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Österreich-Urlaub am See: Kärntens Seenlandschaft

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Kärnten: Österreichs größte Seenlandschaft

09.08.2012, 14:28 Uhr | Verena Wolff, dpa-tmn

Österreich-Urlaub am See: Kärntens Seenlandschaft. Weißensee, die "Karibik der Alpen". (Quelle: dpa/tmn/Kärnten Werbung/Gerdl)

Weißensee: "Karibik der Alpen" wird er auch genannt. (Quelle: Kärnten Werbung/Gerdl/dpa/tmn)

Frische Landluft, herrliche alpine Natur und sehr viel Wasser - das alles erwartet Österreichurlauber in Kärnten, dem wasserreichsten Bundesland: 1270 stehende Gewässer, 200 Badeseen, 8000 Flusskilometer und zahlreiche Heilquellen - hier bleibt kein Auge trocken! Taucher, Angler, Bootliebhaber, aber auch Wanderfreunde finden hier einen See für ihr Hobby, ihren Traum von der Karibik - oder sogar ihre Hochzeit. Sehen Sie die herrlichen Seen Kärntens auch in der Foto-Show.

Hochzeit unter Wasser

Ernest Turnschek macht sich fertig. Badehose sitzt, Anzug hochziehen, Atemluft prüfen, Tiefenmesser und Tauchkompass um die Handgelenke schnallen. Den Bleigürtel wickelt er sich um die Hüfte, die Sauerstoffflaschen kommen auf den Rücken - endlich kann es losgehen. Ernest Turnschek hat eine ganz besondere Aufgabe: Der Inhaber der Taucherbasis Yachtdiver am Kärntner Weißensee ist Unterwasser-Standesbeamter. Da muss alles passen - auch wenn er weiß, dass die Fische schon einige der Blumen angeknabbert haben und die Brautleute unendlich nervös sind.

Weißensee: "Karibik der Alpen"

"Aber wir sind ja hier am schönsten Ort der Welt, um eine Ehe zu schließen", sagt der frühere Marinetaucher, der selbst im höchsten Badesee der Alpen den Bund fürs Leben geschlossen hat. "Karibik der Alpen" nennen Taucher den Weißensee, der auf 930 Meter Seehöhe liegt und sich wie ein Fjord auf einer Länge von rund zwölf Kilometern durch die Gailtaler und die Karnischen Alpen zieht. "Der Weißensee ist einzigartig, weil er unglaublich klar ist, weil er eine unberührte und intakte Wasserflora hat und jede Menge Fische", schwärmt Turnschek, der nach vielen Jahren als Taucher im Ausland seine Tauchschule direkt am Ufer des Sees eröffnet hat.

Tauchgang im Schnelldurchlauf

Der Profi bildet Taucher aus - aber er verschafft auch Nicht-Tauchern einen Blick unter die Wasseroberfläche: Fish Watching heißt der Tauchkurs im Schnelldurchgang, bei dem man mit einem erfahrenen Lehrer nur wenige Meter unter Wasser geht. "Aber dabei bekommt man schon einen guten Eindruck, wie es da aussieht - die meisten Leute sind beeindruckt", sagt er. Nach Möglichkeit geht Turnschek jeden Tag ins Wasser, das bereits im Frühsommer angenehme 24 Grad hat - und entdeckt immer wieder Neues: "Man muss nicht ans andere Ende der Welt fliegen, um eine beeindruckende Unterwasserwelt zu erleben."

Glasklares Wasser - auch für Angler

An seiner breitesten Stelle misst der Weißensee 900 Meter, an seiner tiefsten 99. Einzigartig unter den zahlreichen Kärntner Seen macht ihn, dass das 23 Kilometer lange Ufer nur zu knapp einem Drittel verbaut ist - nicht einmal Straßen führen direkt am Seeufer entlang. Ganz klar ist der See, denn er wird von mehreren unterirdischen Quellen gespeist, und es gibt keinerlei Schwebstoffe, die die Aussicht vernebeln.

Das glasklare Wasser mit bester Qualität schätzen nicht nur Taucher und Schwimmer, sondern auch die Fischer, die Forellen und Hechte, Karpfen und Barsche aus dem See holen. "Alles in bester Qualität", wie Hannes Müller, Chef des Hotels und Gasthofs "Die Forelle", sagt. Manchmal fährt er selber raus und angelt, was er später in der Küche für seine Gäste zubereitet. Müller zieht nichts weg vom Weißensee. "Hier habe ich alles, was ich zum Leben brauche - die Berge, den See, gute Nachbarschaft." Und zahlreiche Gäste, die vor allem die Natur schätzen.

