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Namibia: Grünes Biotop in der Wüste

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Namibia  

Grünes Biotop in der Wüste

11.12.2014, 16:25 Uhr | Oliver Gerhard, srt

Namibia: Grünes Biotop in der Wüste. Namib Naukluft Nationalpark: Wasservögel im Feuchtgebiet Sandwich Harbour. (Quelle: SRT /Oliver Gerhard)

Namib Naukluft Nationalpark: Wasservögel im Feuchtgebiet Sandwich Harbour. (Quelle: Oliver Gerhard/SRT )

In Sandwich Harbour in der Wüste Namib haben Süßwasser-Quellen eine Oase für Zugvögel geschaffen - das Ziel einer abenteuerlichen Tour im Geländewagen. Schauen Sie sich das erstaunliche Phänomen auch in unserer Foto-Show an.

Ausgefallener kann Ohrschmuck nicht sein: Eine kleine Eidechse hat ihre Zähne in das Ohrläppchen des Guides gerammt und will nicht mehr lockerlassen. "Die Sandschwimmer-Eidechse ist ein kämpferisches Wesen", sagt Nico grinsend, bevor das Wesen sich in den Sand plumpsen lässt und in den Untergrund gräbt. Das Reptil mit der "Schaufelschnauze", wie es auf Englisch genannt wird, hält sich am liebsten an der Dünenkante auf. Bei Gefahr muss es nur in die weiche Sandmasse flutschen und sich davontragen lassen. Nur mit solch bizarren Tricks können Tiere in der Wüste Namib überleben, bei Tagestemperaturen bis zu 50 Grad und frostigen Nächten.

Nico, der seit knapp fünfzehn Jahren Geländewagentouren in die Wüste führt, kennt noch mehr Tiere mit ausgefallenen Strategien, wie den Tok-Tokkie-Käfer, der mit seinem Körper Trinkwasser aus dem Nebel kondensiert. Und die "White Lady"-Spinne rollt sich bei nahenden Feinden zusammen und kugelt mit 44 Umdrehungen pro Sekunde die Düne herunter. Nicos Tour hat am frühen Morgen in Walvis Bay begonnen - auf Deutsch Walfischbucht, drittgrößte Stadt und wichtigster Hafen Namibias. Walfänger, die im 18. Jahrhundert aus Europa und sogar aus Amerika hierher segelten, gaben dem Ort seinen Namen. Später nahm Großbritannien die Bucht in Besitz. Selbst in der Zeit nach 1884, als Namibia deutsche Kolonie wurde, blieb Walvis Bay eine britische Enklave.

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In wilden Kurven durch mehr als 100 Meter hohe Dünen

Jenseits der verschlafenen Stadt erstreckt sich zunächst eine eintönige Schotterwüste. Dann endlich die erste Düne - ein Kinderspiel für den PS-starken Landrover. Oben angelangt, erblicken die Reisenden eine bunte Landschaft: In großen Becken leuchten Wasserflächen in grün und rot, blau, türkis und rosa. Hier wird Salz gewonnen, in blendend weißen Bergen liegt es am Rand der Piste. "Der Kuiseb", sagt Nico und deutet ins Nichts: weit und breit kein Fluss in Sicht. "Er fließt nur sehr selten", erklärt der Guide, "und versiegt regelmäßig in der Wüste, bevor er das Meer erreicht." Der Kuiseb bildet die Grenze zum knapp 50.000 Quadratkilometer großen Namib-Naukluft Nationalpark, der vom Diamanten-Sperrgebiet im Süden Namibias bis zur Skelettküste im Norden reicht.

Immer wieder springt Nico aus dem Auto: Einmal steckt er einen kleinen Magneten in den Sand und zieht ihn als schwarze Kugel wieder heraus - Tausende von magnetischen Quarzkristallen kleben daran. Später fischt er aus einem dornigen Gestrüpp eine kürbisartige Frucht: Die Nara ist ein wertvoller Energiespender für Mensch und Tier - und seit neuestem auch in Windhoeks Gourmetrestaurants zu genießen. In wilden Kurven geht es durch mehr als 100 Meter hohe Dünen. "Roller coaster!", Achterbahn, ruft Nico, bevor er im Höllentempo über einen Kamm fegt oder einen steilen Abhang herunterjagt. Einmal lässt er den Wagen von einer besonders steilen Düne ganz langsam herunterrollen. Von außen dringt dabei ein dröhnendes, fast donnerndes Geräusch herein, erzeugt von Milliarden von Sandkörnern, die ins Rutschen geraten sind: eine "Roaring Dune" - eine "singenden Düne".

Endstation: Sandwich Harbour, ein erstaunliches Phänomen

Nach einer weiteren adrenalingesättigten Abfahrt landet die Gruppe am Meer, wo dem Auto zum Fahren nur ein schmaler Streifen zwischen Dünen und tosendem Atlantik bleibt. Bald kommen grüne Tupfer in Sicht, wogendes Schilf und Grasmatten erstrecken sich zwischen Meer und Wüste: Sandwich Harbour, eines der erstaunlichsten Phänomene der Namib. Sickerndes Süßwasser lässt hier Pflanzen sprießen, Plankton sammelt sich zwischen den Gewächsen, Würmer und Schnecken leben im Schlick - ein üppiges Nahrungsangebot für Tausende Wasser- und Zugvögel, die hier regelmäßig Rast machen. Rosa schillernde Flamingos staken durch das Brackwasser, Pelikane kreisen und kleine Watvögel mit langen Schnäbeln picken im Sand.

Sandwich Harbour gilt als Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Für die Fahrzeuge heißt es daher "Weiterfahrt verboten". Doch das wertvolle Vogelparadies schrumpft durch Versandung, erklärt der Guide, und zeigt zwanzig Jahre alte Luftaufnahmen, auf denen die einstigen Dimensionen zu erkennen sind. Ein altes hölzernes Rangerquartier, das früher von üppigem Grün umgeben war, liegt heute wie ein gestrandetes Wrack im Wüstensand.

Weitere Informationen:
Anreise: Von der Hauptstadt Windhoek aus führen zwei Routen nach Walvis Bay. Die Anfahrt über die B2 ist eher eintönig und dauert circa vier Stunden. Die Fahrt über Pad C 28 und den Bosua-Pass ist landschaftlich spannender, dauert aber länger.
Touren: Der Veranstalter Sandwich Harbour 4x4 mit Sitz in Walvis Bay bietet eine Tagestour im Geländewagen nach Sandwich Harbour inkl. Mittagessen und Getränke für 1200 Rand (knapp 87 Euro), alternativ eine Kombi aus Auto- und Bootstour für 1600 Rand (116 Euro) sowie Kajaktouren zu Pelikanen und Seelöwen für 600 Rand (gut 43 Euro), Walvis Bay Waterfront, Box 419, Walvis Bay, Tel.00264/64/207663, www.sandwich-harbour.com
Auskunft: Namibia Tourism Board, Schillerstr. 42-44, 60313 Frankfurt, Tel. 069/1337360, www.namibia-tourism.com.


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