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Wandern im Hochpustertal: Rund um die Drei Zinnen

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Schroffes Spektakel rund um die Drei Zinnen

03.02.2012, 10:17 Uhr | Norbert Eisele-Hein, srt

Die Dolomiten zählen zu den eindrucksvollsten Berglandschaften der Erde. Markant ragen die schroffen Spitzen der Drei Zinnen in den Himmel. Ein Anblick, den keiner so schnell wieder vergisst. Einer der schönsten Wanderwege führt über den Karnischen Höhenweg, der die Landesgrenze zwischen Südtirol und Tirol markiert. Verschaffen Sie sich einen Eindruck von der Bergwelt der Dolomiten mit den Drei Zinnen auch in unserer Foto-Show.

Fast geräuschlos schwebt die Gondel über dem Morgendunst von Sexten. Von der Bergstation am Helmhang auf 2041 Meter führen gemütliche Kehren hoch zum Hasenköpfl auf 2226 Meter. Diese restlichen 185 Höhenmeter wandern wir locker in einer halben Stunde. Schneller geht es wohl nirgends in den Alpen zu solch einem 360-Grad-Panorama. Im Süden baut sich das komplette Who-is-Who der Hochpustertaler Dolomitengipfel auf. Allen voran die wilden Zacken der Sextener Sonnenuhr, der Elfer, der Zwölferkofel und der Einser.

Auf der Himmelsleiter zum Gipfel

Täglich streift die Sonne pünktlich über ihre markanten Spitzen. Dagegen wirkt der Blick nach Norden in die tiefgrüne Landschaft der Villgrater Berge fast schon lieblich. Unsere Tour, der Karnische Höhenweg, markiert die Landesgrenze zwischen Südtirol und Tirol. Gemächlich aufsteigend wandern wir auf dem schmalen Grat über den Helm zunächst zur Sillianerhütte, die bereits haarscharf auf Österreichischem Territorium liegt. Wie eine Himmelsleiter zickzackt der schmale Weg teils leicht exponiert, aber technisch immer leicht, zur Hollbrücker Spitze, während die rasch steigende Sonne den letzten Dunst im Tal regelrecht verbrennt.

Ritterschlag für die Dolomiten

Es hat wirklich nichts mit dem Drang nach Superlativen zu tun, aber die Dolomiten gehören zu den schönsten Berglandschaften der Erde. Und das Hochpustertal und die Drei Zinnen liefern darauf noch das Sahnehäubchen. Das hat die UNESCO bereits am 26. Juni 2009 mit dem Ritterschlag Weltnaturerbe bestätigt. Für Wanderer ein Terrain der unbegrenzten Möglichkeiten.


Touristen wie die Ameisen

Eine Paradetour für Wanderer ist auch die Umrundung der Drei Zinnen. Der Wanderweg startet bei der Auronzohütte, wo im Hochsommer unzählige Reisebusse, Wohnmobile und PKW parken. Der Weg vom Parkplatz rüber zur Lavaredohütte und weiter zur Drei-Zinnen-Hütte gleicht häufig einer Ameisenstraße. Doch spätestens um 19 Uhr sind die Tagesgäste mitsamt den Reisebussen wieder weg. Azyklisch unterwegs sein, lautet die Devise. Wir starten abends und erleben das allabendliche Sonnenuntergangsspektakel nur mit einer Hand voll Gleichgesinnter. Die Südseite der Drei Zinnen offenbart sich bereits schroff, wild und kühn. Die Abstürze sind jäh, doch noch fehlt jede grafische Ordnung. Erst nach 45 Minuten, auf dem Paternsattel, lässt sich die Formvollendung der Nordseite erahnen.

Drei Zinnen: Klassische Felstrilogie der Alpen

Wenn dann auch noch die Abendsonne um die Ecke biegt und die Nordwände der Drei Zinnen märchenhaft golden ausleuchtet, verströmt die Felsformation ihre magische Aura. Nach einer weiteren halben Stunde auf dem breiten Wanderweg offenbart sich bei der Drei-Zinnen-Hütte der perfekte Blick auf die versteinerten Wunderkinder der geologischen Schöpfung. Bei einem Viertel Roten und einem wunderbar zarten Rindergulasch bestaunen wir auf der Terrasse den Sternschnuppenhagel rings um die Drei Zinnen, der wohl meistfotografierten Felstrilogie der Alpen. Ein unschlagbares Abendprogramm.

