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Aktivurlaub USA: Kanufahren in den Boundary Waters in Minnesota

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USA: Mit dem Kanu Minnesota erkunden

15.08.2012, 15:31 Uhr | Egmont Strigl, srt

Aktivurlaub USA: Kanufahren in den Boundary Waters in Minnesota. Aktivurlaub USA: Kanufahren auf den Boundary Waters. (Quelle: SRT /Egmont Strigl)

Aktivurlaub USA: Kanufahren auf den Boundary Waters. (Quelle: Egmont Strigl/SRT )

Wer wie die legendären Pelzhändler per Kanu die letzte Wildnis des Mittleren Westens durchpaddelt, dem zeigen sich die Großen Seen der USA heute noch wie einst vor der Ankunft der Weißen. Wir stellen mit den Boundary Waters eine der schönsten Urlaubs-Regionen der Welt vor.

Indian Summer in den Boundary Waters

Manchmal ist die Welt von solcher Schönheit, dass man verstummt und staunt. Etwa nach einigen Regentagen, wenn sich die graue Welt aus Nebel plötzlich hebt und die lange ersehnten Sonnenstrahlen wie Lichtpfeile durch die Bäume fingern. Reflexe tanzen wie kleine Geister über spiegelglatte Seen, und darin leuchten die Farben des Indian Summer. Besonders eindrucksvoll sind solche Augenblicke in einem Zelt ganz nah an der Natur. Da schärfen sich die Sinne, man hört und spürt es viel intensiver: das leise Rauschen der Bäume, das Plätschern des Wasser, die Stimmen des Waldes.

In Ely gibt es die letzten Wölfe Amerikas

Wenn dann auch noch Wolfsgeheul hinzukommt, dann kann es schon unheimlich werden. Man denkt unweigerlich an all die Märchen, die man über den Wolf sein Leben lang zu hören bekommt. Dabei ist der Wolf doch in Wahrheit harmlos, sozial und hochintelligent. So zumindest vermittelt es das Wolfszentrum in Ely, das mit den Vorurteilen gegenüber diesem Tier aufräumen will. Gleichzeitig ist es aber auch eine perfekte Einführung in den Norden Minnesotas. Denn dort leben die letzten Wölfe Amerikas.

Boundary Waters: Eine der schönsten Regionen der Welt

Ely ist Ausgangspunkt für die riesigen Boundary Waters, ein ausschließlich für Kanuten reserviertes Gebiet, das von National Geographic zu einer der schönsten Regionen der Welt gekürt wurde. Und genau dort sind wir mit dem Kanu unterwegs und lauschen fasziniert dem Heulen der Wölfe. An Schlaf ist jedenfalls nicht mehr zu denken. Und so bringen wir das Feuer wieder in Gang und genießen bei heißem Kaffee den Sonnenaufgang.

Paddeln durch eine Traumwelt

Zuerst ist es nur ein heller Schimmer. Gedämpft vom zarten Nebel schwebt er über dem spiegelglatt da liegenden See. Dann schiebt sich der Sonnenball höher und modelliert aus den Bäumen einen gezackten Scherenschnitt, dessen Spiegelung sich malerisch im Wasser wiederholt. Ein einsames Kanu zieht vorbei. Es verwirbelt die spiegelnde Fläche und reißt uns aus den Träumen. Schnell packen wir zusammen, um selbst wieder mit gleichmäßigem Paddelschlag durch diese Traumwelt gleiten zu können.

Reisen im Einklang mit der Natur

Wer per Kanu reist, dem wird so schnell nicht langweilig, weil hinter jeder Biegung Neues passiert. Hier steht ein Elch im Wasser, dort ein Fischotter oder Biber, über uns immer wieder Seeadler und Eistaucher. Deren einsamer Schrei durchbricht die Nacht und ist das Symbol schlechthin für diese wasserreiche Region. Das System aus Tausenden verbundener Seen reicht vom Voyageurs-Nationalpark bis zum Lake Superior. Die letzte Wildnis des Mittleren Westens zeigt das Land so, wie es vor Ankunft der Weißen wohl überall rund um die Großen Seen ausgesehen haben mag.

