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Ausprobiert: Campingurlaub mit Kindern

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Ausprobiert: Das erste Mal auf dem Campingplatz

03.04.2012, 12:58 Uhr | Rainer Krause, srt

Ausprobiert: Campingurlaub mit Kindern. Campingurlaub mit Kindern. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Auf Luxus muss man im Campingurlaub weitgehend verzichten - Kinder stört das in der Regel kaum. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Campingurlaub mit Kind und Kegel? Viel zu umständlich und mit Kindern erst recht zu stressig! Wirklich? Eine Familie hat es ausprobiert. Eine Woche ging es zum Zelten in die Toskana. Erfahren Sie hier, was sie dort zusammen erlebt haben und ob sie nochmal zum Camping fahren würden.

Erster Eindruck auf dem Campingplatz

Jetzt ist es doch passiert: Wir haben uns verlaufen. Und uns damit wohl als Campingneulinge geoutet. Die "Schnecke" wurde uns zum Verhängnis, ein Labyrinth aus gut 200 "mobile homes", das wiederum von kleineren Schnecken umgeben ist. Gleich darauf die Erleichterung: Wir sind nicht die einzigen Verirrten. Zwei Jugendlichen geht es wie uns. Mit dem Lageplan in der Hand können wir ihnen helfen.

Am Wohnwagen angekommen

Rund acht Stunden sind wir unterwegs gewesen. Über die Alpen und den Apennin, vorbei an Florenz und den aus der Ferne grüßenden Türmen von San Gimignano bis an die toskanische Küste nach San Vicenzo, das - grob gesagt - zwischen Livorno und Grosseto liegt. Und jetzt stehen wir vor "unserem" Mobilheim Waikiki mit der Nummer 26 auf dem "Camping Village Park Albatros": eine große Holzterrasse und dahinter beige-braun ein Häuschen aus Aluminium, darüber breiten riesige Pinien ihren schattigen Schirm aus. Die Kinder stürmen gleich hinein und teilen ihre Schlafkammern auf. Der Kommentar ihrer Mutter ist angesichts der engen Räume und der schmucklos-praktischen Einrichtung nur: "Na ja." Und, na ja, nachdem eine Stunde später immer noch nicht ausgepacktes Gepäck auf der Terrasse liegt, kann ich sie verstehen.

Ob am Pool...

Viel Zeit zum Nachdenken darüber bleibt aber nicht. Die Kinder wollen zu den Pools. Drei flache, mit weicher Folie ausgelegte Pools mit Hügeln, Höhlen und breiten Rutschen, zwei tiefe Schwimmbecken, Restaurant Bar und Showbühne: Das ist der Bereich "Laguna". Riesig groß, aber wahrscheinlich im August trotzdem proppenvoll bei geschätzt mehr als 1000 Unterkünften auf dem Campingplatz. Jetzt im Juli geht es noch. Direkt am Poolrand erholen wir uns auf der Liege von der Fahrt, der schläfrige Blick behält die Kinder im Auge, die rutschen, plantschen und im Wasser tollen.

...oder am Meer: Kinder lieben Wasser

Heute geht's ans Meer. Nur knapp einen Kilometer sind es bis dorthin. Den langen Sandstrand säumt der "Parco Costiero di Rimigliano", ein Naturpark mit hochstämmigen Schirmpinien und bewachsenen Dünen. Im Süden schiebt sich die Halbinsel von Piombino ins Meer, im Dunst erheben sich aus dem Wasser die Umrisse der Insel Elba. Es ist wirklich ein toller Strand, fast schon gepflegt für einen "wilden" Küstenstreifen. Sogar Toiletten und Duschen gibt es. Erst in der Dämmerung machen wir uns auf den Rückweg - den wir dann in Rekordzeit schaffen. Ökologisch einwandfrei sind wir zu Fuß gekommen, und nun treiben uns Schwärme von Mücken zum Galopplauf. Das nächste Mal machen wir es wie alle, schwöre ich mir, und nehmen das Auto.

