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Schweizer Rheinschwimmer erleidet Rückschläge

14.05.2012, 13:26 Uhr | dpa, trax.de

Schweizer Rheinschwimmer erleidet Rückschläge. Extremsportler und "Wasserbotschafter" Ernst Bromeis im März 2012 an der Rheinschlucht. (Quelle: dpa/Andrea Badrutt)

Extremsportler und "Wasserbotschafter" Ernst Bromeis im März 2012 an der Rheinschlucht. (Quelle: Andrea Badrutt/dpa)

Der Schweizer Extremschwimmer Ernst Bromeis hat mit seinem aktuellen Projekt "Blaues Wunder - Rhein 2012" ein ehrgeiziges Ziel verfolgt: Als erster Mensch wollte er den Rhein auf seiner gesamten Länge von der Quelle bis zur Mündung durchschwimmen. Dabei hat nun ihm nicht nur das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht - auch ein Deutscher funkte bei dem Rekordversuch dazwischen, und das schon vor langer Zeit. Sehen Sie Bilder zur Aktion "Blaues Wunder - Rhein 2012" in unserer Foto-Show und stimmen Sie rechts oben ab, was Sie von dem Projekt halten.

Von den Eisheiligen ins Kajak getrieben

Die Eisheiligen kannten keine Gnade mit dem Schweizer Extremschwimmer Ernst Bromeis: Wegen des Kälteeinbruchs am Wochenende musste der "Wasserbotschafter" sein Vorhaben abändern, den Rhein auf der gesamten Strecke von den Alpen bis zur Nordsee zu durchschwimmen. Vor der Etappe am Sonntag von Bad Säckingen zur Schweizer Rheinmetropole Basel stieg der 43-Jährige mehrmals aufs Kajak um.

Rekord bereits vor 43 Jahren aufgestellt

Obendrein wurde inzwischen bekannt, dass Bromeis - anders als zuvor von Sponsoren erklärt - wohl nicht der erste Mensch ist, der den gesamten Rhein durchschwimmt. 43 Jahre vor ihm hat das nach eigenen Angaben sowie Medienberichten von damals der Deutsche Klaus Pechstein geschafft. Der gelernte Silberschmied und einstige aktive Schwimmsportler aus Linz am Rhein (Rheinland-Pfalz) ist heute 71 Jahre alt und bei bester Gesundheit.

"Ich wusste das nicht, aber ich freue mich für Herrn Pechstein und ich möchte ihn sehr gern kennenlernen", sagte Bromeis. In der Schweizer Tourismuswerbung hieß es bislang, Bromeis würde die Strecke von der Rheinquelle bis zur Mündung "als erster Mensch überhaupt" durchschwimmen.

Die Botschaft steht im Vordergrund

Ihm sei es allerdings nie um Rekorde gegangen, erklärte Bromeis. "Sie sind vergänglich. Was am Ende bleibt, ist die Botschaft", sagte der Naturfreund aus dem Bergkanton Graubünden. Er will mit seiner in den Medien stark beachteten Aktion "Das blaue Wunder Rhein" darauf aufmerksam machen, dass "Wasser verletzlich, sogar zerstörbar, und doch unverzichtbarer Quell unseres Lebens ist".

Der Linzer Ex-Schwimmer Pechstein, den Zeitungen unter anderem "Wassermann vom Rhein" nannten, verfolgt die Aktion des Schweizers nach eigenen Worten mit großer Sympathie. "Ich wünsche ihm alles Gute. Für sein großes Vorhaben hätte ich ihm durchaus ein paar Tipps mit auf den Weg geben können."

Pechsteins Rekord nicht bestätigt

Pechsteins Rhein-Marathon wurde 1969 aufmerksam von den Medien begleitet. Nach seinen Angaben legte er schwimmend in 30 Tagesetappen eine Strecke von 1224 Kilometern von Ilanz im Schweizer Kanton Graubünden bis zur Rheinmündung bei Hoek van Holland zurück. Eine amtliche Bestätigung erfolgte damals aber nicht.

"Daran hatte niemand gedacht", sagte der Linzer. "Es war doch jeden Tag die Presse dabei." Die niederländische Boulevard-Zeitung "De Telegraaf" äußerte später Zweifel an einigen Zeit- und Streckenangaben. "Wir konnten das ausräumen, aber die Redaktion hat den Artikel trotzdem nicht berichtigt." Bei Pechsteins Eintreffen in Hoek van Holland hatten ihm Hunderte zugejubelt - unter ihnen der Bürgermeister seiner Heimatstadt.

Schon an der Quelle zum Laufen gezwungen

Der Schweizer "Wasserbotschafter" stieg am 2. Mai rund 30 Kilometer vor dem Pechstein-Startpunkt bei Disentis/Mustér ins Wasser. Allerdings musste Bromeis die erste Strecke waten, weil der Rhein dort, anders als bei Ilanz, noch nicht "schwimmbar" ist. Auch Bromeis will innerhalb von 30 Tagen an der Rheinmündung ankommen.

Dass er wegen der Eisheiligen-Kälte frierend ins Paddelboot umgestiegen ist, räumt Bromeis freimütig ein. So legte er am verregneten und kühlen Samstag die Etappe von Eglisau bis Bad Säckingen im Kajak zurück.

"Der Rhein macht, was er will"

Auf seiner Homepage "Das blaue Wunder" wird diskutiert, ob es nicht falsch war, bereits im Mai aufzubrechen und nicht erst im Frühsommer. Als Eisheilige werden die Tage zwischen dem 11. und 15. Mai bezeichnet, in denen es - wie auch in diesem Jahr - gelegentlich zu Kaltlufteinbrüchen kommt.

Bromeis habe sich "nach bestem Wissen und Gewissen damit einverstanden erklärt, im Mai zu schwimmen", heißt es dort. "Nun liegen die Wasserwerte unter dem Durchschnitt." Seine Rheintour für den Umwelt- und Wasserschutz will der Schweizer unter allen Umständen fortsetzen. "Das Ding ist: Der Rhein macht was er will. Daran könnte man verzweifeln - am Ende muss man es akzeptieren."

Weitere Informationen

Homepage von Ernst Bromeis-Camichel und seinem Projekt: www.dasblauewunder.ch

Ernst Bromeis-Camichel bei Twitter: www.twitter.com/#!/ErnstBromeis

Ernst Bromeis-Camichel bei Facebook: www.facebook.com/dasblauewunder

Seit dem 17.04.2012 Berichterstattung über "Das blaue Wunder - Rhein 2012" im Blog auf www.myswitzerland.com/blue

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