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Dänische Südsee: Insel-Hopping mit dem Fahrrad

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Dänische Südsee: Insel-Hopping mit dem Fahrrad

12.04.2013, 09:32 Uhr | Petra Reinken, dpa-tmn

Dänische Südsee: Insel-Hopping mit dem Fahrrad. Radtour auf dem Ostseeradweg über die dänischen Inseln. (Quelle: dpa)

Radtour auf dem Ostseeradweg über die dänischen Inseln. (Quelle: dpa)

Die "Dänische Südsee" lässt sich kaum besser als mit dem Fahrrad erkunden. Von Insel zu Insel führen die durch Fähren verbundenen dänischen Etappen des Ostseeradwegs und erschließen zwischen Flensburg und Kopenhagen eine große Vielfalt an Landschaften. Nur mit einer Tücke haben Radler zu kämpfen, die man dort eigentlich gar nicht erwarten würde. Mehr sehen Sie in unserer Foto-Show: Mit dem Rad in der Dänischen Südsee.

Dänemark: von wegen flach

Weite Felder, Windräder am Horizont, eine frische Brise vom Meer - das ist Dänemark. Aber wer mit dem Rad unterwegs ist, spürt noch etwas anderes, und zwar in den Beinen: Steigungen. Dänemark ist streckenweise ein stetiges Auf und Ab, scheinbar endlos reiht sich ein Hügel an den nächsten. Wer die ganze natürliche Vielfalt der dänischen Südsee mit dem Drahtesel hautnah erleben will, dem sei Insel-Hopping empfohlen. Mit einer Kombination aus Fahrrad und Fähre lässt sich in gut einer Woche die Inselwelt von Als über Ær¢, Langeland und Lolland bis nach Falster und M¢n erkunden.

Ær¢: ein fast autofreies Kleinod

Ær¢ bietet das vielleicht schönste Ambiente: An der Ostseite der kleinen Insel entlang führt der Ostseeradweg von S¢by nach Marstall. Immer wieder müssen sich Radurlauber die Hügel hinauf kämpfen - wohl dem, der wenig Gepäck dabei hat. Und immer wieder belohnen längere Abfahrten bis hinunter zum Meer die Radler mit einem befreienden Blick auf die weite See. Autos sind kaum unterwegs, Radler können die Geschwindigkeit voll ausnutzen, zumindest bis zur nächsten Kurve. Die Straßenränder zieren kleine bäuerliche Häuschen, oft liebevoll renoviert.

Ær¢sk¢bing: Pause in der Märchenstadt

Einen Halt in Ær¢sk¢bing sollten sich die Radreisenden unbedingt gönnen. Dieses Städtchen ist wie aus der Zeit gefallen: Kopfsteinpflasterwege führen durch den Ort mit kleinen, oft unter Denkmalschutz stehenden Fachwerkhäuschen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Selbst Supermarkt und Post verstecken sich hinter gepflegten Fassaden, so dass Reisebuchautoren sich zur Bezeichnung "Märchenstadt" hinreißen lassen. Die Museen Ær¢sk¢bings erzählen von den Jahrhunderten als Kaufmanns- und Handelsstadt.

Langeland: Hünengräber im weiten Wald

Bevor auf Lolland endlich Fahren im Flachland angesagt ist, wartet auf dem Weg von Ær¢ dorthin noch das stetige Auf und Ab von Langeland. Hier geht es durch einsame Wälder und vorbei an zahlreichen historischen Hünengräbern. Es lohnt sich, nicht die kürzeste Route zum Fährhafen Spodsbjerg zu nehmen, sondern auf der Ostseeroute zu bleiben und einen Abstecher nach Tranekær zu machen. Eindrucksvoll wirkt dort das gleichnamige Schloss, das leuchtend rot auf einem Hügel thront. Da in Privatbesitz, ist es nicht zugänglich. Empfehlenswert ist jedoch ein Spaziergang durch den Schlossgarten mit seinem hohen Bestand an alten Bäumen und 14 Werken internationaler Künstler.

