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Wanderrallye-Reportage  

Grüne Pause

27.07.2009, 12:29 Uhr | Michael Portmann, t-online.de

Gänseblümchen auf der Alm. Im Vogtland besteht die Landschaft zum großen Teil aus Wiesen. (Foto: M. Portmann)Gänseblümchen auf der Alm. Im Vogtland besteht die Landschaft zum großen Teil aus Wiesen. (Foto: M. Portmann)

Ich sitze im Zug Richtung Baiersbronn im Schwarzwald. Düsseldorf habe ich gerade hinter mir gelassen. Baiersbronn wird die erste von fünf Regionen sein, in denen ich mit sieben weiteren Wanderfreaks für die nächsten 16 Tage unterwegs sein werde. Ich bin sehr gespannt was mich erwartet und wer die anderen Leute wohl sein werden. Acht Wanderfreaks durch fünf Regionen. Baiersbronn, Luxemburgische Schweiz, Winterberg, das Vogtland und die Sächsische Schweiz. Die letzte Stunde im Zug teile ich schon mit Renate und Edeltraud, die an der Südroute teilnehmen werden. Ich werde die Nordroute laufen. In Baiersbronn angekommen, ist der Empfang sehr herzlich, alle Teilnehmer sind gut drauf und strahlen. Ich hoffe, dass die Sonne das in den nächsten Tagen auch machen wird.


Wanted Michelin Sterne

5-Gänge-Menü im Zuberbad

Der Tourismusverband und andere Organisatoren laden zu einem Fototermin und einer kleinen Stadtführung durch Baiersbronn. Diese Region im Schwarzwald ist berühmt für ihre kulinarischen Köstlichkeiten. Der Ort besitzt neben seinen vielen Gourmet-Restaurants sieben Michelin-Sterne als Auszeichnung. Das Programm wurde mit einer interessanten Führung durch die Schokoladenmanufaktur abgerundet. Müde, aber sehr zufrieden, erreichen wir unsere erste Unterkunft, das Hotel "Lamm". Dort erwartet uns das "Zuberbad". Nach einem schweißtreibenden, aber entspannenden Saunagang in einer Blockhütte, steigen wir nur mit einer Leinenhose bekleidet in eine große Holzwanne, die mit nach Kiefer duftendem warmen Wasser gefüllt ist. Ich teile mir die Wanne mit Thomas, dem Größten aus unserer Wandergruppe. Zu dem Bad wird ein tolles 5-Gänge Menü serviert. Zwischen den einzelnen Gängen verwöhnen wir unsere Haut mit Peelings.

Bannwaldtour im Schwarzwald

Entspannt vom gestrigen Abend und gestärkt von dem reichhaltigen Frühstück, geht es am nächsten Morgen weiter mit unserer Wanderführerin Anja auf schmalen und steilen Pfaden zur urwaldähnlichen Bannwaldtour durch den Schwarzwald. Durch dunkle Wälder und vorbei an wilden Seen. Die Ausblicke sind gigantisch. Nach einer Pause und einer stärkenden Gulaschsuppe, erkunden wir mit einem Ranger den sogenannten "Lotharpfad". Der schmale Weg führt über Stege, Treppen und Leitern aus Holz mitten in ein ehemaliges Stück Wald, das noch einen Eindruck von dem Orkanausläufer "Lothar" vermittelt.

Unterwegs in der Region Müllerthal

Der Tag neigt sich dem Ende und wir kehren im "Seidtenhof" ein, einer Bauerngasstätte, die sich auf regionale Küche spezialisiert hat. Den letzten Abend in Baiersbronn verbringen wir bei gutem Wein und viel Spaß im Restaurant des 5-Sterne-Hotels Bareiss. Obwohl wir uns gerade mal drei Tage kennen, ist die Stimmung locker und heiter. Drei eindrucksvolle Tage sind vorbei und es geht weiter zur nächsten Etappe: die Region Müllerthal, die kleine Luxemburger Schweiz. Dort empfängt uns Susanne vom Tourismusverband. Im historischen Rathaus des malerischen Ortes Echternach werden wir von einer Delegation der Stadt und des Tourismusverbandes begrüßt. Nach einem kleinen Smalltalk können wir unser Hotel beziehen. Unsere nächsten zwei Tage sind landschaftlich und geschichtlich sehr geprägt. Das kleine Land Luxemburg hat mehr zu bieten als ich dachte. Wir unternehmen eine geführte Wanderung auf dem Müllerthal Trail durch die Felsenwelt "Adventure Kohlscheuer". Vorbei an Wäldern mit einer gigantischen Felsenstruktur, die dem Landstück einen einzigartigen Charakter verleiht. Der Weg führt uns über alte Eisenbahnschwellen, die als Stufen dienen. Berg rauf, Berg runter, mit einer Kerze ausgestattet durch höhlenartige Felsspalten, die gerade mal schulterbreit sind. Über Felder und durch kleine Ortschaften. Unser nächster Programmpunkt ist die Heringer Mühle. Dort haben wir eine Führung mit dem witzigen und geschichtlich versierten Müller "Robi". Anschließend ist die alte Burgruine Schloss Beaufort an der Reihe. Luxemburg mit seinen Einwohnern hinterlässt ein herzliches Bild. Die Region Müllerthal ist ein pures Wandervergnügen.

