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Mit dem Fahrrad von Maloja nach Innsbruck

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Inn-Radweg  

Mit dem Fahrrad von Maloja nach Innsbruck

06.08.2009, 09:49 Uhr | A. Herb/srt, srt

Radfahren: Inn-Radweg (Foto: A.Herbst/srt)Radfahren: Inn-Radweg (Foto: A.Herbst/srt)

Dieser einzigartige Rundblick lässt niemanden kalt: Im Westen fällt das Gelände steil ab. Wie ein überdimensionales Geschenkband schlängelt sich die Passstraße hinunter ins Bergell, auf dem Weg zum Comer See. In die andere Richtung dieses viel gepriesene Hochtal auf 1800 Metern, das seit Jahr und Tag Geldadel, aber auch Dichter und Maler anlockt - das Oberengadin. Und am Ortsrand das Gewässer, das unseren Tourverlauf vorgibt. Als Gebirgsbach stürzt der noch ganz junge Inn über eine Felsflanke herab. Seine Quelle liegt oben auf 2400 Metern Höhe am Lunghinsee.

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An den Engadiner Seen entlang

Es ist Sommer, aber Höhenlage und Wind verlangen nach langer Hose und Windjacke, zumindest für die ersten Kilometer an den drei Engadiner Seen entlang: Silsersee, Silvaplanersee, St. Moritzsee. Eigentlich sind es ja vier Seen, aber den kleinen Lej de Staz zählen wir nicht mit. Ab sofort begleitet uns auch das Rätoromanische, die vierte Amtssprache der Schweiz. Das heißt, unser frühzeitiger Stopp gleich in Sils gilt der "tuorta da nusch engiadinaisa", der Engadiner Nusstorte, einer süßen Kraftspenderin.

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Wie durch eine überdimensionale Fototapete

Es geht fast eben dahin, mal auf Asphalt, mal auf festem Erdboden. Gut so, denn der Blick schweift allzu oft ab von der Fahrbahn. Radfahren wie durch eine überdimensionale Fototapete: links und rechts die mächtigen Dreitausender von Corvatsch und Corviglia, dann wieder ein tosender Wasserfall, ein wagemutiger Kitesurfer auf dem See oder ein kleines Schloss am Ufer. St. Moritz lassen wir links liegen. Schon von weitem wirkt die Silhouette wenig anziehend. Aber die schönen Alternativen sind ja reichlich, wie etwa das mittelalterliche Kirchlein San Gian auf einem kleinen frei stehenden Hügel bei Celerina.


Vorbei an Europas höchst gelegenem Flughafen

Der Inn hat nach 25 Kilometern schon eine stattliche Breite erreicht, fließt aber noch recht gemütlich dahin. Wir passieren Europas höchst gelegenen Flughafen in Samedan, hauptsächlich ein Landeplatz für die Privatjets der Promis. Kurzfristig verschmälert sich der Radweg zur Pfadspur. Zum Glück kommt gerade kein Gegenverkehr. In den Dörfern fallen die mächtig-prächtigen Engadiner Häuser auf, mit ihren kleinen, tief in die Mauer eingelassenen Fenstern und einem großen Holztor. Fenstereinfassungen, Torbögen und Hauskanten sind oft mit "Sgrafitti" verziert - Ornamente aus sogenanntem Kratzputz. Wandernde Handwerker haben im 16. Jahrhundert die Sgrafitto-Stukkateur-Technik aus Italien mitgebracht.


Treffpunkt für Fernradler aus ganz Europa

In S-chanf, dort wo das Oberengadin langsam ins Unterengadin übergeht, beenden wir die erste Etappe. Ein ruhiges, altes Dorf mit Kopfsteinpflaster, umgeben von saftigen Bergwiesen. Wer hätte da gedacht, dass sich im edel-rustikalen Hotel Scialetta Fernradler aus ganz Europa treffen. Bei S-chanf kreuzen sich nämlich einige Mountainbike-Transalp-Routen mit dem Innradweg. So hat der findige Wirt sein 300 Jahre altes Gasthaus im Sommer auf Radreisende ausgerichtet. Für Fahrräder steht ein eigener Keller mit Reparaturecke parat. Auf den Teller kommt Deftiges aus dem Engadin, wie Gerstensuppe und Buchweizennudeln, aber auch Sportlerkost, von Fisch und Pasta bis Salat.