Wer die Stille sucht, wird sie dort finden

Nahezu frei von menschlichen Eingriffen sind die Grenzgewässer ein Paradies für Menschen, die mal wieder reinste Stille hören wollen. Nur an den Rändern liegen Outfitter-Stationen, die den Wildnishungrigen die nötige Ausrüstung bieten. Dort erledigt man auch den Papierkram: Der Zugang ins Seensystem ist streng reglementiert. Schließlich soll das Ökosystem nicht über Gebühr strapaziert werden.

Hier fuhren schon die Voyageurs

Gut ausgerüstet kann es schließlich losgehen, hinein in ein Wasserlabyrinth, auf dem schon vor über 200 Jahren die Voyageurs, Nordamerikas legendäre Pelzhändler, gereist sind. Ihren Spuren zu folgen ist erlebnisreich, mitunter aber auch sportlich, bedenkt man die vielen Portagen, die zwischendurch immer wieder zu meistern sind. Sie vermitteln in Ansätzen, welche Leistung die Voyageurs vollbrachten, welche Distanzen sie in wilder Urnatur zu überwinden hatten.

Beeindruckende Wasserfälle am Pigeon River

Eines der größten Hindernisse stellten die Wasserfälle am Pigeon River dar. Genau dort entstand ein wichtiger Pelzhandelsposten, an dem sich die Kulturen der Indianer und Weißen begegneten: Grand Portage. "Rendezvous" nannte man die jährlichen Treffen, bei denen die beiden Seiten dieses frühen globalen Handelssystems zusammenkamen. Die eine Seite waren die "North Men", sie schafften Pelze in kleinen Kanus heran, um sie zu Beginn des Sommers in Pelzhandelsposten wie Grand Portage abzuliefern.

Gewässer als Handelsgebiete

Gegenstück waren die zeitgleich eintreffenden "Montreal Men", die mit ihren Kanus voller Handelsware aus Montreal herauf gepaddelt kamen. In Grand Portage, später im nahe gelegenen Fort Williams in Ontario wurde dann umgeladen: All die von den Indianern sehnlichst erwarteten Fallen, Gewehre und Glasperlen tauschten den Besitzer gegen die zu Ballen gepressten Felle. Die machten sich nach dem Rendezvous auf den langen Weg nach Europa, wo sie zu Biberhüten, Pelzkrägen und anderem modischen Dingen verarbeitet wurden.

Raue Herzlichkeit der Urlandschaft

Beide Handelsposten vermitteln perfekt rekonstruiert einen tiefen Einblick in die Geschichte des Lake Superior. Auf dem größten Sees der Great Lakes haben die Dampfer das Kanu als Transportmittel längst abgelöst. Doch trotz der Schönheit des Sees zieht es uns zurück in die Boundary Waters mit ihren wechselnden Stimmungen und ihren wortkargen Menschen. Es ist deren raue Herzlichkeit, die wohl aus dem verbindenden Gefühl heraus entspringt, in dieser Urlandschaft aufeinander angewiesen zu sein.

Romantische Nächte auf dem Kanu

Und so paddeln wir hinaus auf den nächtlichen See, bis die Welt um uns nur noch aus samtener Finsternis besteht und wir im unbewegten Wasser zu schweben scheinen. Nichts außer dem Mond ist mehr zu sehen, nichts zu hören, kein Unterschied zwischen Wasser und Himmel mehr auszumachen - ein unglaubliches Gefühl.

Weitere Informationen:

Die schönste Reisezeit ist der Herbst bis etwa Mitte Oktober.

Anreise: Über Minneapolis/St. Paul, das von allen US-Airlines angeflogen wird.

Einreise: Jeder USA-Besucher muss eine Einreisebewilligung unter www.esta.us/deutsch beantragen. Wird sie erteilt, dann genügt zur Einreise selbst der Reisepass.

Gut zu wissen: Der Zugang in die Boundary Waters ist streng reglementiert. Info (engl.) unter: www.fs.fed.us/r9/forests/superior/bwcaw, oder www.bwca.com.

Verkehrsbüro: Great Lakes of North Amerika, Schwarzbachstr. 32, 40822 Mettmann, Tel. 02104/797451, greatlakes@travelmarketing.de, www.greatlakesUSA.de.

Offizielle Minnesota-Website: www.exploreminnesota.com.

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