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Klettersteige - auf Eisenpfaden zum Gipfel

04.12.2012, 18:05 Uhr | Julia Englhart, trax.de

Klettersteige - auf Eisenpfaden zum Gipfel. Bestens abgesichert ist man mit einem Klettersteig-Set. (Quelle: Mammut/ Robert Boesch)

Bestens abgesichert ist man mit einem Klettersteig-Set. (Quelle: Mammut/ Robert Boesch)

Nicht nur Italiener wissen, was man unter einer Via Ferrata versteht – den Begriff kennen auch die Bergsportler. Übersetzt bedeutet er ‚Eisenweg’ und genau das steckt dahinter: der Klettersteig. Über Eisenleitern und mit Stahlseilen gesichert, geht es über einen Kletterweg durch den Fels. So haben auch Nicht-Kletterer die Möglichkeit, schwierige Felsrouten zu meistern und anspruchsvolle Berggipfel zu erklimmen. Meistens geht es steil nach oben – auf Himmelsleitern eben. Interessierte aufgepasst: Es gibt viele Klettersteige, die sich für Anfänger eignen. Es ist aber wichtig, dass man mit der richtigen Ausrüstung und einem Grundwissen an den Berg geht. Sehen Sie Eindrücke der Klettersteige auch in unserer Foto-Show.

Blick vom Berggipfel auf dem Eisenweg

Wer auf dem Holzweg ist, hat früher oder später ein Problem. Wer sich dagegen auf dem „Eisenweg“ befindet, wird früher oder später vermutlich einen wunderschönen Blick vom Berggipfel genießen können. Das Klettersteiggehen, das eine eigene alpine Disziplin darstellt, findet immer mehr Anhänger, die mit Helm und einem so genannten Klettersteig-Set auf Leitern und versicherten Stahlseilen die Berge erklimmen. Kein Wunder, ermöglicht es doch das sichere Vorankommen in felsigem, sogar ausgesetztem Gelände.

Am Anfang war der der Wirtschaftsweg

An eine Sportart war nicht zu denken, als Alpenbewohner schon vor Jahrhunderten Leitern und Vorrichtungen bauten, um Wege zwischen Bergdörfern und Almen zu erschließen. Sie dienten nicht sportlichen oder touristischen Zwecken, es waren alpine Wirtschaftswege – entstanden aus dem Mangel an Alternativen. Diese Vorläufer der moderner Klettersteige bestanden nicht aus Eisen oder Stahl, sondern aus Holz. Sicherungen waren kaum vorhanden und so war die Nutzung ein gefährliches Unterfangen. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden dann die ersten „richtigen“ Klettersteige gebaut, die erste und älteste Via Ferrata ist am Dachstein zu finden: Seit 1843 gibt es den Klettersteig und er ist bis heute begehbar. Auch im ersten Weltkrieg entstanden viele neue Steige, die als Zugangswege für Patrouillen dienten. Heute dienen die Klettersteige den Bergsteigern und Touristen. Moderne Steige sind häufig mit schwierigen Passagen wie Überhängen oder Seilbrücken versehen, um eine gewisse Herausforderung zu bieten. Aber es gibt auch viele einfache Klettersteige, darunter einige, die sich für eine Tour mit dem sportlichen Nachwuchs eignen. 

Von Leitern, Stiften und Seilen

Klettersteig ist nicht gleich Klettersteig. Felspassagen, die auf Wanderwegen mit Stahlseilen gesichert sind, werden ebenso als Klettersteig bezeichnet wie überhängende, anspruchsvolle Leitern. Als wesentliches Bauelement einer Via Ferrata gilt das Drahtseil: Es ist – je nach Gelände – in unterschiedlichen Abständen fest im Fels verankert ist und dient als Aufstiegshilfe sowie zur Selbstsicherung und verläuft quer bis senkrecht. Manchmal findet man nicht nur eines, sondern zwei Seile im Klettersteig vor – das erste dient zum Festhalten, das zweite ist für die Sicherungskarabiner. Außerdem gibt es aus Eisen gefertigte Hilfen wie Klammern, Stifte, Leitern und Brücken. Manchmal trifft man sogar auf künstlich in den Fels geschlagene Griffe und Tritte. In den Stahlseilen befinden sich Eisen als Zwischensicherung: Sie dienen zum Festhalten und gleichzeitig als Selbstsicherung, denn bei vorschriftsmässiger Sicherung mit einem Klettersteig-Set stürzt man „nur“ bis zur nächsten Sicherung.

