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Chiemgauer Alpen: Wandertouren auf die Kampenwand

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Kampenwand: Die Perle des Chiemgaus

31.08.2012, 10:42 Uhr | Norbert Eisele-Hein , srt

Chiemgauer Alpen: Wandertouren auf die Kampenwand. Der Fernblick von der Kampenwand ist atemberaubend schön. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Der Fernblick von der Kampenwand ist atemberaubend schön. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Südlich der bayerischen Landeshauptstadt München liegen die Chiemgauer Alpen. Schon bei der Anfahrt auf die Bergkette ist die Kampenwand nicht zu übersehen: groß und mächtig überragt sie den Chiemgau. Schon im 19. Jahrhundert wurde ein Weg hinauf zur Wand angelegt, ihren Reiz hat sie bis heute nicht verloren. Egal ob mit der Seilbahn oder zu Fuß, der Blick über den Chiemgau bleibt unvergesslich. Wer noch höher hinaus will, der nutzt eine der vielen Kletterrouten in verschiedenen Schwierig- keitsgraden, die zum Gipfel- kreuz hinaufführen. Wir zeigen Ihnen die Königin der Chiemgauer Alpen in unserer Foto-Show.

Foto-Serie mit 10 Bildern

Ein Geschenk des bayerischen Königs

Der Wanderweg hinauf zur Kampenwand war ein Geschenk Königs Ludwigs des II. Er ernannte Theodor Cramer-Klett, einen Nürnberger Großindustriellen, zum Freiherrn. Der Franke ließ sich auf der Suche nach einer standesgemäßen Bleibe 1875 im Schloss Hohenaschau nieder. Schon ein Jahr später ließ der Freiherr einen Reitweg auf den Berg anlegen.

Der Weg ist das Ziel beim Wandern

Der steile Anstieg von Aschau über den freiherrlich-königlichen Weg zwickt schon etwas in der Wade, ist aber nur Vorgeplänkel. Denn da schützt ja noch der dichte Blätterwald vor der Sonne. Doch oberhalb der Baumgrenze brennen die Strahlen erbarmungslos auf den offenen Hang und auf die Wanderer. Der Weg wird schließlich sogar so steil, dass ihn nur noch eine Asphaltschicht vorm Abrutschen bewahren kann.

Zur Belohnung einen Kaiserschmarrn?

Mit 25 Prozent Steigung windet sich das schwarze Band schier endlos den Steilhang zur Felsenbastion der Kampenwand hinauf. Wer hier schon schwächelt, der bekommt beim Anblick der noch zu verrichtenden Mühsal schnell wackelige Knie. Zumal aus der Gori-Alm zu allem Überfluss ein Duft von Kaiserschmarrn und Apfelstrudel strömt. Solcherlei Wohlgerüche unterwandern die Moral und drohen, das eigentliche Ziel - den zügigen Gipfelsturm - aus den Augen zu verlieren.

Gute Chancen auf Fernsicht

Doch der Gipfel der Kampenwand ist noch längst nicht erreicht und außerdem haben die Chiemgauer Alpen einen klimatischen Trumpf im Ärmel: Der Föhn, ein Wetterphänomen, sorgt jährlich für bis zu 30 Prozent mehr Sonnentage als im Rest der Republik. Somit stehen die Chancen gut, den Chiemgau sonnendurchflutet zu erleben.

Während Migräneanfällige den Föhn verdammen, beschert er Wanderern trockene Wege und eine umwerfende Fernsicht. Dann reicht der Blick von der Kampenwand, der Königin der Chiemgauer Alpen, weit in den Alpenhauptkamm hinein. Südlich scheint der Wilde Kaiser zum Greifen nah, und die schneidigen Eisgrate der Hohen Tauern sind auch zu sehen. Nördlich strahlt der Chiemgau in sattem, fruchtbarem Grün. Und vor dem Wanderer dominiert das "Bayerische Meer" die Ebene: Wie ein überdimensionaler Saphir liegt der Chiemsee da.

Unzählige Varianten führen auf die Kampenwand

Die Perle des Chiemgau, die 1668 Meter hohe Kampenwand, bietet unzählige Tourenvarianten. Viele lassen sich optimal kombinieren. Kaum frequentiert ist zum Beispiel der Übergang zur Hochplatte, einem wahren Panoramaknüller. Zudem lässt sich der Anstieg durch die Seilbahn stark erleichtern. Sobald die 1957 erbaute Vierergondel am Morgen ihren Betrieb ab Hohenaschau aufnimmt, überschwemmen ganze Scharen Wanderlustiger die Gipfelregion mit ihren Almwirtschaften.

Nicht jeder wagt den Gipfelsturm

Viele pilgern dann auf dem gut zwei Kilometer langen Panoramaweg direkt unterhalb des Felswalls staunend auf und ab und bleiben letztlich direkt an der Steinling-Alm hängen. Sie thront zwischen riesigen Felsbrocken auf einer majestätischen Anhöhe unterhalb des Gipfelmassivs. Dort spiegeln sich dann bei einer deftigen Brotzeit die unzähligen Zacken der Kampenwand im Maßkrug, und die Welt ist für die meisten Wandersleut' auch ohne Eintrag ins Gipfelbuch in Ordnung. Wer unbedingt ganz hinauf will, muss sich auf jeden Fall ein wenig quälen.

Ausgesetzte Routen setzen Schwindelfreiheit voraus

Denn letztlich enden alle noch so einfachen Varianten irgendwann vor dem Gipfelwall, dem der Ingolstädter Kartograf Philip Apian schon im Mittelalter den Namen "Campen" verlieh. Hand an den Fels anlegen heißt es auf dem luftigen und landschaftlich zauberhaften Klettersteig durch die 33 Meter hohen Wände der Kaisersäle. Schwindelfreiheit wird unbedingt vorausgesetzt. Dass die Kampenwand nämlich eine kleine Diva ist, die nicht jeden so leicht an sich heranlässt, besingt ja schon der Volksmund: "Wann i mit meina Wampn kannt, na gang i auf d'Kampenwand" (Hochdeutsch: Wenn ich nur könnte mit meinem dicken Bauch, dann würde ich auf die Kampenwand gehen).

Die Abendsonne über dem Chiemgau genießen

Kundige Wanderer kommen oft erst gegen fünf Uhr nachmittags herauf, wenn die Gondel längst die meisten Besucher wieder hinunter ins Tal gebracht hat. Dann leuchtet die Abendsonne mit voller Breitseite auf den "Campen". Im Biergarten der Steinling-Alm trudeln viele Einheimische zum Feierabendtreff ein und treten erst spät den Heimweg an.

Die Vorsichtigen mit der Stirnlampe auf dem Kopf, die weniger Vorsichtigen mit ein paar Bieren intus, gehen den Reitweg wieder hinunter. Zur Groborientierung dient bei Dunkelheit aber auch das Kramer-Klett'sche Schloss Hohenaschau. Es thront hoch über dem Parkplatz der Gondelbahn. Aber so oder so: Die Kampenwand ist und bleibt ein königlich-starker Wanderberg.

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