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Deutschland: Kanu- und Radtouren in Ostfriesland

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Mit Kanu und Rad durch Ostfriesland

06.06.2014, 13:28 Uhr | Justin Blücher, srt

Deutschland: Kanu- und Radtouren in Ostfriesland. Kanufahren und Radfahren in Ostfriesland. (Quelle: SRT /Justin Blücher)

Blick auf den Ems-Jade-Kanal, der heutzutage von der Fahrgastschifffahrt und eifrigen Paddlern genutzt wird. (Quelle: Justin Blücher/SRT )

Einmalig ist das Angebot "Paddel und Pedal" an Ostfrieslands Kanälen: Mit dem Kanu hoch, auf dem Rad die Strecke zurück. Die Landschaft hier oben, im Nordwesten Deutschlands, besteht aus ganz viel blauem Himmel mit Schäfchenwolken. Unten dran hängt sozusagen das Grün. Auf den Wiesen grasen tatsächlich Schafe. Ein Idyll mit Kultur - und viel Platz für Aktivitäten. Entdecken Sie Ostfriesland mit Fahrrad und im Kanu - und in unserer Foto-Show.

Kegeln ohne Kegel

Meister Eden fräst den Rohling aus tropischem Guajackholz. Die Späne fliegen durch seine Werkstatt in dem Örtchen Mittegroßefehn. Langsam wird sichtbar, was daraus wird - eine Kugel aus Hartholz mit zwölf Zentimeter Durchmesser. Heinrich-Jürgen Eden hat schon Tausende dieser Boßelkugeln gedreht. Sie sind das Grundelement des ostfriesischen Volkssports Nummer eins - Kegeln auf einem Feldweg ohne Kegel. "Kaufen Sie bloß erst die Herrenkugel", rät der Tischlermeister, "wenn die nicht mehr gut rollt, können Sie die noch zweimal abdrehen." Abdrehen? Meister Eden könnte daraus noch die etwas kleinere Damenkugel und dann die noch kleinere Jugendkugel formen. Der sparsame Ostfriese denkt weiter. "Jetzt fragen Sie mich bloß nicht, wie Boßeln geht, die Regeln kenne ich nicht", baut er vor. Auf die Frage, ob er das beliebte Hobby seiner Landsleute denn auch spielt, kommt ein klares Nein.

Die bekanntesten Ostfriesen kommen aus Emden

Der Tischler zählt zu den zahlreichen Originalen in Ostfriesland. So ist es offenbar kein Zufall, dass die Komiker Otto Waalkes und Karl Dall aus Emden stammen. Lustig sein liegt in der Volksseele. Wer da etwas eintauchen möchte, kann in Wittmund das Ostfriesen-Abitur ablegen. Boßeln gehört dazu. Da wird ansonsten der Kuh ans Euter gefasst, um Milch zu zapfen. Da müssen Krabben gepult werden. Da wird an einem Stock über Gräben gesprungen - Padstock nennen das die Einheimischen.

21 Paddelstationen in den Kanälen

Die größeren Gräben sind Kanäle, wovon es in Ostfriesland vermutlich mehr gibt als in Venedig. Ein Teil des Landes besteht aus Moor, was seit Generationen besiedelt wurde als so genannte Fehnkolonien. Um es zu entwässern, legte man die Kanäle an. Auf denen lässt sich hervorragend paddeln. 21 Stationen der weltweit einmaligen Idee "Paddel und Pedal" sind über Ostfriesland verteilt. Die Gäste kommen zum Kanu fahren und können den Rückweg von der nächsten Station des Verbundes mit dem geliehenen Fahrrad absolvieren.

"Ich habe Kaffee da", ruft Hilde fröhlich an einer der Stationen in Friedeburg. Das Wasser ist teebraun, das im Kanal wohlgemerkt, denn der moorige Untergrund hinterlässt diese Trübung. Zwei Paddler legen im roten Kanu an. Sie kommen von der "Paddel und Pedal"-Station in Sande. Den Weg haben sie in den vergangenen drei Stunden locker überwunden. Hans und Berta setzen sich zu Hilde an den gedeckten Tisch. "Wollt Ihr auch Bogenschießen?", fragt sie, denn das gehört zu ihrem Angebot, genauso wie die Übernachtung im Indianer-Tipi.

