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Auf Lachssafari in Norwegen

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Schwimmen mit den Lachsen in Norwegen

13.07.2012, 18:17 Uhr | Karsten-Thilo Raab, trax.de, srt

Auf Lachssafari in Norwegen. Auf Lachssafari in Norwegen. (Quelle: SRT /Innovation Norway)

Auf Lachssafari kommt man den eleganten Fischen zum Greifen nah. (Quelle: Innovation Norway/SRT )

Viel näher kann man einem Fisch kaum kommen: In der norwegischen Region Ryfylke können Urlauber mit den Lachsen schwimmen. Bei der Lachssafari lässt man sich im Neoprenanzug einfach vom Fluss treiben, während die Fische flussaufwärts zu ihren Laichgründen wandern. Das ungewöhnliche Naturerlebnis war ursprünglich gar nicht als Attraktion für Touristen gedacht, stellt jedoch ein unvergessliches Abenteuer für Outdoor-Fans dar - bei dem man allerdings nicht allzu empfindlich sein darf. Sehen Sie mehr in unserer Foto-Show: Lachssafari in Norwegen.

Lachse zum Greifen nah

Fast scheint es, als seien in dem kleinen Örtchen Sand Außerirdische gelandet. Denn am Ufer des Suldalslågen, einem 22 Kilometer langen Fluss, humpeln am Ufer komische Gestalten in roten Anzügen steif umher. Wie eine Horde Pinguine watschelt die kleine Gruppe auf das Wasser zu. Es sind jedoch keine Außerirdischen, sondern Teilnehmer einer Lachssafari, die den Fischen auf ihrem Weg zum Laichgrund entgegen schwimmen wollen.

Rund 2500 Meter lassen sich die mit einem Trockenanzug, Taucherbrille und Schnorchel ausgestatteten Urlauber inmitten des fischreichen Gewässer treiben - mit den bis 20 Kilogramm schweren Lachsen zum Greifen nahe. Begleitet werden die Naturfreunde dabei von einem erfahren Führer sowie einem Guide, der aus Sicherheitsgründen im Kanu folgt, falls jemanden die Kräfte verlassen.

Abenteuer mit wissenschaftlichem Hintergrund

Ein ungewöhnliches Naturerlebnis, das erstmals 1999 stattfand. Damals hatte sich Bjørn Moe gemeinsam mit einem norwegischen Biologen aufgemacht, um die Zahl der Lachse während der sommerlichen Wanderung zu den Laichgebieten im Suldalslågen zu erfassen. In einen Neoprenanzug gehüllt und mit Taucherbrille sowie Schnorchel ausgestattet, legte sich das Duo bäuchlings aufs Wasser und ließ sich mit der Strömung flussabwärts treiben. Dabei zählten sie die Lachse, die ihnen flussaufwärts entgegenkamen.

"Im Prinzip verlaufen die Lachssafaris genauso. Nur, dass hier niemand die Fische zählen muss", erläutert Bjørn Moe. Und fügt lachend hinzu: "Wer eine kleine Bestandaufnahme machen will, der darf die Lachse natürlich ruhig zählen." Aber insbesondere im August und September, wenn die größte Wanderbewegung der Lachse am Suldalslågen registriert wird, kämen die Abenteurer in den roten Anzügen an einigen Tagen kaum mit dem Zählen nach.

Das kalte Wasser macht hellwach

Bevor sich die in Rot gehüllten Hobbyforscher auf ihre Schwimmreise begeben, müssen sie sich zunächst einer halbstündigen Einführung im Becken des Lachshofes Mo Laksegard unterziehen. Dabei geht es vor allem um die Sicherheit und Tricks, wie man sich am bequemsten auf dem Suldalslågen treiben lassen kann. Gleichzeitig kann man sich schon ein wenig an den Trockenanzug gewöhnen.

Was jedoch nichts daran ändert, dass der eine oder andere zunächst für einen kleinen Moment in eine Art Schockstarre verfällt, sobald er in die nicht gerade wohlig warmen Fluten steigt. Das kalte Wasser im Gesicht sorgt unweigerlich dafür, dass man sofort hellwach wird. In Sekundenschnelle wird allen deutlich, dass es mehr bedarf, als einen roten Anzug zu tragen, um sich wie ein abgehärteter Nachfahr eines echten Nordmannes fühlen zu können. Vielleicht ist der gemeine Norweger auch einfach nur weniger gegen Kälte empfindlich.

Der Fluss übernimmt das Kommando

"Eine Garantie, dass wir tatsächlich Lachse zu sehen bekommen, kann ich nicht geben. Dies ist die Natur und kein Zoo", dämpft Bjørn Moe ein wenig die Erwartungen, wohl wissend, dass insbesondere zwischen Juli und September die Chancen, wenigstens einige der Fische zu sehen, bei nahezu 100 Prozent liegen.

Mit dem Blick abwechselnd nach unten und nach vorne gerichtet, übernimmt der Fluss weitgehend das Kommando und bestimmt durch seine Fließgeschwindigkeit das Tempo. Mal geht es in aller Seelenruhe über Steine und Sandbänke, mal fast schon ein bisschen zu schnell. Denn hier und da ist die Strömung so stark, dass selbst im knietiefen Wasser das Stehen schwer fällt.

Leichtigkeit und Eleganz der Lachse

An einigen Stellen ist der Grund des bis zu 15 Meter tiefen Suldalslågen allenfalls noch zu erahnen, an anderen ist das Gewässer so flach, dass man den Bauch ein wenig einziehen muss, um keine schmerzhafte Bekanntschaft mit den Steinen zu machen. Dies zieht unweigerlich ein bisschen Neid nach sich. Neid gegenüber den Lachsen, die sich mit Leichtigkeit und Eleganz über alle Hindernisse im Wasser hinwegzusetzen vermögen. Mal schießen die Lachse förmlich an einem vorbei, dann wieder schwimmen sie gemächlich stromaufwärts und scheinen zum Greifen nahe.

Wirklich zu packen sind die fast einen halben Meter großen Fische nicht, auch wenn es ein jeder zwischendurch mal versucht. Das wäre schon ein toller Fang. Andererseits verspürt nach dem außergewöhnlichen Abenteuer wirklich niemand mehr Lust auf Lachsschnittchen. Aber Norwegen hat ja noch andere Leckereien zu bieten. Und nach einem kleinen Aquavit am Ende der Tour ist sogar die Kälte des Wassers schnell wieder vergessen.

Weitere Informationen:

Die zweieinhalbstündigen Lachssafaris werden vom 1. Februar bis 15. Dezember für 790 Norwegische Kronen (etwa 100 Euro) angeboten. Die Teilnehmerzahl liegt bei mindestens sechs und maximal 30 Personen.
Mo Laksegard, 4230 Sand, Norwegen, Tel. 0047/52797690, www.molaks.no und www.lachssafari.de.
Lage: Der Ort Sand liegt etwa 100 Kilometer nördlich von Stavanger.
Visit Norway, Caffmacherreihe 5, 20355 Hamburg, Tel. 040/2294150, germany@innovationnorway.no, www.visitnorway.com.

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