Mit dem Lama durch die Karnischen Alpen

Nur ein paar Kilometer und einige Haarnadelkurven weiter, in St. Daniel im Gailtal, führt Johann Kanzian seine Besucher durch den Wald - an der Hand ein Lama. Mit seinen Anden-Kamelen ist Kanzian noch immer eine Attraktion in dem Dorf in den Karnischen Alpen. Eigentlich hatten er und seine Frau nur zwei Lamas gekauft, die ihnen das Gepäck bei Wanderungen durch die Gegend schleppen sollten. Doch inzwischen ist Kanzian hauptberuflich Chef einer achtköpfigen Herde, die gleichermaßen Kinder und Manager über die Wanderwege führen.

Österreichs Wasserreichtum

Unvergleichlich in Österreichs südlichstem Bundesland ist Kärntens Wasserreichtum: 1270 stehende Gewässer gibt es, 200 Badeseen mit Trinkwasserqualität, 8000 Flusskilometer und zahlreiche Heilquellen. Jeder der großen Seen hat seine Besonderheit - und seine eigene Klientel. Doch eines ist den Kärntner Badewannen gemein: Segeln, Windsurfen, Elektroboot-, Kanu- und Floßfahren, Tauchen und Schwimmen ist überall möglich, mal an unverbauten Seeufern, mal in gut ausgestatteten Freibädern.

Kärntens größter See

Der Wörthersee ist Kärntens größter See - und sicher auch der bekannteste, weil mondänste. Noch immer zieht er Prominenz und Touristen aus aller Welt an. Auf dem See geht es mittlerweile wild zu. Etwas mehr als 300 Motorbootlizenzen kursieren, wer eine haben will, muss bis zu einer Viertelmillion Euro auf den Tisch legen - wenn er überhaupt jemanden findet, der ihm seine verkauft. Denn die Bundesforsten, die für die Seen zuständig sind, vergeben schon seit vielen Jahren keine neuen Lizenzen mehr. Wegen der Wasserqualität und des Umweltschutzes.

Tief und wasserreich: Millstätter See

Der nordwestlich gelegene Millstätter See ist lange nicht so vornehm - und gilt dennoch als Juwel. Er ist der tiefste und wasserreichste der Kärntner Seen. Er lebt vor allem von den Bergen, die sich an seinem Rand in die Höhe strecken. Magische Kräfte sagen viele Bewohner dem Weltenberg Mirnock nach, dessen Gipfel im Schnittpunkt zweier geomantischer Linien liegt (Anmerkung der Redaktion: Die Geomantie ist eine esoterische Form des Hellsehens, die auf Muster und Gegebenheiten in der Natur beruhen): Die Klosterlinie befindet sich exakt zwischen Großglockner und Hochobir, die Kultlinie liegt zwischen dem Monte Lussari und dem Schloss Rosenau bei Zwettl. Besonderen "Kraftorten" werden Energieströme nachgesagt, die wohltuend auf Geist und Körper wirken sollen.

Wandern oder Trekking zu schönen Seeblicken

Wer sich während des Krafttankens sportlich betätigen will, hat mit dem 200 Kilometer langen Millstätter-See-Höhensteig eine hervorragende Route: In acht Etappen führt der Steig von 600 bis 2600 Höhenmetern rund um den See. 13 Tage mit Gehzeiten von bis zu acht Stunden veranschlagen die Experten für den ganzen Weg, aber auch nur eine Etappe oder Teile davon geben die schönsten Ausblicke auf den See frei - und bei schönen Wetter auf den Großglockner, Österreichs höchsten Berg.

Angebote von Sport bis schwimmendem Dinner

An allen Seen Kärntens, ob am Ossiacher See, der als Camping-Hochburg gilt, dem kinderfreundlichen Faaker See mit seinem türkisblauen Wasser, dem fast mittelmeerwarmen Klopeiner See oder dem vergleichsweise flachen Pressegger See, gehört Sport in allen Varianten zum Selbermachen und zum Zuschauen einfach dazu. Bekannt ist vor allem der Triathlon am Wörthersee, der Ausscheidungswettkampf für den legendären Ironman auf Hawaii ist. Ungewöhnlichstes Angebote ist wohl das sogenannte Dinner for two auf einer schwimmenden Insel im Millstätter See. Dabei platschen Wellen an die Holzinsel, die im See verankert ist, Platz bietet der Ponton nur für einen Tisch, zwei Palmen und zwei Menschen. Der Kellner kommt per Motorboot, serviert die Gänge und verlässt seine Gäste wieder, so dass ihnen alle Zeit der Welt bleibt, den Sonnenuntergang zu genießen, die Zukunft zu planen - oder den nächsten Urlaub.

Weitere Informationen

Anreise: Kärnten ist von Deutschland aus in gut einer Flugstunde zu erreichen, von vielen Flughäfen gibt es Verbindungen nach Klagenfurt. Mit dem Auto führt der Weg über die Tauernautobahn Richtung Villach.

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