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Kanutour durch die Uckermark

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Die Uckermark für Kanu- und Naturfreunde

06.12.2012, 10:44 Uhr | Egmont Strigl, srt

Deutschlands flächenmäßig größter und am dünnsten besiedelter Landkreis, das ist die Uckermark. Am schönsten lässt sich die naturbelassene und fast gänzlich unberührte Region mit dem Kanu erkunden. Mit Recht sind die Uckermärker stolz auf ihre Landschaft, verfügen sie doch über den Nationalpark Unteres Odertal, einen Teil des Biosphärenreservats Schorfheide sowie zahlreiche Naturschutzgebiete und Naturparks, die aus dieser Region rund 80 Kilometer nordöstlich von Berlin ein Highlight für aktive Naturliebhaber machen. Einen Eindruck der Naturschauspiele, die Sie auf einer Kanutour durch die Uckermark erwarten, erhalten Sie in unserer Foto-Show.

Mit dem Kanu auf Entdeckungsreise

"Mein Gott, haben wir ein Glück", flüstert Marcus und deutet auf den riesigen Seeadler, der ohne erkennbaren Flügelschlag über die alten Kiefern am Ufer des Großen Küstrinsees segelt. Mit mehr als zwei Metern Spannweite ist er der größte Greifvogel, das Wappentier der Bundesrepublik Deutschland und ein Symbol für die Unberührtheit der Uckermark. Ein Stück Heimat, dessen Naturschätze ebenso unbekannt wie reich sind. Bevorzugt bewegen die sich zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Kanu auf Entdeckungsreise, um einige längst verloren geglaubte Wildnislandschaft Deutschlands zu erleben.

Uckermarks Wasserwege

Auch wir sind mit dem Kanu unterwegs, schauen dem Adler lange nach, bevor wir die Paddel leise ins Wasser setzen, um im weichen Licht des Herbstmorgens unsere Kanutour fortzusetzen. Bei 230 Seen, 150 Kilometern unterschiedlichster Wasserwege und Verbindungen zur Mecklenburgischen und Rheinsberger Seenplatte ist ein Kanu das ideale Fortbewegungsmittel für die Uckermark - leise genug, um den Überraschungen der Natur nachzuspüren und den Gedanken Raum zu geben, aber auch ein gutes Trainingsgerät, um die Großstadtmuskeln wieder in Schwung zu bringen.

Naturformen der letzten 150.000 Jahre

Biberburgen und uralte Buchenwälder, Graureiher und Fischadler, Pilze und Beeren ziehen am Ufer vorbei. So manches Mal zwingen sie uns zu Pausen. Gletscher waren es, die das Landschaftsbild der Uckermark vor 15000 Jahren formten und eine Vielfalt hinterließen, die sich in an Halbwüsten erinnernden Sandflächen, in Endmoränen mit tiefen Rinnenseen, Toteiskesseln und Mooren, sumpfigen Seen wie dem Ober- und Unterruckersee, aber auch in klaren Waldseen und in Bächen und Flüssen offenbart.

Im Kanu über die Obere Havel

Ein Fluss der Uckermark ist auch die Obere Havel, die sich als wenig befahrene Wasserstraße zu interessanten Rundtouren eignet. Über sie verbinden wir auf unserer Kanutour die Lychener-Feldberger Seen mit dem Templiner Seenkreuz, nächtigen auf Biwakplätzen nur für Bootfahrer, erkunden Schleusenanlagen aus Kaiser Wilhelms Zeiten und lassen uns auf Sandflächen von der Sonne den Bauch bescheinen.

Malerische Dörfer und romantische Plätze

Zwischendurch landen wir immer wieder in kleinen Dörfern, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Nur die über die Bäume ragenden Kirchtürme sind Anzeichen der Zivilisation in dieser ansonsten so menschenleer erscheinenden Landschaft. Gedrungen und wuchtig überragen sie die alten Weiler, meist aus Gletscherfindlingen oder Backstein aufgemauert. Ein schönes Beispiel ist das Kirchlein in Alt-Placht, das von jahrhundertealten Linden umstanden ganz einsam am Waldrand liegt. Ein perfekter Platz ist das, um sich mit einem Buch auf eine Bank zu setzen oder einfach die wunderbaren Herbststimmungen wirken zu lassen.

