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Aktivurlaub in der Türkei: Biken im Tal der tausend Türme

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Türkei: Biken im Tal der tausend Türme

15.03.2012, 17:02 Uhr | Norbert Eisele-Hein, srt

Aktivurlaub in der Türkei: Biken im Tal der tausend Türme. Moutainbiker im Love-Valley / Güvercinlik-Tal in der Türkei (Quelle: SRT /N. Eisele-Hein)

Biken durchs Felschaos: Moutainbiker im Love-Valley in der Türkei. (Quelle: N. Eisele-Hein/SRT )

Radfahrer träumen von einer Tour durch die USA oder Canada, vom Erklimmen der höchsten Bergpässe in Nepal und vom Mount Kenya in Ostafrika. Dabei liegt das Fahrradglück so nahe: Und zwar in der Türkei, im "Tal der tausend Türme". So wird Kappadokien, eigentlich altpersisch für "Land der schönen Pferde", aufgrund seiner einzigartigen Felsformationen und Felszacken aus weichem Tuff genannt. Die pastellfarbene Landschaft bietet rasante Trails für Radfahr-Begeisterte. Entdecken Sie die schönsten Radtrails von Kappadokien in unserer Foto-Show.

Radfahren durchs Zemi-Tal

Der Muezzin ruft die Gläubigen gerade zum Gebet, als wir ins Zemi-Tal abtauchen. Das helle Gestein blendet im gleißenden Sonnenlicht, seine Oberfläche ist rau. So rau, dass die Stollenreifen daran haften wie Marmelade an den Fingern. Eine vom Regen ausgewaschene Rinne markiert die Route durch den Steilhang. Gerade mal lenkerbreit verläuft der Weg in Spitzkehren hinunter ins Tal. Dort sorgt ein schmaler Bach für unerhörten Fahrspaß. Das Sahnehäubchen liefern die Tunnels, die das Rinnsal mit der Geduld von Jahrtausenden in die im Weg stehenden Berge gefräst hat. Gebückt wie Limbo-Tänzer surfen wir auf dem Rad durch die Höhlen, während das Spritzwasser unsere Waden kühlt.

Kappadokien - besser als Nepal, Alpen und Mount Kenya

Wir pfeifen durch die Zähne und nicken stumm mit Endorphin-geschwängertem Blick zurück auf den Weg. Alle sind sich einig: Was für ein Trail! "Davon gibt es noch viele mehr", jubelt Wolfgang Neumüller mit einem breiten Grinsen. Der Reiseleiter weiß, wovon er spricht: Südwesten der USA, Nepal, Mount Kenya, dutzende Alpenüberquerungen... Wolfgang Neumüller hat schon viele Touren auf fünf Kontinenten hinter sich. "Aber Kappadokien ist der absolute Hammer! Nur vier Stunden Flugzeit, keine Impfungen, keinen Ärger mit Visa, keinen Jetlag. Und man fühlt sich wie auf einem anderen Planeten!".

200 Quadratkilometer großes Bikerparadies

200 Quadratkilometer groß ist das Radfahrerparadies im zentralanatolischen Hochland. Über dieser Mondlandschaft leuchten die selbst im Hochsommer noch schneebedeckten Vulkankegel des Erciyes und Hasan Dagi. Mit gewaltigen Eruptionen haben die beiden Fast-Viertausender die einst tropische Sumpflandschaft der Urzeit mit Asche zugekleistert. Überall dort, wo härtere Lava-Schichten einen Deckel bildeten, wurden märchenhafte Formationen aus dem butterweichen Tuff gewaschen, die legendären "Feenkamine". Das kreative Traumteam Wind und Wetter hat daraus einen perfekten Bikepark gebastelt. Bei einer Ballonfahrt, die täglich zum Sonnenaufgang angeboten wird, kommen die unglaublichen Dimensionen der unzähligen Türme, Zinnen und Felsnadeln vollends zur Geltung.

Klettern durch die Felszacken

Bei Selime parken wir die Räder und turnen wie die Affen durch einen markanten, fünf Stockwerke hoch ausgehöhlten Felszacken. Wolfgang Neumüller kennt jeden Tritt in diesem Labyrinth. Schon um 1500 vor Christus nutzten die Hethiter diese Anlage. Die ersten Christen erweiterten die Höhlensysteme. Um zu überleben gruben sie im butterweichen Tuff sogar bis zu zehn Stockwerke unter die Erde. So lebten in der größten unterirdischen Anlage bei Derinkuju zeitweilig bis zu 10.000 Menschen mehrere Monate unter Tage, während die Angriffswellen der Isaurier, Hunnen, Perser und Araber darüber hinweg brandeten.

Sehenswerte Türkei

Auf staubigen Pisten klappern wir eine Sehenswürdigkeit nach der anderen ab: Pasabaglari, das "Tal der Mönche", in dem die Feenkamine von dunklen Lavahauben gekrönt werden; Avanos, das Zentrum des kappadokischen Töpferhandwerks; die "Sarihan Karavansarayi" am Fluss Kizilirak, wo die Seldschuken im 11. Jahrhundert das alte römisch-byzantinische Wegenetz erneuerten und alle 40 Kilometer eine Karawanserei errichteten.

Göreme: Weltkultur- und Weltnaturerbe

Der letzte Ausflug führt uns zunächst durch den Stadtkern von Göreme. Das etwas 200 Quadratkilometer große Areal um Göreme, der Schaltzentrale Kappadokiens, wurde schon 1985 zum Weltkultur- und Weltnaturerbe der UNESCO erklärt. Etliche Felskegel sind ausgehöhlt und wurden zu stilvollen Restaurants oder Hotels umfunktioniert. Vom 60 Meter hohen Burgfelsen Uchisars genießen wir noch einmal das Panorama auf das pastellfarbene Felsenchaos, bevor wir direkt ins "Love Valley" fahren. Dort treffen sich aber keine Liebespaare. Die Gegend hat ihren Namen von den zahlreichen markanten, spitzen Felspfeilern. Um diese zu deuten, muss man kein Freudianer sein.

Weitere Informationen

Anreise: Flug über Istanbul nach Kayseri, von dort noch zwei Stunden Fahrt mit dem Bus nach Göreme.
Preisbeispiel: Acht Tage inklusive Flug, Übernachtung mit Vollpension, Transfers ab 1340 Euro, zwei Termine: 21.bis 28. April 2012 und 22.bis 29.September 2012, bei Hauser Exkursionen, Tel. 089/235006-0, info@hauser-exkursionen.de, www.hauser-exkursionen.de;
Türkisches Fremdenverkehrsamt, Rungestraße 9, 10179 Berlin, Tel. 030/2143752, info@tuerkei-kultur-info.de, www.goturkey.com

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