Routine im Campingdorf

Wir sind jetzt wirklich angekommen. Kein Gepäck steht mehr auf der Terrasse, alles ist so verstaut, dass man es auch findet. Auf der Terrasse hängt die Wäsche, die in den großen Trommeln im Waschraum an der "Piazza Italia" in 40 Minuten fertig ist. Wie selbstverständlich ziehen die Kinder morgens im Supermarkt die Nummer an der stark umlagerten Ausgabe der Bäckerei. Zum Abendessen drängt es uns nicht in den nächsten Ort, Preise und Qualität sind auch im Grillrestaurant, der Pizzeria oder am Take-Away in Ordnung. Und längst ist der Tippelschritt im schmalen Gang zwischen Wand und Doppelbett zur Routine geworden.

Entspannung vom Alltag

So schlecht ist Camping gar nicht, sinniere ich unter der warmen Dusche, bevor ich mich mit einem kalten Bier auf die Terrasse setze. Die Kinder sind noch unterwegs, haben längst Bekanntschaft mit Nachbarkindern geschlossen. Es herrscht eine geschäftige Ruhe. Die Nachbarin hängt Wäsche auf, weit hinten sitzt der rotgesichtige Niederländer wie jeden Tag vor seiner Wasserpfeife. Gegenüber wird der Sand aus dem Haus gekehrt. Samtweich ist jetzt in der "blauen Stunde" das Licht. Und mit meiner Frau unterhalte ich mich schon seit einer halben Stunde ungestört.

Auch Kultur kommt nicht zu kurz

Strandpause, Ausflugstag. Nur knapp eine Stunde Fahrt ist es nach Pisa. Dummerweise haben wir den Einkaufsbummel durch die quirlige Fußgängerzone vor den Besuch des schiefen Turms gelegt. Jetzt sind alle Termine zur Turmbesteigung schon ausgebucht. Dafür fotografieren wir uns umso ausgiebiger in allen Variationen als Turmhalter - wie Tausende um uns herum. Die zehn Euro Eintritt auch für Kinder ab zehn Jahren für Dom, Baptisterium und Museum sparen wir uns, die finden so etwas sowieso nur ätzend. Cool im doppelten Sinn ist da natürlich die Eisdiele in der Innenstadt.

Das erste, aber bestimmt nicht das letzte Mal

Abreisetag. Was alles in dem anfangs so engen Mobilheim Platz hatte! Die Kinder gehen mit den Nachbarn zum Pool. Wir putzen inzwischen Badezimmer und Toilette, wischen den Kühlschrank aus und den Boden sauber. O.K., alles klar zur Kontrolle. Vorne, an der Zone für die Campingreiseveranstalter, stehen die Menschen Schlange an den rund zwei Dutzend Rezeptionshäuschen. In der Hand den Freigabezettel, der erst nach peniblem Check ausgestellt wird. Ohne ihn gibt es die Kaution nicht zurück. Ein bisschen Wehmut schwingt schon mit, als wir ins Auto steigen, selbst bei meiner Frau. Aus der ehemaligen Camping-Gegnerin ist nach einer Woche zwar keine glühende Verfechterin dieser Urlaubsart geworden - aber nächsten Sommer könnten wir das schon noch einmal probieren.

Weitere Informationen:

Reiseveranstalter für Camping-Urlaub gibt es im Dutzend. Zu den großen Anbietern zählt Vacansoleil, der vorinstallierte Zelte und Mobilheime in unterschiedlichen Größen im Programm hat. Das größte Mobilheim Waikiki hat drei Schlafräume mit je zwei Betten, Dusch-/Waschraum, getrennte Toilette und eine ausreichend große Wohnküche. Pro Tag kostet Waikiki an der Toskanischen Küste von 55 Euro im April bis 153 Euro in Juli/August. Zusatzkosten fallen nur für die Nutzung der Klimaanlage an.

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