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Trekking durch Sumatras Dschungel

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Trekking durch Sumatras Dschungel

03.08.2012, 14:45 Uhr | Hanna Engler, trax.de

Trekking durch Sumatras Dschungel. Der Sumatra-Orang-Utan im Dschungel von Indonesien. (Quelle: trax.de)

Der Sumatra-Orang-Utan: So nah kommt man den Tieren in freier Wildbahn wohl selten. (Quelle: trax.de)

Sumatra ist mit rund 480.000 Quadratkilometern die sechstgrößte Insel der Welt. Dementsprechend hat das indonesische Eiland eine unglaubliche Vielfalt zu bieten: Von imposanten Vulkanen über karibisch anmutende Küsten bis hin zu traumhaften kleinen Inseln - und natürlich eine große Fläche an fast unberührtem Regenwald! Der Plan war sofort gefasst: Den will ich erkunden und mich auf die Suche nach Orang-Utans begeben - auf einer Trekking-Tour durch den Dschungel. Dass sich diese Reise gelohnt hat, davon können Sie sich selbst in der Foto-Show über Sumatras Dschungel überzeugen.

Sumatra: Große Insel, lange Wege

Reisen in Sumatra sind abenteuerlich. Das merken wir schon bei unserer ersten Fahrt von Banda Aceh, ganz im Norden der Provinz Aceh, die durch die Tsunami-Katastrophe 2004 traurig berühmt geworden ist, nach Bukit Lawang, das etwa 100 Kilometer westlich von Medan liegt und uns in den Dschungel führen sollte. Nach einer abenteuerlichen zehn Stunden-Nachtbus-Tortur, einer Moped-Fahrt und einer anschließenden klapprigen Kleinbus-Tour, die durch einen dubiosen Umstieg in einen „private“ Minivan unterbrochen wurde, kommen wir tatsächlich an. Die Strapazen der Reise machen sich bemerkbar und ohne lange zu suchen, Preise zu vergleichen oder gar zu handeln, quartieren wir uns im erstbesten Hotel ein (ein Zimmer mit „western toilet“, sprich Sitzklo, aber ohne Spülung, nur mit Schöpfkelle) und buchen für den nächsten Tag eine Regenwald-Tour zu den Orang-Utans mit einer Dschungel-Übernachtung.

Welcome to the jungle!

Am nächsten Morgen um halb zehn geht es auch schon bergauf in den dichten Wald - ab in den Dschungel! Die Gruppe, der wir angehören, ist etwas zu groß: Ein Guide ist krank geworden, wird uns mitgeteilt, so dass zwei Gruppen zusammen gehen müssten. So sind wir zwölf an der Zahl (aus Deutschland, Amerika, Holland und England) und vier einheimische Guides, aber da alle Teilnehmer einigermaßen fit sind - und das muss man wirklich sein - ist die Größe nicht störend. Störend dagegen sind die Stechmücken. Trotz extra starkem Anti-Mückenzeug bin ich innerhalb von - ungelogen - fünfzehn Minuten komplett zerstochen: Meine Beine gleichen einem Hügelfeld und der Leiter unserer Truppe, mit dem Künstlernamen Sunny, schmiert gleich eine undefinierte Creme auf einen der Stiche und murmelte was von einem gefährlichen Insekt und so ein Biss kann tödlich sein…

Und plötzlich: ein Orang-Utan

Nun gut, wir marschieren munter weiter und keine fünf Minuten später sehen wir ihn: den ersten Orang-Utan! Unglaublich. Nur drei bis vier Meter entfernt sitzt das etwa 13 Jahre alte Weibchen über uns auf einem Ast und isst gemütlich weiter, während ihre Nachfahren sie mit offenen Mündern anstarren. Sie stört sich auch nicht an dem Blitzlichtgewitter, das folgt. Nach weiteren Wegen durch die verschlungenen Berge sehen wir noch drei weitere dieser wunderschönen Tiere, die gleichzeitig Ruhe und Kraft ausstrahlen. Ein Orang trägt sogar ein Junges: Keiner wird die faszinierende Begegnung wohl je vergessen. Doch nicht nur die großen, auch die kleinen Primaten beglücken uns mit ihrem Erscheinen und so sehen wir auch viele Punky Monkeys, eigentlich Thomas's Leaf-monkeys, die nur Nordsumatra bevölkern.

Trekking-Dschungel-Abenteuer

Wer den Dschungel-Trek betritt, darf sich auf einiges gefasst machen: es geht hoch, hoch, hoch, runter, wieder hoch, durch dichte Pflanzen, Büsche, riesige Bäume, über Steine und Wurzeln - wirklich nicht ohne! Halt findet man an Ästen, Wurzeln und Lianen - ohne wäre ich an einigen, zum Teil nicht ungefährlichen, Stellen auch verloren. So geht es teilweise auf allen Vieren durch die exotische Landschaft; nach einer halben Stunde bin ich geschwitzt bis auf die Unterwäsche und dabei ist es bewölkt und für indonesische Verhältnisse eher „kühl“. Wenn man aber Spaß an Klettern, Rutschen und Kraxeln hat, dann ist es trotz Mücken, Krabbelvieh, Schweiß und Dreck genau das richtige: Für Abenteurer heißt es schließlich „Der Weg ist das Ziel“.