Auf den "kahlen Asten" im Sauerland

Die Gedanken weilen noch in Luxemburg als wir mit dem Bus unser nächstes Ziel ansteuern: Winterberg im Sauerland. Nach einer heiteren Busfahrt erreichen wir unser Ziel, das Hotel Hapimag, das überwiegend von der Skisaison lebt. Unsere Wandertour startet vom kleinen Ort Züschen und führt uns auf den zweithöchsten Berg im Sauerland, den "kahlen Asten" auf 841 m. Um auf alle Wetterlagen vorbereitet zu sein oder um neues Wanderequipment auszuprobieren, machen wir einen Abstecher in ein Testcenter, das in allen Regionen ansässig ist. Hier kann man sich mit Regenjacken, Rucksäcken und allem, was das Wanderherz begehrt, bestücken und diese ausgiebig testen. Mit Kalle, unserem Wanderführer, geht es über Wiesen, die im Winter schneebedeckt sind, durch meterhohe Brennnesseln. Bei einigen kahlen Stellen mitten in der Landschaft kann man nur erahnen wie stark der Sturm Kyrill gewütet haben muss. Für diejenigen, die wie ich wegen Rückenproblemen oder anderen Leiden einen "Regenerationstag" einlegen wollen, bietet das Hotel Hapimag einen empfehlenswerten Wellness- und Spa-Bereich. Mit einem Schwimmbad, Außenwhirlpool mit Blick in die Natur, einer Saunalandschaft und tollen Massageangeboten kann man es sich hier richtig gut gehen lassen. Auch unsere Zimmer bzw. Apartments - die wir kaum nutzen - sind sehr familientauglich. Eine Küche und ein großes Wohnzimmer laden zum Verweilen bei regnerischen Tagen ein.

Blick von der Skisprungchance

Eine Woche ist schnell vorbei und so geht es auch schon wieder weiter mit unserer Tour. Unser sympathischer Busfahrer Jürgen fährt uns in den Osten von Deutschland: ins Vogtland, in die Nähe von Plauen, nach Schöneck. Bei Ankunft erwartet uns ein pyramidenähnliches Gebäude, das für die nächsten Tage unsere Bleibe sein wird. Das Hotel "IFA-Ferienpark" bietet eine Schwimmbadlandschaft, Tagungsräume, Spielräume wie eine Bowlingbahn, ein großes Restaurant mit reichhaltigem Büffet von Kalt bis Warm, von Vegetarisch bis Mediterran. Das Restaurant bietet einen einzigartigen Ausblick. Im Vergleich zu den anderen Regionen, besteht die Landschaft neben Wäldern überwiegend aus Wiesen und Feldern. Viele kleine Dörfer in den Tälern geben der Region etwas Besonderes. Ein Highlight ist der Besuch der Skisprunglegende Matthias Deckert. Wir bekommen eine exklusive Führung durch die Vogtlandarena und dürfen einen Blick von der Skisprungschanze wagen. Anschließend geht es weiter durch Wälder und Wiesen über den Höhensteig bis zu dem kleinen Ort Klingenthal, der als traditionsreiche Musikstadt gilt. Hier besuchen wir die Schaumanufaktur für Akkordeonbau. Unser Abschlussabend wird mit einer Überraschung von Kunst und Kultur des Tourismusverbandes gekrönt. Wir erleben das Musical Evita als Open-Air-Aufführung in Plauen – "...don’t cry for me Argentina..."

Danke an die Wettergötter

Das Wetter hat trotz schlechter Vorhersage immer mitgespielt. Ein Dankeschön an die Wettergötter! Wir treten unsere letzte Fahrt in die sächsische Schweiz an. Vorher machen wir noch einen Abstecher zur Göltzschtalbrücke, einem faszinierenden Bauwerk aus Ziegelsteinen, das 1851 die höchste Eisenbahnbrücke der Welt war. In Bad Schandau verbringen wir die letzten Tage in dem 5-Sterne-Hotel Elb Residenz. An dieser Stelle möchte ich sagen, dass wir uns das auch reichlich verdient haben! Ein Hotel der Extraklasse, moderne und gemütliche Zimmer, einem Spa- und Wellness-Bereich mit Dachterrasse und einem reichhaltigen Frühstücksbüffet. Bei diesem Anblick an Köstlichkeiten läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Am nächsten Morgen haben wir noch einen Fototermin mit der lokalen Presse. Bei leicht bewölktem Himmel fahren wir mit Yvonne und René vom Tourismusverband mit dem 100jährigen historischen Personenaufzug hinauf nach Ostrau. Der historische Personenaufzug ist eine 50 Meter hohe, freistehende Eisenkonstruktion. Weiter bergauf beschreiten wir den "Malerweg". Den Namen erhielt der Weg durch die prägnanten Felsformationen, die Malern wie Casper-David-Friedrich als Vorlage dienten. Nach einem großartigen und reichhaltigen Picknick bei Sonnenschein, erklimmen wir schweißtreibend über Steigleitern die bekannten Schrammsteine. Eine tolle Aussicht! Von Weitem sehen wir ein Gewitter aufziehen und machen uns schnell zum Abstieg bereit. Es regnet wie aus Kübeln. Durchnässte Socken und Schuhe lassen mich nur noch an eins denken: die Fußmassage am nächsten Tag.

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