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Aktivurlaub weltweit: Kolumbien-Reisen

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Aktivurlaub in einem Land, das erwacht

13.04.2012, 14:25 Uhr | Oliver Gerhard, srt

Aktivurlaub weltweit: Kolumbien-Reisen. Wandern in Kolumbien. (Quelle: SRT /Oliver Gerhard)

Auf mystischen (Ab-) Wegen: In Kolumbien kann man noch Neuland betreten. (Quelle: Oliver Gerhard/SRT )

Kolumbien ist mehr als nur ein Land voller Drogen, Guerilla und Armee: Das Auswärtige Amt bestätigt eine generelle Verbesserung der Sicherheitslage in den letzten fünf Jahren, was dazu führte, dass immer mehr Aktivurlauber das Land für sich entdecken. Und tatsächlich gibt es noch einige Plätze im kolumbianischen Urwald, die bisher nur von wenigen Touristen betreten worden sind. Gehen Sie mit uns auf Entdeckungsreise durch Kolumbien in unserer Foto-Show.

Land und Laute im Rio Claro Naturreservat

Ein Sirren wie von einer Kreissäge liegt in der Luft, später kommt ein rhythmischer Zahnarztbohrer hinzu, eine aufgeschreckte Affenherde springt kreischend von Wipfel zu Wipfel - die Tierwelt des Urwalds macht Lärm. Behutsam balancieren zwischen Straßen von Blattschneiderameisen hindurch, die den Pfad kreuzen. "Nur auf die trockenen, hellen Felsen treten", gibt Guide Hektor nach hinten durch. "Das ist kein Granit, das ist echter Marmor." Ein besonderes Charakteristikum des Rio Claro Naturreservats, eines privaten Schutzgebiets zwischen Medellín und Bogotá.

Höhlenwandern bei den Fettvögeln

Schließlich stehen wir vor einer zerklüfteten Felswand, ein Bach verschwindet in einem schwarzen Loch - der Eingang zur "Höhle der Fettvögel". Stirnlampen an, dann geht es im Gänsemarsch in den Schlund. Wasser plätschert um unsere Knöchel, dann um die Knie, schließlich bis zur Hüfte. "Nicht nach oben leuchten", hatte Hektor vorher gesagt, "denn die Fettvögel, die hier nisten, mögen kein Licht". Mehrere Hundert dieser Tiere verbringen den Tag schlafend in der Grotte. Erst nachts machen sie sich auf die Suche nach den fetthaltigen Palmfrüchten, denen sie ihren Namen verdanken.

Ein Teilnehmer aus der Gruppe lässt den Lichtschein aus Versehen doch zur Decke schweifen. Ein kurzes Flackern nur, in dem bräunliche Körper und gebogene Schnäbel aufblitzen. Dann ertönt ein krächzendes Geräusch, als würde man mit einem Spachtel an einer rauen Wand entlang schaben. Erst eines, dann zehn, dann hundert. Kein Vogelkonzert, sondern eine Gänsehaut erzeugende Kakophonie. "Schwer macht man sich einen Begriff von dem Lärm, den tausende Vögel im dunklen Innern der Höhle machen", schrieb schon Alexander von Humboldt, der diese Tiere 1799 erstmals in Venezuela entdeckte.

Springen, Rutschen - und am Ende ein Wasserfall

Kurz darauf erreichen wir eine steinerne Kuppel und das Protestgeschrei legt sich. "Jetzt beginnt der lustige Teil", sagt Hektor. In einem Parcours aus Tunneln, Wasserbecken und Rutschbahnen gelten nur noch zwei Kommandos: Springen und rutschen. Abstoßen, ein Plumps ins Wasser, untertauchen, dann die Suche nach einem Griff zum Festhalten. Dumpf hallen die Schreie der Springenden von den Wänden wider. Schließlich sehen wir in der Ferne Tageslicht, der Ausgang ist erreicht. Eine Strickleiter führt durch einen tosenden Wasserfall ins Freie.

Kolumbien: Ein Land im Vormarsch

"An manchen Tagen schleusen wir bis zu 200 Besucher durch den Berg", sagt Hektor. "Tendenz steigend." Die Kolumbianer haben Nachholbedarf in punkto unbeschwertem Freizeitspaß. Über Jahrzehnte befand sich das Land im Dauerkonflikt zwischen Drogenmafia, Guerilla, Paramilitärs und Armee. Seit einiger Zeit ist die Sicherheitslage stabil, die "Politik der harten Hand" der Regierung trägt Früchte. Die Tourismusbranche hat bereits reagiert: Mehrere Fluggesellschaften bieten wieder Nonstop-Flüge nach Bogotá an, Kolumbien ist in mehr als 60 Katalogen deutscher Reiseveranstalter vertreten. Insbesondere als Aktivtourist stößt man in Regionen vor, die lange keinen ausländischen Besucher gesehen haben.

Radfahren in Bogotá

Unsere Reise hat schon in Bogotá sportlich begonnen: Jeden Sonntag verwandeln sich die Hauptverkehrsstraßen der kolumbianischen Hauptstadt in eine autofreie Zone. Bis zu einer halben Million Menschen sind dann im Rahmen der "Ciclovia" unterwegs. Das größte regelmäßige Radlerevent der Welt wurde 1976 im autoverrückten Bogotá erfunden, das allein 55.000 Taxis und 18.000 Busse zählt - und 900 Verkehrstote im Jahr. An der Plaza Bolivar, dem kolonialen Hauptplatz, warten zehn betagte, aber funktionstüchtige Mieträder auf uns. Und Angélica Gutierrez, unsere Begleiterin für die Stadtdurchquerung. Die 24-jährige Studentin trägt gelb-rotes Radler-Outfit, das Erkennungszeichen der Helfer, die das Ereignis begleiten. Anfangs interessierte sich niemand für diesen Job. Bis der Bürgermeister die Truppe "Bikewatch" nannte - ein geschickter Trick zu Hochzeiten der TV-Serie Baywatch: Die Bewerberzahl stieg danach von 20 auf 2000.