Feinstes Essen mitten im Regenwald

Die Tour lohnt sich aber keinesfalls nur für Tierfreunde, sondern auch weil man tief eintaucht in den Regenwald und nur selten auf andere Menschen trifft. Während der Pausen erklärt Sunny dies und das über „Female Trees“, Blätter, die man essen kann oder zu Medizin weiterverarbeitet werden, und über das 10.000 Quadratmeter große Ökosystem Dschungel mit seinen circa 7000 darin lebenden Orang-Utans - und wie sich Tiere, Pflanzen und Menschen gegenseitig brauchen. Dazu erfährt man eine unglaublich liebevolle Rundumversorgung. Alle zwei, drei Stunden gibt es was zu Essen: Von den besten Früchten von Maracuja über Ananas bis Banane für Zwischendurch (natürlich von den Guides aufgeschnitten und liebevoll drapiert) bis hin zu kompletten Reisgerichten - wie überall in Sumatra gut scharf - mit typischen Krabbenchips und Spiegelei natürlich (findet man auf allen Hauptspeisen), serviert in Bananenblättern auf einem Plateau irgendwo im tiefsten Dschungel.

Sumatranische Gastfreundschaft

Auch der Abstieg hinab zum Flusscamp ist nicht ohne - akrobatische Einlagen an Lianen und Wuzeln hätten sogar Tarzan neidisch gemacht -, doch gegen 14 Uhr kommen wir kaputt, aber glücklich an. Der erste Weg führt direkt zum Fluss: Katzenwäsche von Körper und Klamotten, dann ab ins Badeoutfit und hinein in den River-Pool. Erfrischt gibt es abends leckeres Essen (zwischendurch werden wir natürlich mit Gebäck, Tee und dem guten sumatranischen Kaffee bewirtet - man könnte ja verhungern): Auf einer Plane auf dem Boden werden Reis, Gemüse, Tofu und Hähnchen angerichtet - alle langen ordentlich zu, allen schmeckt‘s hervorragend! Danach bringen die Guides uns bei Kerzenlicht unterhaltsame, einfache Spiele bei („This is a cup“ – „A what?“) und dann ab ins „Bett“. Das besteht aus einfachen Matten, die auf der Erde ausgebreitet sind, nur mit einer Art Zelt („Plastic“) überdacht. Die Nacht - begleitet von den Geräuschen des Dschungels - ist dementsprechend hart und unruhig, doch am nächsten Morgen bin ich dank der überragenden Kulisse um mich rum und strahlendem Sonnenschein frisch und hochmotiviert.

Von Hitze, Blutegeln und großen Reifen

Nach Keksen und belegtem Toast brechen wir ein weiteres Mal für etwa eine Stunde in den Dschungel auf – aber nur diejenigen, die sich fit genug fühlen; ein paar bleiben im Camp und genießen Mußestunden am und im Fluss. In Anbetracht des wolkenlosen Himmels und einer fröhlich vor sich hin glühenden Sonne, ist das vielleicht keine so schlechte Entscheidung. Bei der noch anstrengenderen, weil heißeren Tour, sehen wir leider keine Orang-Utans mehr, aber die exotische Umgebung entschädigt dafür. Zurück zum Camp geht es dazu durch den Fluss - eine Riesengaudi mit Schuhen und Klamotten! Und mit einer Erfahrung mehr, auf die ich allerdings hätte verzichten können: Ein Blutegel befand meinen Oberschenkel als lecker genug - gut, dass Sunny so was quasi mit geschlossenen Augen löst, aber das erste Ekel-Gefühl werde ich wohl nicht vergessen. Deswegen sind die meisten Tourteilnehmer also in langen Hosen unterwegs...

Im Dschungel-Fieber

„Daheim“ erst mal was essen: Sensationell künstlerisch angerichtete Früchte (jetzt auch Mango und Wassermelone) und eine dampfende Nudelsuppe. Der krönende Abschluss des Trips: Eine lustige und nur ab und zu etwas schnellere Flussfahrt in großen Reifen („Tubing“) zurück zum Dorf. Für das Rundherum-Dschungelfeeling treffen wir uns abends in der Bar Indha (in der man hervorragend und günstig essen kann!) mit der Trekking-Truppe und den Guides, die einen gegen den Anteil von etwa vier Euro einen - stark alkoholischen, wenn auch nicht gerade köstlichen - Dschungel Juice zusammenmixen. Bei absolut toller Atmosphäre wird zusammen geschwatzt, getrunken, musiziert und gesungen. Nicht nur der Dschungel begeistert, auch die Menschen, die sich in ihm und um ihn herum bewegen,

Weitere Informationen

Flug nach Sumatra: Hauptwege über Kuala Lumpur oder Singapur nach Jakarta (Java), Medan oder Banda Aceh. Beispiel: Frankfurt - Jakarta ab 850 Euro, Inlandflug Jakarta - Band Aceh ab 60 Euro (besser vor Ort buchen, da günstiger als im Web, aber Vorsicht: oft ausgebucht!)

Hotel Eco-Lodge: Im Doppelzimmer pro Nacht 180.000 Indonesische Rupie (IDR; etwa 15 Euro) (inklusive Frühstück); es gibt deutlich günstiger und mindestens so gute Anlagen in der direkten Umgebung.

Dschungel-Tour: Einfach in einer der Anlagen um den Fluss in Bukit Lawang herum nach Sunny oder einem anderen Dschungel-Guide fragen. Preis pro Person 720.000 IDR (etwa 60 Euro)

Fahrt Banda Aceh - Bukit Lawang: Nachtbus 100.000 IDR (etwa 8 Euro), Moped-Fahrt 10.000 IDR pro Gefährt (unter einem Euro), Kleinbus/Minivan 30.000 IDR pro Person (etwa 3 Euro)

Fahrt Bukit Lawang – Lake Toba: 130.000 IDR pro Person (etwa 11 Euro)

Indha-Bar: Beispiel für ein Abendessen: 3 Haupt- und 2 Sate-Vorspeisen, 3 Shakes, 4 Bier = 200.000 IDR (etwa 17 Euro)

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