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Skifahren und Wandern in Utah

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Skifahren und Wandern in Utah

31.01.2012, 16:42 Uhr | Simone F. Lucas, srt

Skifahren und Wandern in Utah. Pulverschnee satt: Skifahren in Amerika ist immer noch etwas Besonderes. (Quelle: SRT /Utah Office of Tourism)

Pulverschnee satt: Skifahren in Amerika ist immer noch etwas Besonderes. (Quelle: Utah Office of Tourism/SRT )

Utah empfiehlt sich Wintersportlern mit einem der "besten Skigebiete Nordamerikas". Gleich mehrfach wurde das zum ehemaligen Olympia-Austragungsort Park City gehörende Deer Valley mit diesem Titel ausgezeichnet. Doch die Region bietet viel mehr als nur Pulverschnee-Träume, in den Bergen Utahs kann man nämlich auch im Winter wunderbar wandern. Sehen Sie in unserer Foto-Show Bilder aus dem Deer Valley und schönen Wanderwegen in den Bergen Utahs.

Demut am Landeplatz der Engel

Angels Landing heißt unser Ziel im Zion National Park. Landeplatz der Engel klingt gut. Und die betonierten Serpentinen entlang der roten Felskolosse sind bequem zu gehen. Immer wieder eröffnen sich neue Ausblicke in eine urtümliche Landschaft. Auf kahlen Ästen turnen Backenhörnchen. So unbeschwert wäre ich auch gerne. Doch hier oben gibt es keine betonierten Wege mehr, nur einen schmalen, ausgesetzten Pfad, hin und wieder mit einer Kette gesichert. Tief unter mir sind die wenigen Fahrzeuge zu Spielzeugautos geschrumpft, bilderbuchschön schlängelt sich der türkisblaue Fluss durch die roten Felsen. Es ist eine Landschaft, die demütig macht.

Dramatische Szenerie im Snow Canyon

Dazu muss man nicht einmal auf schwindelerregenden Pfaden wandeln, die archaische Schönheit dieser Felsformationen kann man auch auf einfachen Spaziergängen erleben. Im Snow Canyon beispielsweise, benannt nach dem ersten Siedler, der hier Land aufkaufte. Der Weg mäandert durch eine uralte Landschaft, in der nur noch die Dinosaurier fehlen. Am Horizont türmen sich dunkle Wolken. Die letzten Sonnenstrahlen tauchen die Landschaft in ein dramatisches Licht. Zwischen diesen schrundigen Felsen haben Robert Redford und Paul Newman Szenen von "Butch Cassidy and the Sundance Kid" gedreht.

Puderschneepisten in Park City

Das danach benannte Sundance Filmfestival findet alljährlich in Park City statt. Robert Redford hat es zum internationalen Erfolg geführt. Zusammen mit Sydney Pollack, der die Idee hatte, das Filmfest in den Januar zu verlegen. Denn dann ist das 8500-Seelen-Städtchen Park City ein Wintersport-Dorado, dem "Hollywood die Türen einrennt" (Pollack). Und das nicht erst seit 2002, als die Olympischen Winterspiele von Salt Lake City die Berge von Park City und Deer Valley weltbekannt machten.
Bei jedem Schwung staubt es. Puderleicht ist der Schnee. Die Skier schrammen nicht über Eisplatten, sondern gleiten dahin wie auf Sahne und vermitteln mir das trügerische Gefühl, ich könnte richtig gut Ski fahren. Das ändert sich schnell, als ich mich in eine "double-black-diamond"-Piste wage, eine rabenschwarze Abfahrt. Steil ist sie und voller Buckel. Wie gut, dass man hier überall ausweichen kann auf leichtere Pisten. Skifahren in Amerika ist immer noch etwas Besonderes und Skifahren in Utah ein echtes Erlebnis.

Wintersport als neue Goldmine

Treasure Mountain Resort hieß Park City früher einmal. Denn die Wasatch Mountains bargen tatsächlich einen Schatz: Jahrzehnte lang förderten die Bergleute Gold, Silber und Blei aus ihren Tiefen und bescherten der abgeschiedenen Gegend einen - kurzlebigen - Boom, der ein paar Leute richtig reich machte. Als der Bergbau gegen Mitte des 20. Jahrhunderts unrentabel wurde, verarmte Park City und drohte, zur Geisterstadt zu verkommen. Doch dann entdeckten findige Manager der United Park City Mines Company eine neue Goldmine - den Wintersport. Das war 1963. Kurzerhand wandelten sie den Tunnel der alten Spiro Mine zum Untergrund-Skilift um. Ein Minenzug brachte die Skifahrer drei Meilen weit in den Berg hinein, von wo aus sie ein alter Minenaufzug an die Oberfläche beförderte. In 600 Metern Höhe stiegen sie dann gleich ins Skigebiet ein. Heute endet dort der Thaynes Sessellift. Und kaum jemand ahnt, dass sich unter diesen perfekt gestylten Skibergen ein riesiges Tunnelsystem ausbreitet, so groß wie das New Yorker U-Bahn-Netz.