Wir reihen uns ein in das Heer der Radfahrer: Mittvierziger in Lance-Armstrong-Trikots auf teuren Rennrädern, Rentnerpaare auf klapprigen Mühlen, Kinder mit Stützrädern. Dazwischen traben pummelige Joggerinnen in Ganzkörper-Lycra, walken Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern, sausen Skater auf Rollerblades. "Hier gibt es keinen Klassendünkel", sagt Angélica. "Es ist ein friedliches, harmonisches Event. Wahrscheinlich lieben die Kolumbianer die Ciclovia deshalb so."
Gemächlich geht es auf der Calle Séptima Richtung Osten. Jahrhundertealte Kirchen stehen im Schatten in die Jahre gekommener Wolkenkratzer, zweistöckige Kolonialhäuser werden von Apartmentblöcken überragt. Manchmal wehen die Abgase der benachbarten Straßen herüber, dann folgt plötzlich ein Hauch Waldluft, als wir den Olaya Herrera Nationalpark passieren, die grüne Lunge der Stadt. Bogotá lässt sich kaum besser - und sicherer - entdecken als mit dem Fahrrad.

Wandern im kolumbianischen Teil der Amerikanische Kordilleren

Noch ist nicht das ganze Land konfliktfrei, doch seit einigen Jahren gehört auch San Agustín im Süden Kolumbiens zu den sicheren Gebieten, eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten in Südamerika und seit 1995 Weltkulturerbe der UNESCO. Mehr als 300 Gräber, Wallanlagen, Sarkophage und teils monumentale Statuen wurden im Urwald rund um den verschlafenen Ort ausgegraben. Die Relikte des Volkes, das hier vor 1500 Jahren seine Blütezeit erreichte, sind auf einer Wanderung zur Fundstätte "La Chakira" zu entdecken. Unser Wanderführer Frank Schatz gilt inzwischen als Einheimischer: Abenteuerlust verschlug den Berliner nach Lateinamerika, die Sehnsucht nach Landleben ließ ihn vor 30 Jahren in San Agustín bleiben - auf einer eigenen kleinen Finca mit Lehmhaus.

Der 53-Jährige führt uns durch blühende Gärten, über Felder und Weiden. Dann bricht das flache Land plötzlich zu einem tiefen Canyon ab. Baumriesen und Maispflanzen klammern sich an die steilen Hänge, die der Río Magdalena, eine der wichtigsten Lebensadern Kolumbiens, ins Land gefräst hat. Wasserfälle tosen über die Kante des Abgrunds. Über steile Treppen geht es zu einem magischen Ort der Ureinwohner: Grimmig richtet eine gewaltige steinerne Figur ihre glupschigen Reptilienaugen ins Tal.
Frank Schatz zeigt flussaufwärts nach Norden, zu dem grünen Meer am Horizont. "Dort geht es zur Quelle des Magdalena, eine atemberaubende dreitägige Wanderung durch den Nebelwald. Nur eine Handvoll Touristen hat das bisher erlebt." Doch die Scouts der Reiseveranstalter sind schon unterwegs, die Tour wird bald in den Katalogen stehen. Wer sie jetzt erlebt, der kann sich noch als echter Pionier fühlen in einem Land im Erwachen.

Weitere Informationen

Anreise: Flüge nach Bogotá sind je nach Saison ab 600 Euro erhältlich, zum Beispiel mit Iberia, Delta Airlines und Air France.
Einreise: Zur Einreise ist ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass notwendig. Touristen benötigen kein Visum.
Veranstalter: Die beschriebenen Aktivitäten sind Teil der 23-tägigen Reise "Kolumbien aktiv" des Veranstalters Viventura mit Besuchen in Bogotá, Medellín und Cartagena sowie von Nationalparks, Stränden und Kaffee-Fincas. Die Reise kostet ab 3399 Euro inklusive Flügen, Transfers, Übernachtungen und Verpflegung. Buchung: Viventura, Tel. 030/61675580, Internet: www.viventura.de.
Gesundheit: In einigen Landesteilen besteht Gelbfieberrisiko. Bei Einreise über die Karibikstädte wird ein Masern-Impfnachweis verlangt. Das Malariarisiko ist gering, Mückenschutz dennoch angeraten.
Sicherheit: Laut Auswärtigem Amt hat sich die Sicherheitslage enorm verbessert. Das Sicherheitsniveau in den meisten Metropolen (insbesondere in Bogotá) ist mit dem anderer lateinamerikanischer Großstädte vergleichbar. Detaillierte Sicherheitshinweise finden sich im Internet unter www.auswaertiges-amt.de.
Literatur: Ingolf Bruckner, Kolumbien, Reise Know-How Verlag 2012, 564 Seiten, 19,50 Euro.
Weitere Auskünfte: Proexport Colombia, Fürstenbergerstrasse 223, 60323 Frankfurt am Main, Tel. 069/13023832, Internet: www.colombia.travel/de

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