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Mit dem Wohnmobil durch die Nationalparks in Utah

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Mit dem Wohnmobil durch Utahs Nationalparks

07.06.2013, 12:41 Uhr | Norbert Eisele-Hein, srt

Mit dem Wohnmobil durch die Nationalparks in Utah. Mit dem Wohnmobil durch die Nationalparks in Utah. (Quelle: SRT /Norbert Eisele-Hein)

Die Tour mit dem Wohnmobil durch die Nationalparks in Utah ist ein unvergessliches Erlebnis. (Quelle: Norbert Eisele-Hein/SRT )

Einst eroberten die Pioniere den Westen der USA. Bei einer Tour mit dem Wohn- mobil durch die Nationalparks von Utah lebt die Zeit der Cowboys noch einmal auf. Die Reise über Tausende von Kilometern fordert auch heute noch ihren Tribut, aber zum Glück bietet die Gegend die Möglichkeit zu ausgedehnten sportlichen Aktivitäten. Nach stundenlanger Fahrt freut sich das strapazierte Sitzfleisch über die Entlastung beim Wandern oder Klettern. Und die einzigartige Kulisse der Canyons und Berge in unserer Foto-Show entschädigt für manche Mühe.

Erste Weihen als Hobbycowboy

Splash schläft. Der bunt gescheckte Indianer-Mustang schläft im Stehen. Tara von den Reef Riders wirft ihm den Sattel drauf. Splash gibt immer noch leichte Schnarchlaute von sich. Und das ist eigentlich auch gut so. Denn vom Reiten habe ich nun mal keinen blassen Dunst. Kaum traben wir los, trottet Splash ferngesteuert hinterher. Scheinbar macht Schlafen hungrig. Splash bückt sich nach jedem Grasbüschel und schmatzt genüsslich. Die anderen reiten voran, biegen hinter einem hausgroßen Steinblock rechts ab. Splash verliert den Sichtkontakt. Laut wiehert er auf und galoppiert drauf los. Yippieh, meine umgehängte Kamera schlägt mir fast die Zähne aus. Wir reiten direkt auf das Capitol Reef zu. Eine quasi auf der Spitze erstarrte Welle aus rotem Fels. Für die ersten Weihen als Hobbycowboy gibt es wohl keine bessere Kulisse. Doch alles der Reihe nach.

Knapp 3000 Kilometer durch Utah

Der Startschuss zu unserer Utah-Runde ertönt in Las Vegas. Nevadas Zockerparadies liegt strategisch günstig für unser Vorhaben. Mit einem Wohnmobil wollen wir die schönsten Nationalparks Utahs besuchen. Somit leben wir 24 Stunden draußen, da kommt echte Pionierstimmung auf. Doch selbst so eine kleine Runde durch den Südwesten kratzt bereits an die 3000 Kilometer-Marke. Da wird das Sitzfleisch arg strapaziert. Zum Ausgleich haben wir zahlreiche ausgedehnte Aktivitäten eingestreut. Wir tuckern über Saint George nach Utah und steuern sofort in das monumentale Felsenkino des Zion Nationalparks. Die Towers of the Virgin bilden eine massive Felswand. Daneben ragen Dutzende tempelähnliche Gebilde aus knallrotem Sandstein in die Höhe. Der Park ist eine der meistbesuchten Attraktionen Utahs. Wir schnappen die Rucksäcke und nehmen den Canyon Overlook-Trail in Angriff. Schon nach wenigen Minuten ruht die märchenhafte Landschaft in stiller Einsamkeit. Die kleine Wanderung bündelt in zwei Stunden ungeahnte Eindrücke und offenbart atemberaubende Ausblicke in das dramatische Felsenrund des Zion.

Ramparts Trail: Immer am Abgrund entlang

Die Passstraße nach Brian Head schraubt sich mehrfach auf knapp 3000 Meter, also auf Zugspitz-Niveau hoch. Im Cedar Breaks National Monument schnüren wir wieder die Wanderschuhe. Der Ramparts Trail ist ein Leckerbissen. Auf 3100 Metern Seehöhe führt er stets am Abgrund des 600 Meter tiefen Jericho Canyons entlang. Am Spectra Point offenbart er schließlich den direkten Einblick in ein Meer aus rosafarbenen, purpurroten und ockerfarbenen Steinnadeln, gewundenen Säulen und ausgefransten Zinnen.

Ein geologisches Open-Air-Museum

Der nächste längere Stopp heißt Bryce Canyon. Auch hier bastelt die Erosion äußerst kreativ seit zehn Millionen Jahren an einer bizarren Zauberlandschaft aus sogenannten Hoodos - schmalen Felsnadeln, die wie Totempfähle bis zu 45 Meter hoch in den Himmel ragen. Weiter geht es auf dem 200 Kilometer langen Highway 12, einer der schönsten Straßen Amerikas. Rote Felsen, verschlungene Canyons, versteinerte Wälder - der Blick aus dem Fenster offenbart ein fortwährendes geologisches Open-Air-Museum. Und am Ende des Highways warten dann der Capitol Reef Nationalpark und Splash.