Gruseltour durchs Tunnelsystem

Unser Ziel am nächsten Vormittag ist der 2744 Meter hohe Paternkofel, einer der Klettersteig-Klassiker im Hochpustertal. Wir laufen gleich mit Helm- und Stirnlampe los. Nach wenigen Minuten erreichen wir eine filigrane, fast 25 Meter hohe Felsnadel. Angesichts geradezu inflationärer landschaftlicher Schönheit heißt sie hier in Südtirol pragmatisch und lapidar "Frankfurter Würstel". Gleich danach führt der Steig durch ein Tunnelsystem des ersten Weltkriegs. Dort ist es dunkel, niedrig und muffig. Dafür bieten die Seitenstollen häufig spektakuläre Ausblicke auf die Drei Zinnen. Nicht auszudenken, was die Soldaten in diesen Stollen erleiden mussten. Miserable Ausrüstung - Goretex und flauschige Kunstfaserschlafsäcke gab es damals ja noch nicht - und kaum streckten sie die Nase raus, wurden sie vom Feind aufs Korn genommen.

Mit Schmackes im Bizeps bergauf

Nach einer halben Stunde verlassen wir die Röhre. Der erste Blick mit offenen Pupillen in die Freiheit ist eine einzige Lichtexplosion, der zweite Blick eine paradiesische Offenbarung. Unter uns schimmern die Bödenseen wie alpine Smaragde. Luftige Drahtseile und Stahlklammern führen kühn, aber ohne größere Schwierigkeiten bergan. Nach der Gamsscharte fordern einige senkrechte Drahtseilkombinationen nochmal ein gewissenhaftes Einklinken der Klettersteigkarabiner und ein wenig Schmackes im Bizeps. Der restliche Aufstieg über breite Bänder und Schrofen gestaltet sich einfach. Oben am Gipfel sitzen wir auf Augenhöhe mit den Drei Zinnen. Ein wahrer Logenplatz in diesem einmaligen Bergkino.

Einen interessanten Tourenbericht über 5 Wandertage auf dem Vinschger Höhenweg in Südtirol haben wir auf www.schoenebergtouren.de gefunden. Desweiteren erwarten Sie auf dem Portal beeindruckende Bilder von Kletter- und Wandertouren.

Weitere Informationen:

Anreise: Mit dem Auto über die A 22 Kufstein-Brenner, kurz vor Brixen Abfahrt Richtung Bruneck und auf der SS49 den Talorten des Hochpustertals: Niederdorf, Toblach, Innichen, Sexten, Moos, Fischleinboden.
Unterkunft: Dolomitenhof - schön, am Talschluss des Fischleinbodens gelegen, sattes Panorama, starke Küche, bezahlbar (www.dolomitenhof.com); Dolce Vita Family Chalet Post Alpina - einzelne Chalets, mit eigenem Whirlpool, architektonisch sehr gelungen, ebenfalls bezahlbar (www.posthotel.it); Wiesenhof - Schwimmbad, Sauna, top Küche, günstig und urgemütlich, zertifiziertes Bikehotel, (www.hotelwiesenhof.com).
Hütten: Drei-Zinnen-Hütte, 2438 Meter, geöffnet 26.6.-26.9., 40 Betten, 100 Lager, spartanischer Winterraum, CAI-Hütte, Tel. 0039/0474/972002, dreizinnenhuette@rolmail.net; Sillianer Hütte, 2447 Meter, geöffnet 31.5.-4.10., 12 Betten, 40 Lager, Winterraum, Tel. 0039/0664/5323802, www.alpenverein.at/sillian
Bergführer: Globoalpin bietet Tourenwochen für Gruppen und Bergführer, die jeden Tourenwunsch oder längere Programme umsetzen können. Kontakt: Globoalpin, Bahnhofstr. 3, I-39034 Toblach, Tel. 0039/0474/976815, www.globoalpin.com.
Literatur: Franz Hauleitner: Wanderführer, Dolomiten 5 und Dolomiten 3, Bergverlag Rother, je 10,80 Euro; Kompass Wanderführer 992: Dolomiten, Sexten, Hochpustertal, 12,95 Euro, Peter Kübler, Hugo Reider: Kampf um die Drei Zinnen, Verlag Reider Touristik K.G. Sexten.
Karten: Freytag & Berndt, Sextener Dolomiten, 1:50000, Nr. S 10, je 6,80 Euro; Kompass Wanderkarte 635, Hochpustertal, 1:25000, 6,95 Euro; Kompass Wanderkarte 047 Dreizinnen, Wandern, Rad Skitouren, 1:25000, 7,95 Euro.
Weitere Auskünfte: Tourismusverband Hochpustertal, Dolomitenstraße 29, I-39034 Toblach , Tel. 0039/0474/913156, www.hochpustertal.info.

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