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Bouldern: Klettern ohne Seil

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Seilfrei! Bouldern ist Klettern ohne Sicherung

04.12.2012, 18:01 Uhr | Julia Englhart, KGK

Bouldern: Klettern ohne Seil. Kletter-Disziplin Bouldern: Nichts für Angsthasen (Quelle: spotography / Benedikt Braun)

Nichts für Angsthasen: Beim Bouldern klettert man zwar in Absprunghöhe, dafür aber ohne Sicherung. (Quelle: spotography / Benedikt Braun)

‚Klettern in Absprunghöhe’ ist die wohl einfachste Definition für den Abkömmling des vertikalen Felsvergnügens. Unter Boulderern auch gerne "Bröckeln" genannt. Die eigenständige Disziplin des Kletterns ist nicht neu, erfreut sich aber zunehmend an Beliebtheit und neuen Aspiranten, die Wände und Decken in Boulderhallen und ganze Felslandschaften bevölkern. Ob das nicht langweilig ist? Nein! Der Bericht einer vielseitigen Trendsportart, die Sie auch hier in der Foto-Show über das Bouldern kennenlernen können.

Bouldern: Unterschied zum Klettern

Klettern ohne Seil und Gurt? Hier besteht Erklärungsbedarf: Das so genannte Bouldern (englisch "Boulder" = Felsblock) führt die Sportler ungesichert an kurzen Wänden mal horizontal, mal in wenigen Zügen bis etwa vier Meter nach oben oder - in höheren Schwierigkeitsgraden - überhängend an der Decke entlang. Im Falle eines Sturzes landet man auf einer der Weichbodenmatten, die den Boden jeder Halle bedecken. Beim Bouldern im Freien übernimmt das ein so genanntes Crashpad - eine kleine, tragbare Matte. Ziel beim Bouldern ist es, möglichst schwierige Kletterzüge zu absolvieren, also an Griffen zu klettern, die man gerade noch festhalten kann. So findet man in einem Boulder "extremere" Bewegungen als in einer langen Kletterroute. Natürlich gibt es auch einfache Boulder - vor allem die künstlichen Kletterwände der Boulderhallen bieten viele Routen speziell für Einsteiger. Und es gibt einen entscheidenden Unterschied zum Seilklettern: Bouldern kann man auch ohne Kletterpartner. Dann ist allerdings eine Extraportion Vorsicht geboten - denn auch auf einer Matte kann man mal umknicken und dann ist keiner da, der schnell helfen kann.

Bouldern: Am Anfang war der Sandsteinfels

Bouldern ist keine ganz junge Sportart: Bereits um 1900 kletterten die Franzosen auf den berühmten Sandsteinfelsen in Fontainebleau, unweit von Paris. Und seit den 70er Jahren gilt Bouldern als eigene Disziplin des Sportkletterns. In den Neunzigern begann dann ein Boom, der bis heute anhält. Vor allem das Bouldern an künstlichen Wänden, entweder als eigener Sektor in Kletterhallen oder in speziellen Boulderhallen, hat sich etabliert.

Vorgegebene Routen zum Bouldern

Viele Hallen bieten definierte Routen, so genannte „Boulderprobleme“ an, die als solche genau markiert sind. Man beginnt mit dem niedrigsten Startgriff und klettert zum genkennzeichneten Endgriff, der häufig an der höchsten Stelle endet. In manchen Hallen gibt es keine festgelegten Boulder, sondern nur ein Meer aus Klettergriffen und Tritten in der Wand. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: andere Boulderer nach passenden Routen fragen oder selbst kreativ werden. Die selbständige Suche nach passenden Bouldern scheint anfangs schwierig, aber je mehr Übung man hat, umso leichter wird auch die Routenfindung.

Schwierigkeitsgrade beim Bouldern

Zur Bewertung der Schwierigkeit von einzelnen Bouldern existieren unterschiedliche Bewertungsskalen. Am weitesten verbreitet ist die Fontainebleau-Skala (Fb-Skala). Sie wertet die Schwierigkeit und differenziert zudem danach, ob es sich um ein reines Boulderproblem (Fb-Bloc) oder - bei horizontaler Bewegung am Fels - um ein Traversenproblem (Fb-Trav) handelt. Die Skala ist nach oben offen, da immer schwierigere „Probleme“ gelöst werden - in solch einem Fall erweitert sich die Bewertungsskala. Die Fb-Skala beginnt momentan im einfachsten Grad 2a und endet bei der größten Schwierigkeit 8b+. In Boulderhallen erfolgt die Bewertung einer Route zumeist durch Grifffarben oder Kennzeichnungen an den einzelnen Griffen.

In die Halle oder an den Fels?

Diese Frage stellt sich für viele gar nicht, da die nächsten Bouldergebiete weit entfernt sind oder man unter der Woche in der Stadt keine Zeit für eine lange Anreise hat. Fast alle Kletterhallen bieten so genannte Bouldergrotten oder Boulder-Areas an. Diese Bereiche sind meistens von den Kletterwänden getrennt, viel niedriger und mit einem „Dach“ ausgestattet, das sich kopfüber beklettern lässt. Vor acht Jahren eröffnete die erste deutsche Boulderhalle in Essen, mittlerweile gibt es sie in fast jeder größeren Stadt. Dort kann man an künstlichen Kletterwänden in Absprunghöhe, also bis zu etwa vier Metern, über Weichbodenmatten bouldern. Wer geeignete Felsblöcke draußen in der Natur sucht, ist in Regionen mit Granit- oder Sandsteinaufkommen richtig beraten. Klassiker in Europa sind beispielsweise Fontainebleau bei Paris, das Tessin in der Schweiz oder das österreichische Zillertal. Da in der Natur keine Weichbodenmatten liegen, sollte man sein eigenes Polster, ein spezielles Crashpad mitbringen. Die wurden speziell für das Bouldern entwickelt: fast alle Crashpads sind faltbar und so gut auf dem Rücken zu transportieren. Am Felsblock klappt man sie auf und erhält eine Matte. 

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