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Bodensee-Königssee-Radweg: Mit Rad vom Kochelsee zum "Schwäbischen Meer"

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Am Ziel lockt das "Schwäbische Meer"

19.02.2014, 10:04 Uhr | Armin Herb , srt

Bodensee-Königssee-Radweg: Mit Rad vom Kochelsee zum "Schwäbischen Meer". Radtour vom Kochelsee zum Bodensee (Quelle: SRT /Armin Herb)

Zwischen Kochelsee und Bodensee erwartet die Radler eine der schwungvollsten Routen Deutschlands. (Quelle: Armin Herb/SRT )

Es ist kalt rund um den Kochelsee. Der Morgennebel liegt breit über den Mooren an dem bayerischen Voralpensee, für den Radler steht zunächst Warmfahren auf dem Programm. Auf dem Bodensee-Königssee-Radweg führt ihn sein Weg bis nach Lindau. Doch zunächst geht es am Kloster Schlehdorf vorbei hinauf zu Bayerns größtem staatlichen Gestüt, dem Gut Schwaiganger. Von dort zieht bereits die Zugspitze im Großformat ins Blickfeld. Und der Radler ahnt: Diese süddeutsche Traumtour muss er sich zunächst verdienen. Sehen Sie Bilder von der Radtour vom Kochelsee zum Bodensee in unserer Foto-Show.

Ludwig II. ließ hier seine Schlösser errichten

Schon der Abschied von Murnau am Staffelsee geht in die Beine. Kilometerweit zieht sich der Schotterweg hinauf nach Bad Kohlgrub, Deutschlands höchst gelegenem Moorheilbad. In dem original oberbayerischen Dorf mit der rustikalen Ortsmitte rund um den allgegenwärtigen Maibaum dient das Tragen von Lederhosen und Trachtenjanker nicht unbedingt nur zur Touristenunterhaltung. Wer beim Bäcker genau hinhört, der erkennt in manchem Tonfall schon die Nähe des Allgäus. Weiter geht's nach Saulgrub und Altenau, dann quert man das Ammertal. Der Dialekt ändert sich, die Landschaft kaum. Das ist das bergige Bayern, wie es der Märchenkönig Ludwig II. so liebte und verehrte. Kein Wunder, dass er hier die meisten seiner berühmten Schlösser erbauen ließ. Schloss Linderhof liegt gleich um die Ecke.

Auf und Ab zum Rokoko-Juwel

Beim Gasthof Unternogg, einem beliebten Radlertreff allein auf weiter Flur, taucht der Radweg erst mal für ein paar Kilometer in den Wald. Nur Sumpfwiesen mit Alpenblumen bringen etwas Licht in die idyllische, aber dunkle Passage. Aus dem Wald hinaus, ein leichtes Auf und Ab zwischen alten Höfen, dann steht Bayerns Rokoko-Juwel, die Wieskirche, vor uns. Diesen Abstecher von der Hauptroute sollte man sich gönnen, auch wenn am Unesco-Weltkulturerbe oft Riesenrummel mit Busladungen an Japanern und Italienern herrscht. Das Kirchlein auf dem Hügel ist einfach zu kitschig schön. Eine zünftige Pause macht man jedoch besser woanders. Zum Beispiel in der abgelegenen Trauchgauer Almstube. Die Riesenportionen schaffen selbst hungrige Radler kaum, schon gar nicht die Spätzle mit Wildgeschnetzeltem. Nach dem üppigen Mittagsmahl rollt man im wahrsten Sinne des Wortes durch Trauchgau und Halblech, kleine Dorfperlen im lieblichen Ostallgäu.

Schloss Neuschwanstein thront vor dem Säuling

Bei Schwangau hängt der Himmel nicht voller Geigen, sondern voller bunter Gleitschirme. Sie schweben wie ein Schwarm riesiger Insekten herunter vom Tegelberg. Am Bannwaldsee bei Schwangau herrscht sommerliches Badetreiben. Und die Fernradler genießen mal wieder eine längere Flachpassage zur Wallfahrtskirche St. Coloman, die plötzlich mitten auf dem Feld auftaucht. Aber dort wird der Blick sofort wieder abgelenkt von Deutschlands beliebtestem Fotomotiv. Wie in einem Märchenfilm thront Schloss Neuschwanstein auf einem Felsen, dahinter das Bergmassiv des Säulings. Auch hier hatte sich Ludwig II. eine traumhafte Umgebung ausgesucht.

