktur und Tourismus fördert. Entlang der breiten Uferpromenade bilden die Glasfassaden moderner Hochhäuser einen spannenden Kontrast zu Bauten aus der Kolonialzeit. Dahinter erstreckt sich die Medina mit ihren schmalen Gassen. Von der Terasse des Paresseux (Faulenzerterasse) hat man einen prächtigen Blick auf den Hafen und bei guter Sicht sogar bis nach Europa. Hier, vor der Kulisse grandioser Riviera-Architektur aus den 1930er Jahren, wo sich Bars und Restaurants aneinanderreihen, trifft sich die Jugend der Stadt.

Knapp 15 Kilometer von Tanger entfernt, endet unsere Reise. Am Cap Spartel, dem nordwestlichsten Punkt Afrikas, schauen wir wieder auf jenen Ozean, an dem rund 350 Kilometer weiter südlich unsere Rundfahrt begann.

Weitere Informationen:

Anreise: Flüge gibt es zum Beispiel nach Casablanca (Lufthansa, Air Maroc) oder mit Ryanair nach Marrakesch oder Fès.
Mietwagen: Am besten von Deutschland reservieren. Alle großen Autoverleiher haben an den Flughäfen in Marokko ihre Depandencen.
Beste Reisezeit: September bis November, März bis Mai
Unterkunft: In den größeren Städten empfiehlt es sich vorher zu reservieren, weil man dadurch vor Ort viel Zeit bei der Suche nach einem geeigneten Hotel spart. Wenn man sich an einem Ort spontan für eine Übernachtung entscheidet, lässt man sich in kleineren Herbergen am besten die Zimmer zeigen und kann dann den Preis verhandeln.
Essen und Trinken: Unabgekochtes Wasser (etwa im Café zum Mokka) besser meiden. Unbedingt probieren: frischen Minztee und Gerichte aus der Tajine - einem Schmorgefäß aus Lehm - in dem zum Beispiel Kartoffeln, Gemüse und Fleisch zusammen gegart werden.
Sicherheit: Marokko ist für Touristen sicher. Auf ein paar Dinge sollte man dennoch achten. Wie überall auf der Welt gilt, beim Stadtbummel keine unnötigen Wertsachen mit sich führen. Sich nicht auf Einheimische einlassen, die einem etwas aufdrängen wollen. Frauen sollten auf freizügige Kleidung verzichten und wenn sie alleine reisen bei Dunkelheit nicht ohne Begleitung unterwegs sein.

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