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Radfahren auf Teneriffa: Tanz auf dem Vulkan

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Radfahren auf Teneriffa: Tanz auf dem Vulkan

26.09.2012, 16:24 Uhr | Norbert Eisele-Hein, srt

Radfahren auf Teneriffa: Tanz auf dem Vulkan. Teneriffa: Mountainbiker in der Nähe von Masca. (Quelle: SRT /N. Eisele-Hein  )

Hoch über dem Wolkenmeer in der Nähe von Masca. (Quelle: N. Eisele-Hein /SRT )

Ob mit dem Mountainbike oder auf dem Trekkingrad: Teneriffa lockt Radsportler mit Lavatrails, Serpentinen und herrlichen Ausblicken vom Pico de Teide aus. Vor allem der Nationalpark rund um den höchsten Berg Spaniens bietet eine eindrucksvolle Kulisse in reizvoller Vulkanlandschaft, aber auch der Rest der Kanareninsel ist für Radtouren geeignet - die allerdings durchaus Kondition abverlangen. Sehen Sie mehr in unserer Foto-Show: Radfahren auf Teneriffa.

Abrupt wechselnde Landschaft auf dem Weg zum Pico de Teide

Was für ein Ausblick! Der gesamte Inselarchipel der Kanaren scheint in Watte gepackt. Früh am Morgen klettern wir auf unseren Rädern zahllose Serpentinen hoch zum Pico de Teide. Bei Vilaflor, mit 1500 Metern Seehöhe Teneriffas höchstes Dorf, stoßen wir durch die Wolkendecke. Mit jeder Radumdrehung wird die Kulisse großartiger. In der Entfernung tauchen El Hierro und La Gomera aus dem Wolkenmeer auf. Den König des Atlantik, den Pico de Teide können wir zwar noch nicht sehen, aber die aufgehende Sonne wirft den langen Schatten des Bergriesen direkt auf La Palma. Auf den seidenweißen Wolkensaum folgt ein grüner Gürtel wohlriechender kanarischer Kiefern. Die uralten Bäume erreichen ungeahnte Höhen, der Umfang ihrer wuchtigen Stämme beträgt nicht selten mehrere Meter.

Am Boca de Tauce wechselt die Landschaft erneut abrupt. Der Blick über den großen Krater mit fast 16 Kilometern Durchmesser lässt nicht nur Geologen ehrfurchtsvoll durch die Zähne pfeifen. Wir fühlen uns augenblicklich wie auf einen fernen Planeten versetzt. Umrahmt von gigantischen Lavafeldern thront der Vulkankegel des Pico de Teide im Herzen der größten der sieben Kanarischen Inseln. Mit seinen 3718 Metern ist er nicht nur Spaniens höchster Gipfel, sondern auch annähernd so hoch wie der Großglockner. Das gesamte Areal wurde schon 1954 zum Nationalpark erklärt. Das bedeutet für Mountainbiker, dass sämtliche noch so verlockende Trails auf die zahlreichen Kuppen dieser Mondlandschaft tabu sind.

Schneewarnung inmitten erstarrter Lavaströme

Aber auch die Asphaltrunde durch den Parque Nacional de las Canadas del Teide hat ihren Reiz. Im Südwesten dominieren erstarrte Lavaströme, riesige Felder wild zerborstener Lava und bizarr geformte Felstürme. Diese Roques wirken im Gegenlicht wie ein Miniaturabbild der Dolomiten. Im Ostteil begeistern die Asche- und Schlackehügel, die zum Teil mit bunten Ginsterbüschen bewachsen sind.

Ein kleines, knallrot umrandetes Warnschild mit einer Schneeflocke darauf, wird unweigerlich zum Blickfang. Angesichts eines makellos blauen Himmels und Temperaturen um die 25 Grad Celsius wirkt es fast schon grotesk. Aber es hat seine Berechtigung: selbst im Hochsommer kann es am Teide gelegentlich schneien.

Gefälle und Kurven fordern volle Konzentration

Das Tenogebirge an der Westspitze Teneriffas birgt den Härtetest für die Bremsen. Zuerst schrauben wir uns auf einer abenteuerlichen Straße von Santiago del Teide bis zum Barranco de Masca, einer jäh eingekerbten Schlucht, hoch. Die anschließende Abfahrt bringt glühende Felgen und taube Bremsfinger. Wer nebenbei noch die sensationellen Ausblicke in die senkrechten Wandabstürze genießen will, der sollte dies auf die ohnehin notwendigen Bremspausen verschieben. Bis zu 20 Prozent Gefälle und enge 270 Grad Kurven erfordern volle Aufmerksamkeit. Zwischen den markanten Felszacken funkelt das Meer durch die berühmte Schlucht.

