Startseite
Sie sind hier: Home > Reisen > Reisemagazin > Aktivurlaub >

Die gefährlichsten Großstädte für Radfahrer

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Hier leben Radfahrer lebensgefährlich

03.04.2012, 10:19 Uhr | dpa

Die gefährlichsten Großstädte für Radfahrer. Auf Neu Delhis Straßen leben Radfahrer am gefährlichsten. (Quelle: Reuters)

Auf Neu Delhis Straßen leben Radfahrer am gefährlichsten: In Indien sterben mehr Menschen im Straßenverkehr als in jedem anderen Land. (Quelle: Reuters)

Das Fahrrad ist in den Großstädten ein immer beliebteres Fortbewegungsmittel - ob aus Mangel an finanziellen Möglichkeiten, steigenden Benzinpreisen oder aus Gründen der Mobilität oder des Klimaschutzes. Doch gerade in den überfüllten Metropolen mit riesigen Straßen, unübersichtlichen Kreuzungen und komplexen Kreiseln haben es die Radfahrer nicht immer leicht. Vor allem in Neu Delhi müssen Radfahrer um Ihr Leben bangen, doch auch in anderen Weltstädten ist es für Radler besonders gefährlich.

Äthiopien: Tiefe Schlaglöcher in Addis Abeba

Radfahren in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ist lebensgefährlich. Die meisten Straßen haben tiefe Schlaglöcher, Tiere und Viehherden überqueren plötzlich die Fahrbahn, und Autofahrer brettern mit ihren alten Ladas und Toyotas ohne Rücksicht auf Zweiradfahrer durch die Gegend - zumal der Anblick von Fahrrädern in der Metropole sehr ungewohnt ist. Anders sieht es in den äthiopischen Kleinstädten aus. Dort strampeln morgens Studenten zur Uni, Kinder zur Schule und Händler zum Markt. Ein lustiger Anblick sind "radfahrende" Schafe: So mancher Viehhalter schnallt sich seine Tiere einfach auf den Rücken, um sie zu transportieren. Radrennen gibt es übrigens auch, zum Beispiel in Bahir Dar in Nordäthiopien, wo regelmäßig Hunderte Sportler um die Wette fahren.

Spanien: Radwege in Madrid dienen Politik als Alibi

Radfahrer haben in Madrid Seltenheitswert. In den vergangenen Jahren wurden zwar einige Radwege gebaut, aber sie werden praktisch nicht genutzt. Sie dienen den Politikern eher als eine Art von Alibi, das verdecken soll, dass Madrid alles andere als eine fahrradfreundliche Stadt ist. Als Radfahrer lebt man gefährlich, denn man wird nicht als gleichrangiger Verkehrsteilnehmer respektiert. In den Augen der Autofahrer haben Radler - ebenso wie Fußgänger - auf der Straße nichts zu suchen. Für die Madrilenen ist das Fahrrad vor allem ein Sportgerät und kein Fortbewegungsmittel. Nur einmal im Jahr, am "Tag des Fahrrads", sind mehrere Hauptverkehrsadern Radfahrern vorbehalten. Wer ansonsten in Madrid gern Rad fährt, ohne dies als Sport zu betreiben, kann auf dem "Anillo Verde Ciclista" (Grüner Fahrradring) über eine Strecke von 64 Kilometern in weitem Bogen um die Stadt herumradeln.

China: Radfahrer in Peking ganz unten in der Straßenhierarchie

China erlebt eine Fahrrad-Revolution: Die Chinesen steigen vom pedalbetriebenen Drahtesel auf elektrische Zweiräder um. Wo einst vor allem Fahrräder rollten, drängen sich heute E-Bikes. Nicht Fitness oder umweltschonender Lebensstil stehen im Vordergrund, sondern Mobilität. Allein in der chinesischen Hauptstadt gibt es heute mehr als 700 000 Batterie-Fahrräder, landesweit sind schon mehr als 140 Millionen E-Bikes unterwegs. Dadurch wird Radeln in Peking noch gefährlicher. Ohnehin rangieren Fahrradfahrer ganz unten in der Straßenhierarchie und werden von den Autos gnadenlos zur Seite gedrängt. Jetzt schießen auch noch die E-Bikes lautlos aus dem Hinterhalt an den Radlern vorbei. Da aber auch immer mehr Chinesen vom Zweirad auf das Auto umsteigen, soll sich der Siegeszug der E-Mobilität ebenfalls auf dem größten Automarkt der Welt fortsetzen. Nirgendwo wird so intensiv an der Entwicklung von Elektrofahrzeugen gearbeitet wie in China.

Indien: Mörderisches Chaos auf Neu Delhis Straßen

In keinem anderen Land sterben mehr Menschen im Straßenverkehr als in Indien. Vorfahrt nimmt sich grundsätzlich der Stärkere. So leben Fahrradfahrer nach Fußgängern denn auch am gefährlichsten auf Neu Delhis Straßen. In der indischen Hauptstadt trotzen dennoch etliche Radler dem mörderischen Chaos - allerdings keineswegs freiwillig. Wer sich auf dem Fahrrad durch Staus, Smog und Hitze schlängelt, hat schlicht kein Geld für ein anderes Transportmittel. Denn Fortbewegung hat in Indien viel mit Prestige zu tun. Verkürzt lautet die Formel: Je mehr Geld, desto mehr Räder und PS. Wer genug Geld gespart hat, steigt vom Fahrrad aufs Moped um. Wer es sich leisten kann, fährt Auto. Fahrradfahren als Hobby - auf diese aus indischer Sicht absurde Idee käme kein Hauptstadtbewohner.

