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Extremschwimmerin bricht Bodenseeumrundung ab

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Extremschwimmerin bricht Bodenseeumrundung ab

20.08.2012, 11:23 Uhr | dpa, dapd

Extremschwimmerin bricht Bodenseeumrundung ab. Bodenseeumrundung abgebrochen. (Quelle: dapd/Michael Latz)

Kirsten Seidel bricht die Bodenseeumrundung ab, stellt aber trotzdem einen Rekord auf. (Quelle: Michael Latz/dapd)

136 Kilometer schwimmen in nur drei Tagen - das war die Mission, die sich Kirsten Seidel vorgenommen hatte. Einmal ganz um den Bodensee wollte sie schwimmen und mit der Extremleistung Spenden für krebskranke Kinder und ihre Angehörigen sammeln. Nach 36 Stunden musste sie ihre Aktion leider abbrechen - die Strömung machte Seidel einen Strich durch die Rechnung. Trotzdem stellte sie auf ihrer ersten Etappe einen Rekord auf. Sehen Sie sich die sportlichen Leistungen von Kirsten Seidel in unserer Foto-Show an.

Vorzeitiger Abbruch

Nonstop um den Bodensee: Diese 136 Kilometer lange Mammut-Tour hat Extremschwimmerin Kirsten Seidel in der Nacht zum zum 20. August abgebrochen. "Die Tour endet hier", sagte ihre Sprecherin Anett Juhrs. Seidel kam nach rund 36 Stunden und 78 Kilometern um 2.40 Uhr in Bregenz an. Eigentlich wollte sie diese Etappe bereits am Mittag bewältigt haben. Doch die 47-Jährige sei lange Zeit gegen den Strom geschwommen. "Wir haben ab dem Mittag am Sonntag so eine starke Strömung gehabt, dass sie teilweise in der Stunde nur 300 Meter schwimmen konnte."

Die geplante Bodenseeumrundung

Seidel war am 18. August nachmittags in Bodman in Baden-Württemberg mit einer dicken Schicht Melkfett und Sonnencreme auf dem Körper ins Wasser gestiegen, um einmal quer durch den See nach Bregenz zu schwimmen. Nach der ersten Etappe wollte sie in Bregenz eigentlich nur eine kurzen Pause einlegen und weiter nach Konstanz schwimmen, um dann Stein am Rhein in der Schweiz zu erreichen. In Bregenz brach sie jedoch ab. Geschwommen war Seidel für einen guten Zweck: Für die Spendenaktion "Verbindung von Menschen" sammelte sie mit jedem zurückgelegten "Patenschaftskilometer" Spendengelder für krebskranke Kinder. "Ich möchte den Menschen zeigen, dass man Unmögliches möglich macht, wenn man fest daran glaubt", sagte die Mentaltrainerin vor ihrem Start.

Ohne Schlaf und Pausen durch den See

Auf ihrer ersten Etappe war Seidel allerdings bereits in der ersten Nacht langsamer vorangekommen als gedacht. Sie hatte wegen fehlender Orientierung das Tempo rausnehmen müssen, sagte ihre Sprecherin. Das Wetter spielte am Wochenende immerhin mit: Es gab herrlichen Sonnenschein, der Bodensee war gut 23 Grad warm. Pausen wollte sich Seidel zwischen den Etappen nicht gönnen. Sie wollte nur kurz aus dem Wasser kommen, weil sie ohne wärmenden Neoprenanzug schwimme und sich deshalb regelmäßig neu mit Vaseline einreiben müsse, sagte ihre Sprecherin. Auch Schlafen wollte sie während der ganzen Tour nicht.

Schwimmaktion trotzdem ein Erfolg

Auch wenn es Seidel nur bis Bregenz schaffte, wertete Juhrs die Leistung der 47-Jährigen positiv: "Es ist ein anderer Erfolg, aber ein absoluter Erfolg." Seidel sei die Erste, die es geschafft habe, ohne wärmenden Neoprenanzug die 64 Kilometer von Bodman nach Bregenz durchzuschwimmen, sagte Juhrs. "Darauf kann sie mit Fug und Recht riesig stolz sein." Zudem habe die Schwimmerin einen deutlich längeren Weg zurückgelegt. Weil sie von der Strömung immer wieder weggetrieben worden sei, sei sie sogar 78 Kilometer am Stück geschwommen. Der 47-Jährigen gehe es aber gut. "Sie ist deutlich geschwächt, das ist klar. Es war schon eine gewisse Strapaze."

Vor Seidel hatte der Bodensee schon so manchen Extremsportler in die Knie gezwungen: Bruno Dobelmann war vor einem Monat schon zum zweiten Mal damit gescheitert, den Bodensee ohne Neoprenanzug in seiner ganzen Länge von 64 Kilometern zu durchschwimmen. Das kalte Wasser und teilweise heftiger Gegenwind hatten den Sportler mit Spitznamen "Orca" zum Aufgeben gezwungen. Für den 21. August (9 Uhr) hat bereits der 22-jährige Maximilian Melyarki aus dem bayrischen Altötting angekündigt, ohne Neoprenanzug von Bodman nach Bregenz zu schwimmen. Dieses Ziel hat Seidel bereits erreicht.

Die Schwimmerin

Auch beruflich ist Seidel mit dem Wasser verbunden. Die studierte Diplom-Ingenieurin hat als Spezialistin für Strömungsmechanik an der TU Dresden im Institut für Luft- und Raumfahrt gearbeitet. Mittlerweile ist sie seit über einem Jahr als selbstständiger Mental Coach im Sport- und Businessbereich tätig. In den vergangenen Jahren hat die Sportlerin schon mehrere ähnliche Aktionen durchgeführt und damit für Aufmerksamkeit gesorgt. Sie will Kindern und Jugendlichen, aber auch allen anderen Menschen zeigen, dass nichts unmöglich ist, wenn man einen festen Glauben und ein klares Ziel vor Augen hat.

Vergangene Aktionen

Im August 2003 schwamm sie als erste deutsche Frau durch den Fehmarn-Belt von Dänemark nach Deutschland und im selben Jahr ebenfalls durch die gesamte Müritz von Viperow nach Waren (Müritz). 2006 folgte die Elbe-Durchquerung, mit der sie auch internationale Beachtung fand und fortan als Elbeschwimmerin in den Medien bekannt ist. In 10 Tagen schwamm sie 553,5 Kilometer die Elbe entlang von Dresden bis nach Hamburg. Auch diese Strapaze widmete sie einem guten Zweck und sammelte Spenden für die Unterstützung von krebskranken Kindern und deren Angehörige.

Weitere Informationen

www.elbeschwimmerin.de

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