Deer Valley: "Bestes Skigebiet Nordamerikas"

Bei den rasanten Abfahrten in Deer Valley komme ich ganz schön ins Schwitzen. Schließlich bin ich kein Bode Miller. Und Judy, unser Guide, heizt nur so die Pisten hinunter nach dem Motto "Ausruhen können wir im Lift". Die burschikose 45-jährige Drogistin, die fast so schnell redet wie sie Ski fährt, ist eine von 45 Mountain Guides, die ortsunkundigen Skifahrern die tollsten Abfahrten und schönsten Aussichten ("kodak stops") im "besten Skigebiet Nordamerikas" - dazu wurde Deer Valley 2011 zum vierten Mal gekürt - zeigt. Dort, wo sich 16-Millionen-Villen am Pistenrand reihen wie bei uns Bergbauernhäuser und man für eine Nacht in einem der exklusiven Hotels schon mal 800 Dollar locker machen muss, müssen Snowboarder draußen bleiben.

Sportliche Herausforderung in den "Canyons"

Ist Deer Valley mit den sensationellen Villen und teuren Hotels der Spielplatz der Superreichen unter den drei Skigebieten von Park City, bietet The Canyons das größte und wohl auch sportlichste Terrain für Skifahrer und Snowboarder. Und es hat mit dem Orange Bubble auch den einzigen Lift mit Sitzheizung. Ansonsten sind die Lifte eher spartanisch, und Fußrasten, auf denen sich strapazierte Beine erholen können, sind eine Seltenheit. Bennet, 28 und Pistenpatrol aus New Jersey, vermisst sie nicht. "Cool" findet er die Aufstiegshilfen und mokiert sich über mein deutsches Sicherheitsbedürfnis. Was ihn aus New Jersey in den Mormonenstaat gebracht hat, will ich wissen. Bennet schüttelt seine dunklen Locken und lacht. "Das, was da vor dir steht. Die Berge, was sonst."

Ja, was sonst? Der "greatest snow on earth", dessen sich Utah rühmt und von dem jährlich neun Meter fallen. Die 38 Quadratkilometer "befahrbares Terrain" in den drei Skigebieten mit 426 Abfahrten in grün, blau und schwarz, also leicht, mittel und schwer. Die Freiheit, da zu fahren, wo man Lust hat: auch zwischen den Bäumen, im Tiefschnee und über die Buckel.

Weitere Informationen

Einreise: Benötigt wird ein maschinenlesbarer Reisepass. Für Deutsche besteht keine Visumpflicht. Ein Formblatt - Ersatzvisum - wird direkt bei der Einreise in die USA ausgestellt. Die obligatorische ESTA Registrierung muss bis spätestens 72 Stunden vor Abreise erfolgen.
Anreise: Flüge von Frankfurt und München mit Umsteigen zum internationalen Flughafen Salt Lake City. Von da rund 35 Autominuten nach Park City.
Skifahren: In den drei Skigebieten stehen 426 Abfahrten und 58 Skilifte zur Verfügung. Gäste können alle drei Resorts mit dem Three Resort International Pass besuchen, der vorab beim Reiseveranstalter erworben werden muss. Der Park City Reiseplaner sowie eine Liste aller Veranstalter, die Park City im Programm haben, können kostenlos angefordert werden bei: Get It Across Marketing & PR, Neumarkt 33, 50667 Köln. Tel. 0221/2336406, parkcity@getitacross.de, www.thecanyons.com, www.parkcityinfo.com.
Snowmobiling: Eineinhalb Stunden mit dem Schneemobil in Cedar Breaks kosten 85 Dollar.
Veranstalter: Der Weinheimer Spezialveranstalter Faszination Ski, Wintergasse 14,69469 Weinheim, Tel 06201/592976, info@faszinationski.de, www.faszinationski.de, bietet ein Programm, das Wandern und Skifahren in Utah mit einem Kurzaufenthalt in Las Vegas verbindet. Elf Übernachtungen kosten inklusive Flug mit Lufthansa, Mietwagen und Skipass für die drei Skigebiete ab 1799 Euro pro Person im Doppelzimmer.
Information: Utah Office of Tourism, Council Hall/Capitol Hill, 300 North State Street, Salt Lake City, UT 84114, USA, www.utah.travel, www.skiutah.com

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