Mit der Fähre nach Spiekeroog: Radler kommen auf ihre Kosten

Es kommen noch andere Radler, die die Dachböden der Hütten am Ems-Jade-Kanal zum Übernachten nutzen. Während Hans und Berta überlegen, morgen dem Schild "Emden 46,2 km" auf dem Wasserweg zu folgen, wollen die beiden Radfahrer weiter auf der 199 Kilometer langen Radroute "Alte und neue Häfen" unterwegs sein. Sie führt in den idyllischen Hafen von Neuharlingersiel, wo die bunten Krabbenkutter tagsüber schlafen. Von dort legt die Fähre nach Spiekeroog ab. Am Deich entlang geht es bis Harlesiel, wo das Schiff nach Wangerooge losfährt. Durchs Wangerland nach Jever, aus dem ein bekanntes friesisch-herbes Bier kommt, geht die Tour. Im dortigen Schloss erfahren die beiden, dass die Gegend auch mal eine Zeit zu Frankreich und zu Russland gehörte.

Ostfriesland: Ottos Leuchtturm, Wahrzeichen von Pilsum

Hans und Berta haben sich dagegen mit der Route "Seeräuber und Häuptlinge" angefreundet. Sie führt sie im Fahrradsattel von Emden aus, wo sie die Kunsthalle von Henri Nannen besichtigen, über Warftendörfer wie Rysum, die ein paar Meter aus dem flachen Land ragen, zu Ottos Leuchtturm in Pilsum. Der rot-gelb geringelte Turm ist nur elf Meter hoch und sendet keine Leuchtfeuer mehr aus. Er diente dem Komiker im Kinofilm "Otto, der Außerfriesische" als Wohnsitz und ist heute das Wahrzeichen der Region.

Kulinarische Höhenflüge in Ostfriesland

Im Dorf Pilsum befindet sich neben der Kirche die "Alte Brauerei". Das Haus unter alten Linden gehört nicht nur zu "Ostfriesland kulinarisch", wozu sich viele gute Köche zusammengeschlossen haben, die regionale Genüsse auf den Teller bringen. Es liegt immer wieder in bundesweiten Wettbewerben ganz weit vorn. Wer dort sitzt und auf das Essen wartet, der kann schon anfangen, in dem Telleruntersetzer zu lesen. Es ist eine Reproduktion eines Kupferstichs von 1595 und zeigt "Frisia orientalis" mit einer gänzlich anderen Küstenlinie. Zu jener Zeit ging die Herrschaft der großen Häuptlingsfamilien zu Ende, deren Schlösser quer durchs Land noch als Zielpunkt der Touristen dienen.

Besuch einer Häuptlingsfamilie in Ostfriesland

Gut, dass der Radweg erst über das traumhafte Fischerdorf Greetsiel, dann auch nach Lütetsburg führt, denn dort, östlich von Norden, lebt noch ein junger Spross einer der Häuptlingsfamilien. Tido Graf zu Inn- und Knyphausen, strahlt, wenn er die Gäste im 30 Hektar großen Schlosspark sieht, der jedem für zwei Euro offen steht. Seltene Baumarten, riesige Rhododendren und Sinnsprüche von Poeten auf den Rückenlehnen der Parkbänke faszinieren die Besucher im größten englischen Landschaftsgarten Ostfrieslands. "Ich bin glücklich, in dieser wundervollen Umgebung leben zu dürfen", sagt der 39-jährige Graf bescheiden. Er kann leider kein Plattdeutsch, doch ist froh, dass es seine Kinder wieder lernen. Und das wird auch den Gästen Ostfrieslands vermittelt - mit "moin" fängt es an. Das ist die Kurzform von "einen schönen Tag".

Weitere Informationen

Einen interessanten Artikel zum Thema Kanu kaufen finden Sie hier.

Ostfriesland Tourismus, Ledastr. 10, 26789 Leer, Tel. 0491/9196960, www.ostfriesland.de

Radeln auf vier ausgeschilderten Routen - Karten beim Ostfriesland Tourismus.
Ostfriesen-Abitur in Wittmund, Tel. 04462/983125;
Paddel-und-Pedal-Angebote, Tel. 0491/9196960, www.paddel-und-pedal.de;
Schlosspark Lütetsburg, Tel. 04931/4254, www.schloss-luetetsburg.de.

Alte Brauerei, 26736 Krummhörn, Tel. 04926/912915, www.alte-brauerei-pilsum.de.

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