Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reisemagazin > Aktivurlaub >

British Columbia: Aktivurlaub für Abenteurer

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

British Columbia: Wildnis und Wildtiere pur

18.04.2012, 09:13 Uhr | Bärbel Schwertfeger, srt

British Columbia: Aktivurlaub für Abenteurer. British Columbia ist berühmt-berüchtigt für Bären. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Vorsicht! Auf diesen Pfaden können Ihnen Bären begegnen! (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Mit beängstigender Geschwindigkeit rast das Boot durch die dichten Nebelbänke. Schweigsam, in ihre Sitze gepresst und in dicke orangefarbene Schutzanzüge gehüllt, starren die Gäste ins Nichts. Nur ab und zu werden die Konturen von Felsen und Bäumen sichtbar. Dann drosselt der Bootsführer das Tempo. Schemenhaft tauchen drei dunkle Punkte auf den hellen Felsen auf. Eine Bärin mit zwei Jungen klettert in den bei Ebbe freiliegenden Ufersteinen herum. Impressionen von Kanada und Bären gibt es in der Foto-Show.

Vancouver Island: Wildnis, Bären, Regenwald

So nah wie im Clayoquot Sound auf Vancouver Island an der Pazifikküste Kanadas kann man die Tiere selten beobachten. Unberührte Fjordlandschaften mit jahrhundertealten Regenwäldern säumen die weitgehend unzugängliche Westküste der mit 450 Kilometern Länge größten Insel an der Pazifikküste Nordamerikas. Touristisches Zentrum ist das einst verschlafene Fischerdorf Tofino. Der Ort am Ende einer Landzunge ist umgeben vom Pacific Rim Nationalpark und idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Ausflüge in die Wildnis. Dort kann man Bären und Wale beobachten, in heißen Schwefelquellen baden und auf zahlreichen Wanderwegen durch den Regenwald streifen. Kajakfahrer können tagelang durch die Wildnis paddeln, ohne auf eine Menschenseele zu treffen, und Surfer aus aller Welt treffen sich am ausgedehnten Long Beach mit seinen lang auslaufenden Wellen.

Lange Fahrt durch Wälder

Schon die 340 Kilometer lange Fahrt von Victoria, der britisch angehauchten Hauptstadt der Provinz British Columbia ist ein Erlebnis. Die Straße schlängelt sich durch dichte Wälder, links und rechts tauchen einsame Seen auf, überragt von schneebedeckten Bergen. Und plötzlich steht ein Bär am Wegesrand und wartet geduldig, bis die Straße frei ist und er in Ruhe auf die andere Seite wechseln kann.

Bau einer Kupfermine droht

Tofino selbst ist eine kleine Ansiedlung mit schmucken Holzhäusern, netten Restaurants und einem kleinen Hafen. Doch so friedlich der Ort wirkt, auch hier ist die Natur in Gefahr. Der Clayoquot Sound ist zwar UNESCO Naturerbe, aber deshalb noch lange nicht geschützt. Selbst die Bärenjagd ist erlaubt. "Die anderen jagen die Bären, wir versuchen sie zu schützen", sagt Don Travers, Eigentümer des Touranbieters Remote Passages. Inzwischen hätten die Ausflugsboote die meisten Jäger zum Glück vertrieben. Doch nun droht eine viel größere Gefahr: Ein ganzer Berg soll abgetragen und eine Kupfermine gebaut werden - ein Desaster für die sensible Umwelt und für die Wale, die auf ihrem Weg von Mexiko nach Alaska hier Rast machen. Travers notiert, welche Tiere auf seinen Touren gesichtet wurden, und zeigt uns die Tafeln, auf denen Datum und Zahl der Tiere, symbolisiert durch Bärentatzen und Walflossen, penibel aufgezeichnet sind.

Schwefelquellen in der Hot Springs Bucht

Am nächsten Tag, als wir mit dem Boot zu den heißen Schwefelquellen fahren, sehen wir Grauwale. Erst taucht nur ein schwarzer Rücken aus dem unruhigen Meer auf, dann ragt plötzlich die mächtige Schwanzflosse in die Luft und schließlich sind wir von einer ganzen Gruppe von Walen umgeben. Nach einer guten Stunde erreichen wir den Anlegerplatz in der Hot Springs Bucht. Von hier führt ein eineinhalb Kilometer langer Weg über Holzplanken und Hunderte von Stufen durch den urwüchsigen Regenwald mit mächtigen Douglasfichten bis zur Quelle, deren heißes Wasser aus fünf Kilometer Tiefe sprudelt und sich hundert Meter weiter in kleinen Pools zwischen einer Felsspalte sammelt. Nach einer kurzen Klettertour über die glitschigen Steine genießen wir das wohlig warme Wasser inmitten der Wildnis.