Manchmal heißt es auch: Absteigen und schieben

Bei einer Starthöhe von rund 1800 Metern in Maloja und einer Meereshöhe von knapp über 600 Meter im Inntal bei Innsbruck, mag mancher denken, auf dem Innradweg gehe es vor allem gemütlich bergab. Doch dem ist nicht so. Hinter S-chanf wird's spannend. Von der Hochebene gräbt sich der Fluss tiefer und tiefer. Wir rollen vorbei an reißenden Gebirgsbächen, die steil zum Inn hinunter stürzen. Die Sand- und Schotterstrecke führt über schmale Brücken, durch holprige, ausgewaschene Furten. Ab und zu heißt es auch: Absteigen und schieben. Tief unten gemauerte Viadukte, über die die knallroten Waggons der Rhätischen Bahn rattern.


Zu Gast im lebenden Museum

Hinter Lavin wartet der Inn-Radweg mit einer Bergprüfung: Ein Feldweg zieht sich fünf Kilometer durch saftige Wiesen hinauf nach Guarda auf eine aussichtsreiche Sonnenterrasse. Kein Wunder, dass die Bergler bei dem Ausblick ihr Dorf "Guarda" getauft haben, was soviel bedeutet wie "Schau!". Guarda und Ardez, wenige Kilometer weiter am Berg gelegen, zählen zu den best erhaltenen Dörfern im Unterengadin - fast schon wie lebende Museen. Man erwartet jede Minute, dass gleich Heidi und Geißenpeter um die Ecke biegen.


Eine Pause am Brunnen

In Ftan endet der Bergausflug. In unzähligen Serpentinen rollen wir auf einem Asphaltsträßchen sechs Kilometer ins Tal Richtung Scuol. Ständig im Blick das Schloss Tarasp, das majestätische Wahrzeichen des Unterengadins. Im beliebten Kur- und Wintersportort Scuol hat sich leider schon etwas die moderne Einheitsarchitektur breit gemacht - zumindest im neueren Ortsteil. Im alten Dorfkern ist die optische Idylle noch in Takt und lädt zur Pause am Brunnen ein. Dort plätschert das gesunde Scuoler Mineralwasser heraus. Kein Wunder, dass hier nicht nur die Radler ihre Wasserflaschen füllen.


Imposante Alpenkulisse

Auf dem Weg nach Tirol wird's bis Strada noch mal anstrengend: eine verwegene Rüttelstrecke, zum Teil ganz nah am Fluss, mit ein paar giftigen Anstiegen und gefährlich bröseligen Abfahrten. Wie zur Belohnung entpuppt sich der Innradweg auf Tiroler Seite als pure Genussradelstrecke. Gemütlich rollen wir auf einem vorzüglichem Asphaltband durch ein breites Bergtal und durch sympathische Dörfer, wie das mittelalterliche Pfunds oder das lebendige Ried und genießen beim angenehmen Traumtour-Treten die imposante Alpenkulisse.

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Weitere Informationen
Graubünden Ferien, Alexanderstr. 24, CH-7001 Chur, Tel. 0041-81/2542424, Fax 2542400, www.graubuenden.ch, www.engadin.ch;
Tirol Werbung, Maria-Theresienstr. 55, A-6010 Innsbruck, Telefon: 0043-512/7272, Fax 72727, www.tirol.at.
Inn-Radweg Charakter: Die 230 Kilometer des ersten Abschnittes des Inn-Radweges vom Malojapass nach Innsbruck empfehlen sich dem erfahreneren Tourenradler. Einige Wegabschnitte sind recht sandig und holprig und warten mit Steigungen und Steilabfahrten auf. Ein stabiles Tourenrad mit genügend Schaltreserven bringt hier entscheidende Vorteile. Die Strecke ist gut ausgeschildert. Wer unterwegs auch etwas besichtigen möchte, plant vier bis fünf Tage ein. Für Kinder ist die Tour erst ab ca. zwölf Jahren geeignet. Achtung: Das Wetter kann hoch in den Bergen selbst im Sommer schnell von Sonnenschein zu starkem Wind und sogar Schneefall umschlagen. Daher unbedingt warme Kleidung, Handschuhe sowie Wind- und Regenschutz mitnehmen.
Beste Reisezeit: Anfang Juni bis Mitte September.
Veranstalter: Landecker Verkehrsbetriebe, Tel. 0043-5442/63424, www.lvb.at/Radreisen. Fünf Tage individuelle Radreise von Maloja nach Innsbruck kosten mit ÜF im Drei-Sterne-Hotel, Gepäcktransport, Transfer etc. ab 400 Euro.
Karten/Literatur: bikeline "Inn-Radweg 1 - Von der Quelle nach Innsbruck", Radtourenbuch und Karte 1:75.000, 60 S., 9,40 Euro. Kompass Radwanderkarte 148 Inn-Radweg Maloja-Passau, 1:125.000, 4,95 Euro

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