Zu Pferd über Stock und Stein

Wäre Splash ein Auto, wäre er wohl ein Allrad-Diesel-Jeep. Er schwimmt ohne zu murren durch Flüsse, klettert steile Anhöhen auf losem Gestein hinauf. Und reagiert selbst bei einem blutigen Anfänger auf jeden Ruck an den Zügeln. Wie eine butterweiche Servolenkung. Nach fünf Stunden im Sattel steigen wir o-beinig wie einst John Wayne aus dem Sattel. Splash verfällt sofort wieder in den Standby-Modus. Yeah, im nächsten Leben wollen wir gefälligst als Cowboys wiedergeboren werden.

Moab: Mekka für Outdoor-Aktivitäten

Wir machen einen gewaltigen Satz nach Moab, der Nummer eins Utahs in Sachen "Outdoor Activities". In den überhängenden Granitwällen tummeln sich Extremkletterer. Auf den Schaumkronen des Colorado River tänzeln Kajaks und Schlauchboote. Der gewaltige Strom des Colorado, der Utah von Nordosten nach Südwesten hin durchquert, zeichnet auch für einen Großteil der fantastischen Canyons verantwortlich. Das Hügelmeer darüber aus versteinerten Sanddünen gilt als das Mekka der Mountainbiker. Vor allem der 9,6 Meilen lange "Slickrock"-Rundkurs direkt am Stadtrand von Moab genießt Kultstatus. Auch Motocrosser und Allradfahrer schätzen die steilen Rampen des rauen Gesteins, wo die Pneus angeblich wie Marmelade an den Fingern haften. Zudem befinden sich vor den Toren der Stadt mit dem Arches und Canyonlands zwei der schönsten Nationalparks der Vereinigten Staaten. Im Arches warten Sandsteinbögen in geradezu inflationärer Anhäufung. Die berühmtesten, der freistehende Delicate Arch und der Landscape Arch mit einer unglaublichen Spannweite von 90 Metern, sind zum Glück nur Wanderern zugänglich. Wer sich im Visitor Center bei den hilfsbereiten Rangern ein Backcountry Permit organisiert, der kann mit Zelt, Schlafsack und ausreichend Wasser fernab jeglichen Trubels seine eigenen Steinbögen erwandern.

In der berühmtesten Filmkulisse der Welt

Wir kurven weiter südwärts, zum Monument Valley. Die tiefroten Sanddünen und die mächtigen Plateauberge kennt jedes Kind aus zahllosen Westernklassikern und Werbespots. Einst ritten hier Hollywoods Haudegen über die Prärie und prägten weltweit ein völlig verqueres Bild der Indianer. Seit 1958 gehört das Land nun wieder den Navajos. Mit einem 4x4-Pickup organisieren sie Rundtouren durch die wohl berühmteste Filmkulisse der Welt. Den Camper lassen wir stehen, er hätte in den tiefen Sandpfannen ohnehin keine Chance. Am Steuer des Geländemobils sitzt Jane, eine Navajo. Live am Mikrofon referiert sie drei Stunden ohne Punkt und Komma, geht auf individuelle Fotowünsche ein und bringt uns über die tückische Piste in einen gnadenlos kitschigen Sonnenuntergang.

Finish in den Hotelcanyons von Las Vegas

Wir beenden unseren Wohnmobil-Looping in Las Vegas. Dort geben wir uns das Kontrastprogramm in den Canyons aus gigantischen Hoteltempeln. Das Funkeln der Milchstraße draußen in der Wildnis wird von den Milliarden Lichtern am Las Vegas Boulevard fast noch übertroffen. Etliche Meilen lang ist der "Strip", der Las Vegas Boulevard, an dem sich die größten Casino-Hotels der Spielerstadt in den wolkenlosen Himmel erheben. Am besten erkundet man den Strip zu Fuß. Kein Problem, darauf sind wir nach diesem Trip ja bestens vorbereitet!

Weitere Informationen

Gratis Karten und Prospekte verschickt Utah Office of Tourism, c/o Get It Across Marketing & PR, Neumarkt 33, 50667 Köln, Tel. 0221/2336406, www.goutah.de.
Wohnmobile ab Las Vegas in allen erdenklichen Größen vermietet der Reiseveranstalter Dertour über die Camperboerse, Tel. 089/18932500, www.camperboerse.de.
Beste Reisezeit: Mai, Juni und September, Oktober. In den Sommermonaten sind viele Campingplätze überfüllt und es wird sehr heiß.
Tipps: Sämtliche Parks verfügen über hervorragend koordinierte Visitor Center. Backcountry Permits für Mehrtageswanderungen können auch über das Internet reserviert werden, www.nps.gov (für Nationalparks) und www.stateparks.utah.gov (für Stateparks). Reiten im Capitol Reef: www.ridethereef.com. Sämtliche Outdooraktivitäten in Moab: www.discovermoab.com.

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