Tolle Ausblicke entschädigen für die Anstrengung

Durchs Oberallgäu heißt es wieder Hügelsurfen - mit dem Dauersound von Kuhglocken im Ohr. Dick bepackte Radlergrüppchen schnaufen uns entgegen. Die Hügelstrecken haben es in der Tat in sich, aber auch den Vorteil, dass sie immer wieder Bilderbuchblicke auf die Berge und liebliche, wie von Riesenhand gemalte Landschaften hervorzaubern. Wie etwa auf der Schnakenhöhe bei Maria Rain. Mücken gibt's im Almcafé trotz des Namens kaum, dafür eine deftige Brotzeit und zur Not auch ein Bett zum Übernachten.

Im Sommer laden Bergseen zum Baden ein

Nächstes Kulturziel ist Immenstadt. Wer hier nur durchradelt, der verpasst eine schnuckelige Altstadt mit Stadtschloss und Klosterkirche. Und für müde Fernradler ganz wichtig: Rund um den Marienplatz reihen sich verlockende Cafés. Vor den Toren der Stadt freuen sich Wasserraten über einen Sprung in den Kleinen oder Großen Alpsee zu Füßen des Immenstädter Horns. Der Bodensee-Königssee-Radweg entpuppt sich als echte Bike- und Badetour - zumindest im Hochsommer bei erträglichen Wassertemperaturen in den Bergseen.

Allgäuer Bergkäse als Stärkung

Auf dem Weg nach Oberstaufen fühlt man sich plötzlich den Alpen ganz nah, wenn sich am Horizont die schrägen Gesteinsformationen der Nagelfluhkette ins Bild drängen. Aber die Route dreht wieder ab in die saftig grünen Wiesenhügel zu Weilern und Dörfer wie Stiefenhofen und Rutzhofen. Dorthin, wo konzentriert des Allgäus berühmtestes Produkt, der Käse, entsteht und wo die Käserei noch Sennerei heißt. Und wo der Radweg über weite Strecken entlang der Westallgäuer Käsestraße verläuft. Wer nicht gleich eine Sennerei-Führung mitmachen möchte, der sollte sich zumindest ein Stück herzhaften Bergkäse in einem der kleinen Käseläden kaufen- für den kleinen Hunger zwischendurch.

In Lindau wartet die Belohnung

Der letzte Kraftakt vor dem Bodensee führt hinauf zum Schloss Syrgenstein. Mit viel Gepäck ist die Rampe im Sattel kaum zu schaffen. Umso angenehmer zeigt sich danach das Radwegfinale. In der Ferne glänzen das "Schwäbische Meer" und dahinter die Schneegipfel der Schweizer Alpen. Zum Abschluss wird's nochmals rummelig: Lindaus pittoresker Hafen quillt förmlich über vor Besuchern, die die Fahrgastschiffe im Halbstunden-Takt ausspucken. Das lässt sich aber gut ertragen beim Cappuccino im alten Bahnhof. Einfach sitzen und schwelgen von einem der schwungvollsten Radfernwege des Landes.

Weitere Informationen:

Tourismusverband München-Oberbayern e.V., Postfach 600320, 81203 München, Tel. 089/829218-0, www.oberbayern.de.
Charakter: Der Abschnitt des Bodensee-Königssee-Radweges zwischen Kochelsee und Bodensee umfasst 210 Kilometer und empfiehlt sich für drei bis fünf Tagesetappen. Weite Abschnitte der Route sind asphaltiert, andere verlaufen auf geschotterten Wald- und Feldwegen. Einige starke Anstiege und Gefälle sollte man einkalkulieren. Für Kinder ist die Route ab rund zehn bis zwölf Jahren zu empfehlen (www.bodensee-koenigssee-radweg.com).
Karten/Literatur: Bikeline Radtourenbuch und Karte 1:50000 "Bodensee-Königssee-Radweg - Von Lindau ins Berchtesgadener Land", 132 Seiten, 12,90 Euro.
Bruckmanns Radführer "Bodensee - Königssee" 16 Tagesetappen mit Karten 1:75000, 192 Seiten, 14,95 Euro.
Kompass Fahrradkarten im Maßstab 1:70.000 Nr. 1920, 3123 und 3124 zu je 6,95 Euro.

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