Lolland: erholsame Einkehr

Die Fährfahrt von Spodsbjerg nach Tars auf Lolland dauert rund 45 Minuten. Dort gelandet, kommen die Besucher an den Spuren der Familie Reventlow kaum vorbei. Mehr als 200 Jahre besaß das Geschlecht der Reventlows Güter auf Lolland. Christian Ditlev Reventlow (1748 bis 1827) war ein Reformer, der wesentlich dazu beitrug, die Lebensverhältnisse der Bauern zu verbessern. In Pederstrup befand sich der Herrensitz der Familie, das heutige Reventlow-Museum.

Eine halbe Tagesetappe entfernt, begegnet den Radlern ein weiterer Reventlow - oder zumindest dessen Besitztum: eine Brauerei. Zuvor bewältigen die Reisenden die Lolländischen Alpen bei Birket und längere, wenig idyllische Strecken an Bundesstraßen von Bandholm über Maribo nach Saksk¢bing. Wie eine Oase wirkt da die Krenkerup-Brauerei des Herrensitzes Krenkerup, der sich im Besitz eines Nachfahrens C.D. Reventlows befindet. Im Besucherraum gibt es zahlreiche Sorten des erfrischenden Bieres, dazu eine Auswahl an Tapas und eine so erholsame Ruhe im Innenhof, dass es fast schwer fällt, wieder aufs Rad zu steigen.

Falster und M¢n: immer am Meer entlang

Doch auch Falster und M¢n tragen ihren Teil dazu bei, in der dänischen Südsee in kurzer Zeit die vielfältigsten Landschaften durchradeln zu können. Vom Touristenort Marielyst bis nach Stubbek¢bing auf Falster beispielsweise führt der Radweg durch waldiges Gebiet immer am Meer entlang. Die Eichen, Buchen und Eschen wachsen bis an die Hänge. Menschen sind kaum unterwegs, Autos wirken wie Fremdkörper.

M¢n ist mit einer Minifähre nach Bog¢ und von dort radelnd über eine Sundbrücke zu erreichen. Es beherbergt eines der schönsten Naturdenkmäler Dänemarks: M¢n's Klint. Über 100 Meter hoch ragen weiße Kreidefelsen an der Ostseite der Insel in den Himmel.

Seeland: Wiedererwachen am Puls der Zeit

Wer von der Idylle, der Ruhe und der Radelei die Nase voll hat, erreicht nach einer Kurzetappe das südliche Seeland und nimmt von verschiedenen Städten aus den Zug nach Kopenhagen. Wenn dort nach anderthalb Stunden die Waggontüren aufgehen, explodiert das bunte Leben um einen herum. Die fehlenden Menschen auf den Inseln, hier scheinen sie alle versammelt.

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Weitere Informationen:

Anreise: Die Tour kann in Flensburg beginnen (Regionalbahn, ab Hamburg etwa zwei Stunden). Am Wasser entlang geht es bald über eine kleine Holzbrücke nach Dänemark.

Strecke: Der Weg über die Inseln der dänischen Südsee ist zwischen 300 bis 400 Kilometer lang. Wer will, kann die dänischen Etappen des Ostseeradweges fahren, die Inselwelt bietet aber eine Fülle an Möglichkeiten, von der Hauptroute abzuweichen. Es wechseln sich hügelige Landschaften (besonders auf Als und Ær¢) mit flachen Ebenen (zum Beispiel auf Lolland) ab.

Übernachten: Auf allen Inseln gibt es Campingplätze, die man in einer Tagesetappe anfahren kann. Oft sind sie mit Hütten ausgestattet.

Währung: Dänische Kronen; eine dänische Krone sind etwa 0,13 Euro (Stand April 2013).

Informationen: VisitDenmark, Glockengießerwall 2, 20095 Hamburg (Tel.: 040/32 02 10, E-Mail: daninfo@visitdenmark.com);

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