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Berchtesgaden ist ein Klettersteig-Dorado

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Berchtesgaden: Drahtseilakt auf dem Klettersteig

18.04.2013, 13:15 Uhr | Stefan Herbke, srt

Berchtesgaden ist ein Klettersteig-Dorado. Am Ende des Klettersteigs kann man im Purtscheller Haus verschnaufen. (Quelle: SRT /S. Herbke)

Am Ende des Klettersteigs kann man im Purtscheller Haus verschnaufen. (Quelle: S. Herbke/SRT )

Klettersteige - in den Fels gesprengt, mit Holzbalken und Felsstufen ausgebaut oder mit Drahtseilen gesichert: Schon lange vor dem Boom und dem Bau der neuen Sportklettersteige am Untersberg und dem Grünstein wurden die Schlüsselstellen beliebter Gipfeltouren rund um Berchtesgaden entschärft – und bieten heute auch weniger geübten Bergsteigern kurzweilige Touren mit viel Panoramagenuss. Wir haben die schönsten Routen zusammengestellt - auch in unserer Foto-Show: Klettersteig-Dorado Berchtesgaden.

Bergtour auf dem Eisenweg

Straff gespannt leitet das rot umhüllte Drahtseil über die Felsstufe am Rand der mächtigen Göll-Ostwand. Das Gestein bietet reichlich Tritte und Griffe, dennoch ist jeder froh um die moralische Unterstützung. Ohne Seil wäre die Passage anspruchsvoll - und gefährlich. Und so klinken sich die Berggeher mit dem Karabiner ihres Klettersteigsets ein, halten sich am Seil fest und kraxeln eindrucksvoll durch eine Felswand, die ihnen ohne Drahtseile verwehrt geblieben wäre. Der Schustersteig auf den Hohen Göll ist ein gutes Beispiel für einen leichten "Eisenweg". Streng genommen handelt es sich eher um eine Bergtour mit kurzen, gesicherten Passagen, als um einen klassischen Klettersteig. Hier ging es nicht darum, einen möglichst spektakulären und schweren Klettersteig zu bauen, sondern auf viel begangenen Touren Gefahrenstellen zu entschärfen. Doch Klettersteig-Feeling kommt auch hier auf, schließlich bewegt man sich in steilem, teilweise ausgesetztem Felsgelände, wo man als Bergwanderer eigentlich nichts zu suchen hat.

Klettersteige sind Wanderwege für Abenteurer

Wem Wanderwege zu langweilig sind und die modernen Sportklettersteige zu schwer, der findet in den Berchtesgadener Alpen einige Touren, die mit ihren Drahtseilpassagen eine Prise Abenteuer liefern, von schwindelfreien und geübten Wanderer aber gut zu meistern sind. So wie die Steige auf das Wagendrischelhorn in der Reiter Alpe mit Anstieg über die Mayrbergscharte und Abstieg über den Böselsteig – eine eindrucksvolle Tour inmitten einer wilden Felsszenerie –, die Schärtenspitze mit Traumblick auf Hochkalter und Blaueisgletscher, oder der Mannlgrat zwischen Hohem Göll und Kehlstein. Der bereits 1957 erbaute Klettersteig beeindruckt mit kurzen senkrechten Passagen, glatten Kalkplatten, in denen Klammern und Stifte als Tritte stecken, und einem spannenden Finale in einem Felsenrund, aus dem auf den ersten Blick kein Weg hinaus führt. Doch die Auflösung ist schnell gefunden, statt oben drüber geht es unten durch, ein schmaler Spalt unter den mächtigen Felsblöcken lässt genügen Platz zum Durchrobben

Vorbei an Grenzgipfeln und bekannten Bergmassiven

Vor lauter bekannten Bergmassiven übersieht man fast die kleinen Gipfel, die sich unten im grünen Tal verstecken. Etwa die Felshöcker der Barmsteine, die als Brüderpaar über Hallein thronen. Felsen, die wie Kuchenscheiben aus dem grünen Dickicht ragen und denen am Scheitel Bäume wie Haare wegstehen. Die kaum 900 Meter hohen Grenzgipfel sind ein kleiner alpiner Spielplatz mit Sportkletterrouten in den mauerglatten Wänden und einfachen Anstiegen über die Grate – mit kurzen Drahtseilen, einem Geländer, Felsstufen und luftigen Tiefblicken ein kurzweiliges Klettersteigvergnügen. Sind Ihnen 900 Meter zu wenig? Kennen Sie die höchsten Gipfel Europas?

Durch die Felswand klettern

Wer diese Aufgabe bravourös bewältigt, kann die nächste Sprosse im Berchtesgadener Klettersteig-Angebot erklimmen. Wie der Hohe Göll und die Barmsteine ist auch der Untersberg ein Grenzgipfel mit dem Berchtesgadener Hochthron auf Bayerischer und dem Salzburger Hochthron auf Salzburger Seite. Ein mächtiges Massiv mit pultartig nach Norden abfallendem Karstplateau, senkrechten Südabstürzen und vielen Sagen, die sich um den höhlenreichen Berg ranken. Die bekannteste Höhle ist die Schellenberger Eishöhle, deren Eingang sich direkt am Fuß der Felswände befindet. Die seit 1923 touristisch erschlossene Eishöhle ist eine Attraktion, die andere beginnt wenige Minuten entfernt. Um einen direkten Zustieg vom Salzburger Hochthron (1852 m) zur Schellenberger Eishöhle zu ermöglichen, wurde bereits 1934 der Thomas-Eder-Steig in die senkrechte Felswand unterhalb der Mittagsscharte gesprengt. Statt unüberwindbarer Felsabbrüche trifft man daher auf einen gut begehbaren Steig, auf kurze Stollen durch den rötlich-gelben Fels und Felsfenster mit luftigen Tiefblicken. Es gibt nur wenige Wege in den Alpen, die so einfach, aber doch so spannend durch eine Felswand führen. 

Weitere Informationen:

Berchtesgadener Land Tourismus GmbH, Bahnhofplatz 4, D-83471 Berchtesgaden, Tel. 081805/865200, E-Mail: info@berchtesgadener-land.com, Internet: www.berchtesgadener-land.com;

Anreise: Berchtesgaden ist entweder über Bad Reichenhall oder die Autobahnausfahrt Salzburg Süd gut zu erreichen. Problemlos ist auch die Anfahrt mit dem Zug. Vom Bahnhof Berchtesgaden gibt es Busverbindung zu den Ausgangspunkten.

Anforderung: Der Thomas-Eder-Steig und die Barmsteine sind für schwindelfreie Bergwanderer problemlos zu begehen (gute Steige, Drahtseile geben an exponierten Stellen Halt). Für den Hohen Göll sollten weniger Geübte einen Bergführer nehmen (Adressen gibt es im Internet unter www.berchtesgadener-land.com), ansonsten sind Klettersteigset und Steinschlaghelm Voraussetzung.

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