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Norwegen: Mit dem Hundeschlitten zum Nordlicht

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Mit dem Hundeschlitten zum Nordlicht

31.01.2012, 11:17 Uhr | Thomas Krämer, Raufeld

Eine Fahrt mit dem Hundeschlitten durch Nordnorwegen ist ein einzigartiges Erlebnis. Schnee gibt es hier reichlich, so weit das Auge reicht. So ursprünglich wie mit dem Hundeschlitten lässt sich diese wilde Natur kaum erleben - kein Vergleich mit einem modernen lärmenden Motorschlitten. Der Autor hat sich das Vergnügen gegönnt und schildert uns Eindrücke einer rasanten und unvergesslichen Tour.

Das Geheul ist ohrenbetäubend, hallt von den wenigen niedrigen Bäumen zurück. Doch Trine behält den Überblick. Läuft an bettelnden Hundeaugen vorbei, die nur eines signalisieren: Nimm mich mit! Die erfahrene Hundeschlittenführerin gibt dem flehenden Heulen nicht nach. "Die Tiere müssen zusammenpassen", erklärt sie und schnappt Tore am Halsband, läuft mit dem schwarzen Vierbeiner zu einem der bereitstehenden Schlitten, bindet ihn mit flinken Fingern in das Zuggeschirr ein.


Laufen ist ihr Leben

Trine lebt mit ihren 50 Huskys auf einem Hof im Pasviktal im äußersten Norden Norwegens. Die Grenze zu Russland ist gerade einmal einen Steinwurf entfernt. Nach Kirkenes, der nächsten und einzigen Stadt in der Region, ist man mit dem Auto eine Stunde unterwegs. Dort wollen wir aber gar nicht hin, sondern nach Myrbekkoya, einer kleinen Hütte mitten in einem Moorgebiet, rund 20 Kilometer entfernt. Vorher müssen jedoch die Hunde eingespannt werden. Das geschieht unter dem lauten erwartungsvollen Geheul der Tiere. Laufen ist ihr Leben, und sie sehnen sich immerzu danach loszuspurten.


Trine drückt mir ein Zuggeschirr in die Hand, erklärt, welche Pfote in welche Schlaufe kommt. Also klemme ich mir das zappelnde Fellknäuel zwischen die Beine, streife ihm die Bänder und Schnüre über den Kopf - und beginne noch mal von vorn. "Bleib auf der Bremse und gib’ sie ganz langsam frei", sagt Trine und löst den Knoten, mit dem mein Gefährt am Baum gehalten wird. Ein scharfer Ruck. Mühsam halte ich den Schlitten, stehe mit beiden Beinen auf den Metallhaken, die sich in den Schnee krallen, löse allmählich die Bremse. Dann gleitet der Schlitten vorwärts, immer hinter Trine her, die schon einige Meter Vorsprung hat.


Tiefschnee behindert die Hunde eher

Die Spur ist zuvor mit dem Schneemobil eingefahren worden. "Es gibt zwar Hunde, die Tiefschnee mögen, aber das Vorankommen ist dann sehr mühsam", sagt die routinierte Schlittenführerin. Unsere Gespanne rauschen über weite Ebenen, die im Sommer wasserdurchtränkte Moore sind, umkurven kleine Kiefern oder winden sich durch dicht an dicht stehende Bäume in Waldgebieten.


Eine kurze Rast. Kaum ein Laut ist zu hören. Nur das Glucksen eines Baches, den die Sonne an einigen Stellen aus seinem eisigen Panzer befreit hat. Nicht einmal die Hunde bellen, sie schnaufen nur. Dampf steigt aus ihren Mäulern. Doch schon nach wenigen Minuten werden sie wieder unruhig, wollen weiter. Und so buddeln wir die Anker aus dem Schnee, nehmen den Fuß von der Bremse, und rasant geht es weiter, bis allmählich auch die Hunde müder werden.

Wohlverdiente Ruhe nach schweißtreibender Arbeit

Nach einer Wegbiegung ist dann schließlich die Myrbekkoya Hütte zwischen den Bäumen zu erkennen. Doch nur andeutungsweise, denn der Schnee liegt meterhoch auf dem Dach. Trine betrachtet das ein wenig sorgenvoll. "Wenn es wärmer wird, wird auch der Schnee schwerer, und dann ..." Also Arbeitsteilung: In der Hütte entzünden wir ein wärmendes Feuer, der Weg wird freigeschaufelt. Dann steigt Trine mit einer Schaufel aufs Dach. Die Arbeit ist oben wie unten schweißtreibend, der Kaffee danach genauso wohlverdient wie das Abendessen am Kamin - natürlich Rentiergeschnetzeltes.

Am späten Abend tobt sich das Nordlicht am klaren Nachthimmel über der Hütte aus, lässt mit seinen grünlichen Schleiern den Schnee leuchten. Es ist still, ganz still. Nur ein leiser Lufthauch ist spürbar, in dem sich die Silhouetten der Zweige vor den grünen Lichtvorhängen bewegen. Nicht einmal die Hunde sind zu hören: Sie sind wohl für heute zufrieden.

Weitere Informationen
Auskünfte: Innovation Norway/Norwegisches Fremdenverkehrsamt, www.visitnorway.de
Hundeschlitten: Veranstalter der Touren im Pasviktal ist Birk Safari, Melkefoss, N-9925 Svanvik, Tel. 0047/90/97 82 48
. E-Mail: post@birkhusky.no
, www.birkhusky.no



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