Russland: Nur 2,5 Kilometer Radwege in Moskau

Rücksichtslose Autofahrer, fehlende Radwege, geringer Status: In den Straßenschluchten der Mega-Metropole Moskau gilt Fahrradfahren als Risikosport. "Rücksichtnahme gehört nicht zu den Tugenden der Autofahrer in Moskau", sagt Igor Nalimow, Chef des russischen Fahrradverbands. Von den mehr als zehn Millionen Einwohnern der russischen Hauptstadt besitzt zwar rein statistisch jeder fünfte einen Drahtesel, aber im Alltag sind Radfahrer kaum zu sehen. Kein Wunder: Moskau besitzt nur 2,5 Kilometer Radwege. "Viele Russen denken: Wer aufs Rad steigt, steigt sozial ab", erklärt Nalimow. Allgemein sind Rennwagen angesagter als Rennräder. Trotzdem registrierte der Verbandschef in den vergangenen Jahren eine steigende Zahl von Radlern. "Tests haben ergeben, dass man in Moskau auf dem Fahrrad sein Ziel meist viel früher erreicht als im Auto oder in der Metro." An den Mega-Staus auf den oft zwölfspurigen Straßen könne ein Zweirad leicht vorbeizischen.

England: Tieferliegende Kanaldeckel auf Londons Radwegen

In London ist Fahrradfahren wieder hip. Nicht nur im trendigen Osten, wo Räder von Herstellern wie Halford's im Vintage-Look oder praktische Nobel-Falträder von Brompton das Straßenbild dominieren. Im Zentrum flitzen Heerscharen von Bankern auf High-Tech-Rädern am Stau vorbei zur Arbeit. Das Fahrrad ist eine kostengünstige Alternative zu überfüllten U-Bahnen und zum Auto. In "Pit-Stop-Cafes" werden Drahtesel innerhalb einer Kaffeepause wieder auf Vordermann gebracht. Wer kein eigenes Rad besitzt, kann an 400 Leihstationen auf die blau angestrichenen "Boris Bikes" zurückgreifen - ein System, dessen Einführung Bürgermeister Boris Johnson für sich beansprucht. Doch die Radwege, die hier "Super-Highways" heißen, erfassen nur einen kleinen Teil der Stadt. Oft sind sie auch noch mit tieferliegenden Kanaldeckeln gespickt. Radfahrer sind unübersichtlichen Kreisverkehren und rücksichtslosen Autofahrern hilflos ausgeliefert.

Türkei: Zugeparkte Bürgersteige in Istanbul

Staus, hupende Autos in engen Straßen, viele Steigungen: Auf den ersten Blick ist die türkische Millionenmetropole Istanbul keine Fahrrad-Stadt. Der Straßenverkehr schreckt viele ab, die es mit den sieben Hügeln der Stadt am Bosporus noch aufnehmen würden. Trotzdem haben in den vergangenen Jahren neue Geschäfte eröffnet, die bis hin zum Hightech-Rad alles anbieten. In den umliegenden Wäldern sind Mountainbike-Fahrer unterwegs. Vor einem Jahr hat ein türkisch-dänisches Ehepaar eine Fahrrad-Karte für Istanbul vorgestellt, die auf der europäischen Seite der Stadt die besten Wege vorbei an zugeparkten Bürgersteigen oder stark befahrenen Autostraßen vorstellt. Türkische Radfahrer verlangen, dass nun auch die Stadtverwaltung aktiv wird, um Platz für das Fahrrad zu schaffen.

New York: Lieferantenfahrer ohne Licht und Straßenregeln

Diese Metropole ist keine Radfahrstadt. Eigentlich ist New York auch keine Autostadt, nur U-Bahn oder die eigenen Füße sind halbwegs zuverlässige Transportmittel. Und trotzdem sieht man viele Radfahrer - allerdings ganz andere als in Europa. Die einen sind die Lieferfahrer. Mit manchmal Dutzenden Tüten am Lenker radeln sie durch die Straßen. Es sind vor allem Latinos und Asiaten, die den New Yorkern, von denen kaum jemand selbst kocht, Pizza, Chop Suey und Chicken Tandoori bringen. Diese Lieferfahrer ignorieren meistens Einbahnstraßen, Ampeln und Verkehr. Licht haben sie fast nie - Unfälle sind entsprechend häufig. Die Central-Park-Fahrer dagegen haben teure Räder und eine bis ins Detail abgestimmte Ausstattung. Sie fahren nur zum Spaß und für die Rekorde. Nicht wenige sehen mit den aerodynamisch angepassten Helmen aus wie Außerirdische. In den Grünanlagen selbst darf man zwar nicht radeln, aber die asphaltierten Straßen durch den Central Park sind das Revier dieser Gruppe. Und auf diesen Wegen treffen sie eine dritte Gruppe von Radlern: Touristen, die den Central Park per Fahrrad erkunden. Aber das sind fast immer Europäer. New Yorker fahren nun mal kein Rad.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Historischer Panzer fährt nach 70 Jahren wieder

Mit großer Not startet der 520-PS-starke Motor zu neuem Leben. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Multimedia-Sale: Technik- artikel stark reduziert

Jetzt zuschlagen: Fernseher, Notebooks, Beamer, Navis u. v. m. zu Toppreisen. bei OTTO

Shopping
Voll im Trend und garantiert keine kalten Füße mehr

Kuschelige weich und warm gefüttert, Boots für gemütliche Tage zuhause. bei BAUR

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Reisethemen von A bis Z

Anzeige
shopping-portal