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Guadeloupe: Reisen in die Karibik für Aktivurlauber

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Guadeloupe: Ein Heidenspaß für Aktivurlauber

31.01.2012, 16:41 Uhr | Christian Boergen, srt

Ob Wandern am Vulkankrater oder Canyoning im Dschungel: Guadeloupe lädt ein zum Aktivurlaub. Besonders geeignet für eine sportliche Auszeit ist die Insel Basse-Terre, das Naturparadies des französischen Übersee-Departements. Rund um den Vulkan Soufrière beherrschen Regenwald und Wasserfälle die Insel mit dem größten Nationalpark der Karibik. Erleben Sie die Gouadeloupe-Insel-Abenteuer in unserer Foto-Show und im folgenden Erfahrungsbericht.

Seit 2004 ein Erdbeben mit Stärke 6,3 auf der Richterskala die Straße zum "Schwefelgruben"-Vulkan verschüttet hat, besteigen pro Jahr nur noch 100.000 Wanderer den mit 1467 Metern höchsten Berg der Kleinen Antillen. Vorher waren es viermal so viele. Bergführer Sébastian, ein begeisterter Mountainbiker, parkt das Auto daher in 950 Metern Höhe bei den Bains Jaunes. Vorbei am Thermalpool, wandern wir unter an den Hang geduckten Baumfarnen. So schützen sie sich gegen den hier oft mit 50 Stundenkilometern pfeifenden Wind. Der so genannte Königsweg führt in einer halben Stunde zur Maultiersavanne auf 1142 Metern. Sie markiert die Baumgrenze. Auf dem Asphalt des ehemaligen Parkplatzes herrscht gähnende Leere. Umso schöner ist der Blick auf den Soufrière. Hurrikan Ophelia hat die Wolken vom Vulkankrater weggeblasen.

Pionierpflanzen, Pseudo-Kräuter und Ananasblüten

Sébastian weist auf eine "Bergerdbeere", die ihren europäischen Verwandten ähnlich und essbar ist, aber nicht ganz so gut schmeckt. Sie bleibt unberührt, denn im Nationalpark ist sie ohnehin geschützt. Wegen des guten Wetters fällt die Entscheidung auf den weniger frequentierten, steinigen Wissenschaftlerweg, der sonst oft rutschig ist. Von hier sind die zu Guadeloupe gehörenden Les-Saintes-Inseln gut zu sehen, als Schatten am Horizont sogar Dominica. Sébastian entdeckt immer wieder Neues. Bergminze und Bergthymian sehen aus wie die gleichnamigen Kräuter. Geschmack- und geruchlos, sind sie mit diesen jedoch keineswegs verwandt. Weiter oben wachsen Lycopoden, 250 Millionen Jahre alte Pionierpflanzen aus der Bärlappfamilie. Optisch ausgestochen werden sie von prächtigen roten, mit Ananas verwandten Blüten unterhalb des Kraters.

Dampferuption mit Schwefelgestank

Leider nur auf französisch erläutert die Comicfigur des Tierarztes Tarissan auf Schildern entlang des Weges alle Sehenswürdigkeiten. Der Veterinär wurde im 19. Jahrhundert zur Legende, als er in den Schlund des Vulkans stürzte. Der Schwefelgestank hier oben erregt Übelkeit. Sébastian zeigt, wo er herkommt. Die Spalte von 1836 ist 15 bis 20 Meter tief, eine andere stammt von 1956. Bei der Dampferuption von 1976 wurden alle Inselbewohner nach Grande-Terre evakuiert, was Werner Herzog zu einem Film inspirierte. Seit 1989 überwacht ein Beobachtungszentrum auf dem Houëlmont den Grundwasservulkan.

Thermalbad nach den Schwefeldämpfen

Einige Energieriegel später erreichen wir die beiden Schlünde des Südkraters Tarissan und Dupuy, benannt nach zwei Opfern des Vulkans. "Kopf des Satans" heißt passend der Felsen am Zugang. Voller Salz- und Schwefelsäure, Kohlenmonoxid und -dioxid, haben 96 Grad heiße Dämpfe die Schrift eines Hinweisschildes nahezu weggeätzt. Gelbe Pflöcke markieren bei Nebel den Weg. Sébastian präsentiert eisenhaltige Lava. Wanderer türmen am Gipfel La Découverte Steine auf. Die 1935 aus Beton errichtete Schutzhütte signalisiert, wie ungemütlich es hier werden kann. Zurück geht es den leichteren Damenpfad hinab. Unten krönt ein Bad im warmen Thermalwasser vier erlebnisreiche Stunden.