Nudel nicht gleich Nudel

Die ursprüngliche Natur hat wohl auch die kantigen, wortkargen Charaktere geschaffen, jene immer wieder anzutreffende uckermärker Urgesteine, die im Gespräch nur langsam auftauen, sich dann aber von ihrer liebenswürdigsten Seite zeigen. Vielleicht spielt darin auch noch ein Hauch französischen Temperaments mit, stammen doch viele Uckermärker von den Hugenotten ab, die sich nach ihrer Vertreibung aus Frankreich im 17. Jahrhundert hier ansiedelten und für die Spezialität der Gegend verantwortlich sind: die Nudel. Nein, keine Pasta, sondern die gemeine Kartoffel (französisch nouelle, die Knolle), das lokale Leib- und Magengericht der Uckermärker. Über ihre Namensgebung hat sich übrigens schon der Schriftsteller Hans Fallada, einst wohnhaft direkt an der Uckermärker Grenze zu Mecklenburg, köstlich amüsiert.

Kultur- und Naturschönheiten in der Uckermark

Auch die Dörfer der Uckermark sind überaus reizvoll. Klein und beschaulich liegen sie eingebettet in der eiszeitlichen Landschaft und sind gemütliche Ausgangspunkte für Radtouren ins stille Umland. Lychen etwa ist von sieben Gewässern umgeben, Templin gefällt durch seine mächtige Stadtmauer, in Prenzlau reihen sich beeindruckende Bauten der Backsteingotik, während in Angermünde besonders die Fachwerkhäuser der Altstadt ins Auge fallen.

Wildnis erleben mit dem Kanu

Seit der Wiedervereinigung ist auch in der Uckermark viel passiert, das Umland aber strahlt noch immer die Ruhe und Stille des vergangenen Jahrhunderts aus. Besonders augenfällig wird dies an der Oder, dem breiten Grenzstrom zu Polen, der längst nicht mehr teilt sondern vielmehr verbindet. Im Naturschutz etwa, der eine der letzten Urstromlandschaften Mitteleuropas unter seine Fittiche genommen hat. Auf deutscher Seite ist es der Nationalpark Untere Oder, auf polnischer eine ganze Reihe von Naturschutzgebieten, die gemeinsam ein wunderbares Ziel für Menschen sind, die ein letzten Stück Wildnis mitten in Europa erleben wollen.

Auch die Oder fließt durch Uckermark

Auf der Oder sind wir wieder mit dem Kanu unterwegs, denn so lässt sich diese Landschaft aus Poldern, Altarmen, Schilfmeeren und urwaldartigen Wäldern am intensivsten erleben. Das stille Gleiten durch zarte Herbstfarben, das leise Rauschen des Schilfs im Wind, die Rufe der Wasservögel, die sich zu ihrem langen Flug nach Süden sammeln - all das macht den Zauber dieser Gegend aus. Auf der Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße und der Westoder nehmen wir die Strecke von Criewen bis Gartz unter den Kiel, der man auch mit dem Fahrrad durch den Nationalpark folgen kann, um Seeadler, Biber und Fischotter zu beobachten oder einfach nur um die mit den Jahreszeiten wechselnden Polderlandschaften zu erleben.

Deutschlands ursprünglichste Seite

Auch kulturell lässt sich in der Uckermark so manche Entdeckung machen. Zu den Höhepunkten gehören der schöne Lenné-Garten und das Nationalparkzentrum in Criewen, die Fachwerkhäuser von Schwedt und das Tabakanbaugebiet Vierraden mitsamt seinen alten Backsteinspeichern. Hinzu kommen, und das trifft für die gesamte Uckermark zu, all die stimmungsvollen Aussichten, die interessanten Begegnungen und natürlich die traumhaften Alleen. Gewaltige Eichen, Buchen, Kastanien, Linden und Robinien entfalten im Herbst ihre herrlichste Laubfärbung. Und zusammen mit den Seen und Wälder formt sich das Bild einer in sich selbst ruhenden Region, in der man Deutschland noch von seiner natürlichsten und ursprünglichsten Seite erleben kann.

Weitere Informationen:

Kanuverleih: Treibholz - Kanu, Floß und Herberge, Oberpfuhlstraße 3a, 17279 Lychen, Tel. 039888/43377, E-Mail: mail@treibholz.com, Internet: www.treibholz.com, Fahrrad & Touristikcenter Bodo Butzke, Kietz 11, 16303 Schwedt, Tel. 03332/839500, E-Mail: info@kanubutzke.de, www.kanubutzke.de

Weitere Auskünfte: Tourismusverband Uckermark, Grabowstraße 6, 17291 Prenzlau, Tel. 03984/835884, E-Mail: info@tourismus-uckermark.de, www.tourismus-uckermark.de und www.nationalpark-unteres-odertal.de

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