Die richtige Ausrüstung

Absolute Pflicht am Klettersteig ist ein spezieller Bergsteigerhelm, da hohe Steinschlaggefahr besteht. Andere Bergsteiger sind vielleicht weiter oben im Fels unterwegs und können Steine lostreten, oder brüchiger Fels löst sich ohne große Außeneinwirkung. Zur Selbstsicherung benötigt man einen Klettergurt (oder alternativ eine Kombination aus Hüft- und Brustgurt), an dem man ein so genanntes Klettersteig-Set befestigt. Letzteres besteht aus einer Seilbremse und zwei Klettersteigarmen mit Karabinern. Bei einem Sturz wird das Seil durch die Seilbremse gezogen, dadurch wird der Sturz dynamisch abgefedert und ein harter Fall ins Seil vermindert. Das ist besonders wichtig, weil ein Sturz im Klettersteig, je nach Abstand der Zwischensicherungen, einige Meter betragen kann. Neue Systeme, wie beispielsweise der Bremsarm Ferrata.Bloc von AustriAlpin, verhindern den Sturz bis zur nächsten Zwischensicherung und blockieren an Ort und Stelle im Seil. Das bedeutet vor allem für Anfänger und Kinder ein hohes Maß an Sicherheit. Sehr empfehlenswert sind spezielle Klettersteighandschuhe, sie schützen vor Verletzungen der Hände am Stahlseil. Auch das richtige Schuhwerk ist sehr wichtig. Ein Bergstiefel darf für Via Ferratas an der Sohle nicht zu weich sein und muss einen stabilen Aufbau besitzen. Einige Anbieter haben spezielles Schuhwerk für Via Ferratas im Sortiment. In besonders schwierigen Klettersteigen sind Kletterschuhe hilfreich. Außderdem sollte man, je nach Lage und Länge des Ziels, eine alpine Ausrüstung und passende Wetterschutzkleidung dabei haben. 

Aller Anfang ist nicht schwer

Im Normalfall ist ein Klettersteig nach der schwierigsten Stelle, der so genannten Schlüsselstelle, im Steig bewertet. In Routenbeschreibungen werden sie jedoch in einzelne Abschnitte unterteilt. Es gibt fünf unterschiedliche Schwierigkeitsgrade: Klettersteige der Schwierigkeit A sind einfach und häufig sogar gut für Kinder geeignet. Anfänger sollten hier Erfahrungen sammeln und die Sportart „austesten“, bevor sie sich in schwierigeres Gelände wagen. In dieser Kategorie sind die Steige normalerweise sehr gut abgesichert, eine Klettersteigausrüstung ist notwendig, auch wenn man hier nicht selten Geübte ohne Ausrüstung antrifft. Aber auch in einfachen Via Ferratas ist Schwindelfreiheit und Trittsicherheit Voraussetzung. Touren der Schwierigkeit B beschreiben einfache bis mäßig schwierige Klettersteige, die an manchen Stellen etwas anstrengend und kräfteraubend sein können. Hier ist nicht nur Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt, sondern auch etwas mehr Kraft und Ausdauer. Die Kategorie C wird im Allgemeinen als größtenteils schwierig, anstrengend und kräfteraubend bewertet. In steilem Felsgelände ist eine gute Kondition und Psyche gefragt, da es auch ausgesetzte Passagen geben kann. Sehr schwieriges und sehr anstrengendes Gelände muss man in Klettersteigen der Kategorie D erwarten. In senkrechtem oder überhängendem Gelände geht es meist stark ausgesetzt dahin, eine hohe körperliche Fitness ist hier Voraussetzung.

Man braucht Kraft und Erfahrung

In Via Ferratas der Schwierigkeit E ist sehr viel Kraft und Erfahrung gefragt. Die schwierigsten Klettersteige sind extrem fordernd, sehr anstrengend und äußerst kraftraubend. Hier sollten sich nur Geübte am Fels versuchen. Bezüglich der Schwierigkeitsbewertungen sollte man einen Tourenführer zu Rate ziehen. Hier finden sich nämlich weitere wichtige Angaben wie Zustiegszeit , Gesamtgehzeit und Höhenunterschied.

Obacht geben!

Generell gilt also: In Klettersteigen ist man immer einer hohen Steinschlaggefahr ausgesetzt. In Via Ferratas sind meistens mehrere Leute unterwegs, deshalb ist die Gefahr des Abtretens von Steinen besonders hoch. Helmpflicht ist angesagt! Auch ein Sturz im Klettersteig darf nicht unterschätzt werden. Stürze können – auch mit Klettersteig-Set – bis zu mehreren Metern in die nächste Verankerung betragen. Nicht nur auf Sicherungen und Gelände muss man achten, es lohnt sich auch die Betrachtung des Wetters vorab und die Beobachtung des Wetters während der Tour. Bei Gewitter ist Vorsicht und Rückzug geboten, denn die Drahtseile wirken wie Blitzableiter – das erhöht die Biltzschlaggefahr im Gebirge zusätzlich.

Tipps und Touren gibt es unter:

http://www.alpenverein.de

http://www.tourentipp.de/

http://www.alpin.de/tourentipps

http://www.via-ferrata.de/

http://www.trekkingguide.de/ziele/alpen_klettersteige.htm

http://www.alpintouren.com/

http://www.klettersteig.com/


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