Wandern auf dem Nuu-chah-nulth-Trail: Warnung vor Bären, Wölfen und Pumas

Mit welcher Kraft die Natur hier wirkt, lässt sich am Long Beach bewundern, wo sich riesige, als Treibholz angeschwemmte Baumstämme wie Streichhölzer stapeln, aus denen manche Surfer sich einen Windschutz bauen. Am Ende des Strandes befindet sich das Wickaninnish Visitor Center mit Panorama-Restaurant und sehenswertem Museum. Dort beginnt auch der zweieinhalb Kilometer lange Nuu-chah-nulth-Trail. Vorbei an Totempfählen der einst hier heimischen Nuu-chah-nulth-Indianer und zahlreichen Hinweistafeln zu ihrer Kultur führt der Wanderweg über Holzstege durch den Regenwald und Moorgebiete bis zur Florencia Bay. Ein Schild warnt vor Begegnungen mit Bären, Wölfen oder Pumas.

Kein Bier für Bären

Am Nachmittag bringt uns Michael White zur Freedom Cove. Wir fahren vorbei an unzähligen Inseln, im Hintergrund die schneebedeckten Berge. Der morgendliche Nebel hat sich fast ganz aufgelöst, nur ein paar Nebelbänke hängen noch dekorativ über den Buchten. Die Luft ist ungewöhnlich klar, der Himmel knallblau. Wir passieren zwei schwimmende Lachsfarmen und erreichen nach einer guten Stunde Freedom Cove. In der geschützten Bucht hat sich das Künstlerpaar Wayne und Catherine vor 20 Jahren ein schwimmendes Heim in der Wildnis gebaut. Inzwischen ist ihr auf ausrangierten Metallgittern von Fischfarmen gebautes Reich auf über 1500 Quadratmeter gewachsen. Stege führen vorbei an unzähligen Blumentöpfen und Kunstwerken, in den Treibhäusern wächst das Gemüse zur Selbstversorgung. Im Sommer beschäftigen sich die beiden vor allem mit ihrem Garten und empfangen Gäste. Im Winter widmen sie sich ihrer Kunst. Die 55-jährige Catherine schnitzt, malt, schreibt und tanzt auf einer eigens dafür gebauten runden Plattform. "Ich bin ein Wildnis-Künstler, die Wildnis inspiriert mich", erzählt der 63-jährige Wayne. Er schnitzt, fertigt Holzfiguren, die sich ähnlich wie eine Wassermühle bewegen, und denkt über den Bau eines kleinen Teehauses nach. "Wenn Ebbe ist, haben wir einen Strand, und dann laufen die Bären um uns herum", erzählt Wayne. Probleme habe es aber noch nie gegeben. "Wir achten streng darauf, nichts Duftendes hier zu haben", erzählt er. Keinen Sirup, keine Bonbons, kein Cola und kein Bier. Denn auf Bier sind die Bären besonders scharf.

Weitere Informationen

Anreise: Der nächste internationale Flughafen ist Vancouver. Air Transat bietet Flüge ab 559 Euro an.
Einreise: EU-Bürger benötigen einen gültigen Reisepass.
Mietwagen: Einen Mietwagen bucht man am besten bereits in Deutschland. Einen Preisvergleich internationaler Verleiher findet man auf www.billiger-mietwagen.de. Einen Kleinwagen für zwei Wochen ab/bis Vancouver gibt es im Mai ab 370 Euro.
Übernachtung: Moderne Appartements mit Küche, Kamin und eigener Waschmaschine gibt es im Cox Bay Beach Resort ab 200 Euro, www.coxbaybeachresort.com. Das Blue Bear Bed & Breakfast bietet Zimmer ab 95 Euro ab. www.bluebearbandb.com
Veranstalter: FTI hat eine 19tägige organisierte Mietwagenrundreise mit Stopp in Tofino in British Columbia im Programm. Die Rundreise kostet inklusive Mietwagen und 18 Übernachtungen, ohne Flug ab 1429 Euro pro Person: www.fti.de, Tel. 01805/384 500 (14 Cent/Minute aus dem deutschen Festnetz). Bei Dertour gibt es eine 15-tägige Reise von Calgary bis Vancouver mit Aufenthalt in Tofino ab 1916 Euro (14 Übernachtungen, Mietwagen, ohne Flug): www.dertour.de.
Touren: Touren zur Bären- und Wal-Beobachtung gibt es bei Remote Passages, www.remotepassages.com. Die 2,5-stündige Bären-Tour kostet rund 64 Euro. Eine ähnliche Tour kann auch bei FTI ab 76 Euro pro Person gebucht werden. Einen Ausflug in die Freedom Cove organisiert Browning Pass Charters für 64 Euro pro Person, www.browningpass.com
British Columbia: Informationsmaterial und weitere Auskünfte über British Columbia es unter 01805/526232 (14 c/min Festnetz) oder über info@infokanada.de. Umfangreiche Informationen bietet auch die deutschsprachige Website www.hellobc.com.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Reisethemen von A bis Z

Anzeige
shopping-portal