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Tote Gleise: Zum Radfahren schön

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Statt Dampflok-Pfiff, Fahrradklingeln: Radfahren auf der Bahntrasse

30.10.2013, 09:36 Uhr | Armin Herb, srt

Wenn man auf Bahngleisen stößt, erwartet man wohl eher das Tut Tut einer Dampflock oder wenigstens das typische Zischen der modernen Züge zu hören. Doch eine Fahrradklingel? Dank cleverer Verkehrsplaner ist das nicht mehr ungewöhnlich. Unzählige Bahnstrecken, vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert und dem Beginn des 20. Jahrhundert, wurden zu wunderschönen Radwegen umfunktioniert, als die Konkurrenz durch Auto und Bus zu groß und die Bahntrassen damit unrentabel wurden. Vor allem die vielen stillgelegten Nebengleise, die sich oftmals abenteuerlich über unzählige Brücken und mit Tunnel durch das Mittelgebirge und die Alpen hindurch winden, bieten heute reizvolle Ziele zum Radfahren mit der ganzen Familie. Wie eine Radtour auf Bahntrassen aussehen kann, sehen Sie in unserer Foto-Show.

Vorteile des Radfahren auf Bahntrassen

Über 550 Freizeitrouten auf ehemaligen Bahnstrecken gibt es mittlerweile in Deutschland, einige davon nur wenige hundert Meter lang, andere messen mehr als 50 Kilometer. Viele Trassen wurden mit bestehenden Radwegen zu ausgedehnten Routen verlängert. Der Vorteil des Bahntrassen-Radwegs: Die Steigungen überschreiten selten drei Prozent, weil die Züge keine stärkeren Anstiege schafften, die Fahrbahnen sind mindestens 2,50 Meter breit und sie verlaufen über weite Strecken verkehrsfrei. Zudem werden die meisten Bahnradwege heute asphaltiert, was sie zu idealen Freizeitrouten für Familien und Genussradler macht.

Radtouren im Sauerland und auf Rügen...

Zu den schönsten Routen in Deutschland zählt der Sauerland-Radring, mit rund 80 Kilometern einer der längsten Bahntrassen-Radwege in Deutschland. Die Route folgt den Flüsschen Fretterbach, Leiße und Lenne und passiert dabei auch den legendären "Fledermaustunnel", der im Winter zum Schutz der fliegenden Bewohner geschlossen bleibt. Auf Deutschlands größter Insel fuhr einst die Rügensche Kleinbahn. Fast 40 Kilometer der ursprünglichen Bahntrasse bilden einen zum Teil recht idyllischen Radweg, der Putbus mit Altefähr bei Stralsund verbindet. Glatten Asphalt auf der Fahrbahn darf man dort nicht erwarten, sondern hauptsächlich festen Kies und Schotter, der sich jedoch gut befahren lässt.

...und an Mosel und Donau.

Für Fans historischer Bahnstrecken ist der Maare-Mosel-Radweg ein Muss wegen seiner langen Tunnel und zahlreichen Viadukte. Von den Eifelmaaren führt er über 55 Kilometer hinunter ins Tal der Mosel zum berühmten Fachwerk- und Wein-Städtchen Bernkastel-Kues. Den Rücktransport übernimmt der Radshuttle-Bus. Vor der Kulisse der Berge des Bayerischen Walds verläuft der Donau-Ilz-Radweg. Die 55-Kilometer-Strecke von Hengersberg ins romantische Ilztal zählt zu den jüngsten, aber schon sehr beliebten Bahntrassenradtouren.

In ganz Europa auf Schienen unterwegs

Wege zum Radfahren auf ehemaligen Bahntrassen gibt es aber nicht nur in Deutschland. Seit gut zehn Jahren bemühen sich auch andere Staaten um die so genannten "grünen Routen". Die landschaftlich spektakulärste Route folgt in Italien der Trasse der ehemaligen Dolomitenbahn von Cimabanche unweit von Toblach über Cortina d'Ampezzo nach Calalzo di Cadore. Radler "erfahren" sich dabei eine Alpendurchquerung auf 60 Kilometer sanften Wegen vor faszinierender Felskulisse. In Spanien wurden auf rund 1900 der schätzungsweise 7000 Kilometer stillgelegter Eisenbahnstrecken Radwege angelegt, die "Vías Verdes". In Katalonien führt die Vía Verde von Ripoll über Girona ans Mittelmeer und bietet 120 interessante Kilometer von den Bergen bis an den Strand.

Radfahren auf amerikanischen Gleisen

Selbst in Übersee kann man auf ehemaligen Bahntrassen Radfahren. Eine besonders lange, aber auch abenteuerliche Route mit mehr als 600 Kilometern wartet im Westen Kanadas mit dem Kettle Valley Rail Trail. Über verwegene Holzbrücken und durch unzählige Felsentunnel der ehemaligen Kupferbahn geht es durch die Ausläufer der Rockies. Wer sich die spannende Wildwest-Tour alleine nicht zutraut: Der Deutsche Klaus Gattner führt dort seit vielen Jahren kleine Radelgruppen durch die atemberaubende Natur.

Weitere Informationen:
Die umfangreichste Datensammlung zu Bahntrassen-Radwegen, insbesondere in Deutschland, präsentiert Dr. Achim Bartoschek auf seiner Website www.bahntrassenradeln.de.

Die landesweite Koordination der Vías Verdes hat die Fundacíon de los Ferrocarriles Españoles, eine detaillierte Übersicht dazu gibt es unter www.viasverdes.com.

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