Canyoning in Neoprenanzügen und Gummischuhen

Am nächsten Morgen kleiden uns Laurence und Eric in Neoprenanzüge. Kameras, Uhren und Verpflegung wandern in wasserdichte Plastikbehälter. Je eine knappe halbe Stunde dauern die Autofahrt zur Ravine Chaude bei Trois-Rivières und der Fußweg vorbei an Bananenplantagen, durch den Regenwald. Laurence vergleicht Lianen und Wurzeln mit Stalaktiten und Stalagmiten: "Die einen wachsen nach oben, die anderen nach unten." Deswegen habe Tarzan wohl eher an Luftwurzeln statt Lianen geschwungen. Wir passieren ein Becken mit kristallklarem Wasser und steigen unter Farnblättern glitschige Felsen hinauf. Gummischuhe geben sicheren Halt.

Schluchteln: Ein Heidenspaß am Seil

Beim Bad im rauschenden Bach wärmt der Neoprenanzug und gibt Auftrieb. Dann geht es unter Anleitung von Eric und Laurence abwärts. Das nennt sich Schluchteln oder Canyoning, ist anstrengend, aber ein Heidenspaß. Los geht es mit Abseilen durch einen kleinen Wasserfall. Dabei werden die Beine möglichst durchgestreckt, die stärkere Hand bleibt unter der Acht am Seil, die schwächere darüber. Der nächste Wasserfall rauscht mindestens zehn Meter in die Tiefe. Unten wartet wieder ein erfrischendes Bad, schließlich ist Guadeloupe tropisch heiß. Rutschen über einen nassen Felsen ist die Attraktion des folgenden Wasserfalls. Mal geht es durch einen kleinen Tunnel, aber stets steil bergab.

Rutschen, Springen und Baden

Höhepunkt ist eine lange Wasserrutsche durch die Felsen, pure Natur, die jeden Aquapark stolz machen würde. Damit den Ellenbogen nichts passiert, werden die Arme gekreuzt und die Hände auf die Schultern gelegt. Wo das Wasser tief genug ist, wird auch mal hineingesprungen. Das stellt jedes Dreimeterbrett in den Schatten. Zum Schluss belohnt ein Bad in der Ravine Chaude die Abenteurer.

Weitere Informationen:

Offizielle Informationsseite: Atout France - Französische Zentrale für Tourismus, Postfach 100128, 60001 Frankfurt am Main, info.de@rendezvousenfrance.com, www.rendezvousenfrance.com.
Verkehrsbüro von Guadeloupe für Deutschland: Comité du Tourisme des Îles de Guadeloupe, Postfach 140212, 70072 Stuttgart, Tel. 0711/5053511, www.lesilesdeguadeloupe.com;
Vulkantouren: Vert-intense, Route de la Soufrière, Morne Houel, 97120 Saint-Claude, Guadeloupe, Tel./Fax 00590/590/993473, www.vert-intense.com; geführte Vulkantouren ab 30, Canyoning ab 45 Euro pro Person.
Veranstalter: Aventoura GmbH, Kronenmattenstraße 2A, 79100 Freiburg, Tel. 0761/211699-0, www.aventoura.de
Flug: Air France startet jetzt sonntags um 11:55 Uhr ab Paris-Charles de Gaulle (CDG) nach Pointe-à-Pitre, wo die Boeing B777-300ER planmäßig um 15:40 Uhr landet. Retour geht es samstags um 18:05 Uhr ab PTP mit Landung sonntags um 11:15 Uhr in CGD. Das verkürzt das Umsteigen in die Zubringer ab/bis Deutschland ganz erheblich. Via Paris-Orly werden bis zu 13 weitere Verbindungen pro Woche angeboten.
Unterkunft: Hotels sind auf Basse-Terre Mangelware. Komfort mit schönem Pool und Squashcourt verspricht das Dreisternehotel Saint Georges, Rue Gratien Parize, 97120 Saint-Claude, Guadeloupe, Tel. 00590/590/801010, www.hotelstgeorges.com. Eine nette Alternative bieten die Ferienwohnungen Les Bananes Vertes im Garten der Vert-intense-Gründer Laurence und Eric, ebenfalls mit Pool, siehe www.vert-intense.com.
Hochsaison: Dezember bis April, Regenzeit von Juni bis November.
Tipp: Der Soufrière sollte nur mit lizenzierten Bergführern, Wanderschuhen und warmer Kleidung bestiegen werden.

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