Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reisemagazin > Aktivurlaub >

Südtirol: Schutzhütten bieten Nestwärme am Abgrund

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Schutzhütten in Südtirol: Nestwärme im Wolkenhaus am Abgrund

06.09.2010, 17:16 Uhr | srt, t-online.de

Südtirol: Schutzhütten bieten Nestwärme am Abgrund. Die Schwarzensteinhütte in den Zillertaler Alpen liegt auf 2923 Metern. (Foto: Schwarzensteinhütte)

Die Schwarzensteinhütte in den Zillertaler Alpen liegt auf 2923 Metern. (Foto: Schwarzensteinhütte)

Wenn Bergverrückte für Bergverrückte Häuser planen, bestimmt das Adrenalin die Architektur. Atemraubende Exemplare thronen an den beeindruckendsten Stellen der Südtiroler Bergwelt. Wie die bis zu 100 Personen fassenden Schutzhütten in über 3000 Metern Höhe errichtet werden konnten, ist nur schwer vorstellbar. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Meisterwerke der alpinen Baukunst teilweise bereits bis zu 130 Jahre alt sind. Tonnenweise Baumaterial wurde mit Maultieren oder mit zuvor mühevoll errichteten Schlittenbahnen auf die Dächer Südtirols geschleppt. In den steilsten Abschnitten gelang es nur auf den Schultern der Arbeiter. Werfen Sie einen Blick auf die Schutzhütten der Südtiroler Bergwelt in unserer Foto-Show.

Was genau ist eigentlich eine Schutzhütte?

Eine Schutzhütte ist ein einfach ausgestatteter Betrieb, der in einer für den öffentlichen Verkehr nicht oder nur schlecht erschlossenen Gegend gelegen und auf die Bedürfnisse der Bergsteiger und Bergwanderer abgestellt ist. Schützhütten werden in drei Kategorien eingeteilt: Alpine Schutzhütten, Ferien- und Erholungsheime im Gebirge und Berggasthöfe.

Das höchste Schutzhaus Südtirols

Mehrere Schutzhütten Südtirols wie das Becherhaus liegen so spektakulär, dass sogar den waghalsigsten Kraxlern ein Schauder über den Rücken läuft. Errichtet am äußersten Abgrund eines Felsvorsprunges, taucht ein mit verwitterten Schindeln verkleidetes Haus auf, das sich erst nach und nach von dem schroffen Bergmassiv im Hintergrund abhebt. Das Becherhaus liegt auf der Südseite der Stubaier Alpen zwischen dem Passeier- und dem Wipptal. Der Aufstieg beginnt im Ridnauntal. Das Wolkenhaus steht in über 3195 Metern Höhe, tief in den Bergen, umgeben vom ewigen Gletschereis, fernab der Zivilisation. 118 Alpenvereinssektionen spendeten für die von der Sektion Hannover errichtete Hütte am Becher, die im Jahr 1894 eingeweiht wurde. Das "Kaiserin-Elisabeth-Schutzhaus", wie es auch genannt wird, ist das höchste Schutzhaus Südtirols und mit das höchste im östlichen Alpenraum.

Südtirols erste Schutzhütte

Südtirols erste Schutzhütte stand für ein paar Jahre (erbaut 1805) in 3457 Metern Höhe auf dem Hintergrat des Ortlers. Um auf Südtirols höchstem Berg Unterschlupf zu finden, wurden ein paar Bretter zusammengenagelt. Auf Strohsäcken wurde genächtigt. Da die primitive Hütte nach und nach verfiel, wurde siebzig Jahre später und rund 300 Höhenmeter tiefer die heute noch stehende Payer-Hütte errichtet: spektakulär am messerscharfen und sturmumbrausten Abgrund des Tabarettagrates.

Höhenwege für erfahrene Gipfelstürmer

Von der Edelrauthütte auf 2545 Metern Höhe starten Touren auf die größten Gletscher des östlichen Alpenhauptkammes - auf den Hochfeiler, den Hohen Weißzint, den Großen Möseler und andere Südtiroler Dreitausender. Und es führen am Schutzhaus einige der schönsten Höhenwege der Alpen und europäische Weitwanderwege vorbei - etwa der Pfunderer Höhenweg oder der Neves Höhenweg. Die urige Schutzhütte trotzt schon seit 1908 der gewaltigen Bergnatur der Zillertaler Alpen.

Atemberaubende Ausblicke

Die höchstgelegene Schutzhütte der Zillertaler Alpen ist die Schwarzensteinhütte auf 2923 Metern. Die Schutzhütte ist für erfahrene Bergsteiger ohne Schwierigkeiten zu erreichen, weniger Erfahrene sollten sich jedoch nur unter fachkundiger Begleitung zu dieser Tour entschließen. Die Lage der Hütte ist beeindruckend: bei schönem Wetter reicht das Auge vom Großvenediger über die Dreiherrenspitze und Rötspitze zum Hochgall, Wildgall und Schneebigen Nock; aber auch alle namhaften Dolomitengipfel vom Monte Cristallo bis zum Massiv des Schlerns belohnen das Auge des Besuchers.

Die Hütten sind pure Vorfreude aufs Etappenziel

So extravagant sie manchmal auch liegen – alle Schutzhütten verbreiten im Inneren ein "mütterliches" Flair: gemütlich und großherzig. Auch den kühnsten Bergsteigern wird ganz warm ums Herz, wenn sie ihr Etappenziel zwischen den schroffen Felsen das erste Mal ausmachen. Schritt um Schritt wächst dann die Vorfreude auf die verdiente Rast. Eine warme Stube, hausgemachte Mahlzeiten und ehrliche Neugierde der Anwesenden auf die erlebten Geschichten beim Aufstieg warten auf die Wanderer. Wie bei Muttern eben. Allerdings nicht im Häuschen am Stadtrand, sondern im Häuschen am Abgrund.

Weitere Informationen

Mit Gründung der Alpenvereine entstanden in Südtirol zwischen 1874 und 1914 die ersten Schutzhütten. Die Gästehäuser werden von dem Alpenverein Südtirol (AVS) und dem Club Alpino Italiano (CAI) geführt. Aktuell gibt es 92 bewirtschaftete Schutzhütten in Südtirol. Südtirol Marketing, Pfarrplatz 11, I-39100 Bozen, Tel. 0039/0471/999999, www.suedtirol.info

Zu den spektakulärsten Schutzhütten Südtirols zählen: Becherhaus (www.becherhaus.com), Müllerhütte (www.muellerhuette.eu), die Payer-Hütte (www.seilschaft.it/huetten%20payer.htm), die Edelrauthütte (www.edelrauthuette.it) sowie die Hütte am Schwarzenstein (www.schwarzensteinhuette.com).

Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie ein Fan von t-online.de Reisen!

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.

Kommentare

(0)
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige


Anzeige
shopping-portal