Auch die weitere Strecke von Buenavista del Norte entlang der Steilküste zum Faro de Teno hat es in sich. Der Leuchtturm am westlichen Inselkap wird nicht selten von heftigen Böen heimgesucht. Je nach Windrichtung heißt das für Mountainbiker bergauf fliegen und bergab wie angewurzelt stehen bleiben. Kommt der Wind mit bis zu acht Beaufort von der Seite, fühlt man sich auf dem Rad wie ein Torero zwischen den Hörnern des Stieres.

Technisch anspruchsvolle Trails im Anagagebirge

Reizvoll ist auch die Straße hoch in das Anagagebirge im Nordosten Teneriffas. An einem messerscharfen Grat windet sich das schmale Asphaltband an beängstigenden Abstürzen entlang. Der Nordost-Passat treibt hier unablässig seine Windspielchen. Die Wolken werden über die Gratkante gewälzt und in den Luftstrudeln des Windschattens regelrecht zerfetzt. Die mitgeführte Feuchtigkeit wird abgestreift und nährt eine regenwaldähnliche Flora. An manchen Stellen wird die Straße von Lorbeer-, Kastanien- und Eukalyptusbäumen überwuchert.

Die teilweise fast schon aberwitzig anmutende Straßenführung von West nach Ost verläuft durch das gesamte Gebirge bis zum vermeintlichen Ende der Welt bei Chamorga. Dort ist die Platznot angesichts der steilen Bergflanken so groß, dass der Kirchplatz auch zugleich als Bolzplatz dient. Direkt vor der kleinen Kapelle stehen sich in zehn Meter Entfernung zwei rot-weiße Fußballtore gegenüber. Kirchgänger und kickende Kids wuseln dort durcheinander.

Die weitere Fahrt über zahlreiche Trails durch diesen mächtig steilen Dschungel ist zumeist technisch anspruchsvoll. Eine der Routen führt direkt hinunter an den Strand von Las Teresitas. Schattenspendende Palmen, Reggae-Musik aus den Lautsprechern der Holzbude nebenan, die sogar gekühltes Bier verkauft - höchste Zeit für unsere allabendliche Lieblingsübung: Radschuhe wegschleudern und mit voller Montur in die Brandung hüpfen. Die letzten Sonnenstrahlen verschwinden langsam am Horizont. Mit einem zufriedenen Lächeln verfolgen wir buntbemalte Fischerboote bei ihrer Fahrt aufs Meer. Ihr gleichmäßiges Schaukeln versetzt uns fast in Trance. Ganz nebenbei spülen die sanften Wogen die dicke Kruste aus Lavastaub und Schweiß von unserer Haut.

Weitere Informationen:

Fremdenverkehrsamt Teneriffa, C.Alcalde José Emilio Garcia Gómez, 9, ES-38005 Santa Cruz de Tenerife, Islas Canarias, Tel. 0034/902/321331, www.webtenerife.de

Charakteristik: Radinsel für Mountainbiker, Rennradfahrer und ambitionierte Reiseradler mit Gepäckträger und Packtaschen. Zur Vorbereitung für die heimische Radsaison oder zum finalen Höhenmetersammeln im Herbst eignen sich die Lavatrails und schier unendlichen Serpentinen Teneriffas bestens. Wenn unsere Alpentrails zum Teil schon unter einer dicken Schneedecke schlummern, sind auf Teneriffa immer noch kurze Hosen angesagt.

Anreise: Günstige Flüge ab allen deutschen Flughäfen, Bikes vorher anmelden, sie kosten zum Teil extra. Es gibt zwei Flughäfen, Teneriffa Süd ist der strategisch günstigere.

Beste Reisezeit: September bis November und März bis Juni.

Tourenveranstalter/Bikeverleih: Singletrail-Wochen, Tagestouren und Leihbikes bietet www.mtb-active.com an.

Übernachtungen: Wer nach der Tour noch Partystress braucht, findet in den Feriencities von Las Americas und Los Cristianos die größte Auswahl. Ansonsten empfiehlt sich das beschauliche Vilaflor auf 1500 Metern Höhe aufgrund seiner günstigen Lage und Nähe zum Nationalpark.

Literatur/Karten: Michael Leibl, "Mountainbiken auf den Kanarischen Inseln", Delius Klasing Verlag, 16,90 Euro, E. Schmitt-Burk, Cyklos-Reihe, "Teneriffa und Gomera per Rad", Verlag W. Kettler, 13 Euro. Kompass 233, Wander- u. Radtourenkarte Teneriffa, Maßstab 1: 50000, 8,50 Euro.

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