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Walbeobachtung Deutschland: Jetzt auch in der Ostsee

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Walbeobachtung Deutschland: Schweinswale in der Ostsee

06.07.2012, 12:09 Uhr | trax.de, dpa-tmn

Walbeobachtung Deutschland: Jetzt auch in der Ostsee. Deutschlands einzige Walart: der Schweinswal. (Quelle: dapd)

Die heimischen Gewässer der Ost- und Nordsee beherbergen die einzige Walart Deutschlands, den Schweinswal. (Quelle: dapd)

Lange waren Walbeobachtungen in Deutschland nur in der Nordsee möglich, wo die Population an Schweinswalen - der einzige heimische Wal - größer als in der Ostsee ist. Doch seit Ende Juni 2012 finden Walbeobachtungstouren auch in der ostdeutschen See statt.

Walbeobachtung nach Umweltschutzrichtlinien

Auf der Ostsee werden jetzt erstmals Walbeobachtungstouren angeboten. Von Stralsund aus geht es mit dem Segelboot in den Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, wo Schweinswale in freier Wildbahn zu sehen sind. Das teilt der Veranstalter Seatrips mit. Ende Juni fand die erste Tour statt, künftig sollen sie immer dienstags und donnerstags starten. Der kostenpflichtige Törn dauert 14 Stunden und sei gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation WWF entwickelt worden. Teilnehmer könnten die Wale per Fernglas beobachten und mit Hilfe von Unterwassermikrofonen hören.

Scheue Schweinswale

Allerdings sollten Teilnehmer bedenken, dass Schweinswale extrem scheue Tiere seien, sagt Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace. "Von ihnen sieht man höchstens einmal kurz die Rückenflosse." Der Umweltschutzorganisation zufolge ist generell nichts gegen solche Touren einzuwenden - wenn bestimmte Kriterien erfüllt seien. So sollte kein Schlauchboot eingesetzt und genug Abstand zu den Tieren gehalten werden. Die Population der Schweinswale in der Ostsee sei bedroht - die Anzahl der Tiere sinke zunehmend.

Meerschwein, Braunfisch, Kleiner Tümmler?

Eine kleine Namenskunde: Der Gewöhnliche Schweinswal hat schon einen ulkigen Namen, und das ist nicht sein einziger! Als Kleiner Tümmler gilt er, was noch verständlich ist, ist er doch mit einer Körperlänge bis zu 1,8 Metern ein kleiner Wal, der mit dem Delphin verwandt ist. Doch warum muss beziehungsweise "unser" Wal - der einzige vor deutscher Küste - Namen wie Saufisch, Tummelschwein, Meerschwein und einst gar Schweinefleischfisch (aus dem Altenglischen "porkfish") ertragen? Eine einzige Antwort haben die Experten darauf nicht, klar ist nur: Der Schweinswal ist weder Fisch noch ein Tümmler, also Delphin. Und dass der Kleinwal Braunfisch genannt wird, weil seine Haut viele rote Farbkomponenten erhält, so dass sie oft rotbräunlich schimmert.

Armes Schwein

Über die Bezeichnung als Schwein - in welcher Kombination auch immer - kann nur spekuliert werden. Möglicherweise ist es einfach sein etwas gedrungenes Aussehen gepaart mit der glänzenden Haut, die entfernt an die eines gespickten Schweins erinnern könnte. Eine Erklärung reicht aber auch bis zum griechischen Universalgelehrten Aristoteles zurück. Er gab dem Wal den Namen Meerschwein, nachdem er festgestellt hatte, dass seine Innereien eher denen eines Landsäugetieres als denen eines Fisches ähneln. In der Historie findet man auch Herleitungen, die sich alleine auf die Ähnlichkeit zwischen Zunge und Augen des Schweinswals und der von Schweinen zurück geht. Besonders fies sind die - plausiblen - Erklärungen, die auf die Verwendung des Schweinwald als Schweinefleischersatz zurückzuführen sind. Schon den Römern soll porcus piscus, der Schweinsfisch, als Fleischlieferant gedient haben, und auch heute wird er von manchen Küstenbewohnern noch gerne gegessen - obwohl er unter Naturschutz steht. Gerade die Population in der Ostsee, die kleiner als die in der Nordsee ist, gilt laut Greenpeace als besonders gefährdet und die gesamte Art als vom Aussterben bedroht.

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