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Amsterdam: Unterwegs in der Hauptstadt des Radfahrens

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Amsterdam: die Welthauptstadt der Radfahrer

11.10.2012, 13:36 Uhr | Simone F. Lucas, srt

Amsterdam: Unterwegs in der Hauptstadt des Radfahrens. Fahrrad an Gracht in Amsterdam. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Fahrräder, auf niederländisch "Fietsen", bestimmen das Straßenbild Amsterdams an jeder Ecke. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Von Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen aus ist es nur ein Katzensprung nach Amsterdam. Die quirlige und liberale Metropole in der Provinz Nordholland zieht jährlich Millionen Urlauber aus aller Welt an. In der Tat wirkt die Hafenstadt mit ihren unzähligen Kanälen, den berühmten Grachten, einzigartig. Doch vor allem ein Aspekt macht Amsterdam auch für Outdoor-Fans interessant, die zur Abwechslung mal eine Städtereise unternehmen wollen: die Hauptstadt der fahrradbegeisterten Niederlande ist gleichzeitig die heimliche Welthauptstadt der Radfahrer. Sehen Sie Amsterdam aus Sicht der "Fietser" in unserer Foto-Show.

Wo das Leben braust, ist Amsterdam ganz bei sich

Dieses legendäre Hotel hat eine etwas anrüchige Nachbarschaft. Aber so ist das halt in Amsterdam. Dem von der Accor-Hotelgruppe zur Legende erhobene Sofitel The Grand im ehemaligen Rathaus der Stadt, wo holländische Geschichte geschrieben wurde und sich der Hochadel ein Stelldichein gab, ist es auch kein bisschen peinlich, dass sich gleich nebenan im Rotlichtviertel die Frauen im Schaufenster ausstellen und aus den Coffee-Shops die Marihuana-Schwaden wabern. Im Gegenteil. Dort, wo das Leben braust, ist Amsterdam ganz bei sich. "Der Redlight District", sagt Sebas van der Sangen, "ist der rote Teppich der Stadt." Und er muss es wissen, denn der ansehnliche Holländer mit dem blonden Lockenkopf vertritt das Amsterdamer Amt für Tourismus, und er ist ein begeisterter Amsterdamer.

Sebas liebt diese Stadt, die so lebendig ist trotz der Jahrhunderte alten Bauten an den Grachten. Er liebt das "magische Gefühl am Abend auf dem Boot, wenn alles erleuchtet ist und die Häuser im Wasser Kopf stehen. Er liebt es, sich treiben zu lassen durch die Cafés und Bars, die es zuhauf gibt in Amsterdam und die einfach "gezellig" sind, gemütlich eben. "Das ist Leben", sagt er mit leuchtenden Augen, "das macht mich glücklich". Glücklich scheinen die meisten Menschen in dieser Stadt zu sein, die so gar nichts Museales hat. Mürrische Gesichter sieht man hier kaum. Vielleicht liegt es daran, dass Amsterdam sich in seinem Herzen an das "menschliche Maß" (Sebas) gehalten hat, dass es auf jede Hochstapelei verzichtet und dafür Wert legt auf die richtige Mischung zwischen Läden, Restaurants, Wohnhäusern und allem, was dazu gehört.

Beinahe zur Autostadt umgebaut

Das war nicht immer so. In den 1960er-Jahren gab es sogar Pläne, die Grachten zu überbauen, um das Zentrum autogerecht zu machen. "Glücklicherweise sind die Verantwortlichen noch rechtzeitig zur Besinnung gekommen", lacht Sebas und erzählt von ausufernden Plänen für einen City-Ring zur Autobahn, die ihn an Fritz Langs Film "Metropolis" erinnerten.

Doch gebaut wird auch heute in Amsterdam - nach unten und nach oben: Die neue 9,5 Kilometer lange Metro sollte eigentlich schon in diesem Jahr fertiggestellt sein. Aber vor 2017, glaubt Sebas, wird es wohl nichts werden mit der schnellen Untergrundverbindung. Zu groß sind die Probleme, quer durch das historische Zentrum und den Schwemmsand von Amsterdam eine Untergrundbahn zu bohren. Riesenbaustellen künden von dem ambitionierten und bis heute umstrittenen Vorhaben. Schon einmal waren die Rathauspolitiker mit Untergrundplänen gescheitert, weiß Sebas. Als 1975 für den Bau Teile der Altstadt einfach abgerissen wurden, gingen die Amsterdamer auf die Barrikaden. Auch diesmal mussten Häuser evakuiert werden, weil der U-Bahn-Bau ihre Stabilität gefährdete. Man ist vorsichtig geworden bei den Baumaßnahmen - und die Kosten explodieren.

Das Fahrrad verbindet

Doch auch ohne Metro kommen die Amsterdamer in ihrer Stadt zurecht. Wozu gibt es schließlich Straßenbahnen? Und natürlich die Räder! Eine Million Fahrräder, meint Sebas, gibt es in der Stadt, viele mit angehängtem Kinderwagen. Und alle mit einer schweren, dicken Kette, mit der ihre Besitzer das Zweirad an Brückengeländer hängen oder an Straßenlaternen ketten. So ein Drahtesel ist schließlich schnell entwendet - und landet dann womöglich in einer der Grachten. Tag für Tag ziehen die Grachtenreiniger Räder aus dem Wasser. Und wer will schon seinem Drahtesel so ein Schicksal zumuten? Wer sein Rad liebt, der sichert es - und trägt es am Ende des Tages auch in seine Wohnung oder auf den Balkon.

Anders als in den meisten deutschen Städten sind in Amsterdam die Fietser, die Radfahrer, die Könige der Straße, nicht die Autofahrer. Längst schon ist die Stadt buchstäblich unter die Räder gekommen: "Selbst wenn so ein Radler Gras raucht und beim Fahren telefoniert, bin ich als Autofahrer schuldig, wenn was passiert", grummelt Dave, der für das Hotel Sofitel Grand The Legend den Limousinentransfer erledigt - mit seinen 26 Jahren als jüngster Fahrer. Aber natürlich ist er, der Mercedes-Liebhaber, in seinem Privatleben auch Radler, wie die meisten Amsterdamer, ob Studentin, Banker, Geschäftsfrau oder Familienvater. Geradelt wird im Anzug und im Abendkleid, mit Stiefeln, Sandalen und mit High Heels; ins Theater und ins Museum.

Weitere Informationen:

Anreise: Der Amsterdamer Flughafen Schiphol wird von zahlreichen Airlines angeflogen, darunter von der niederländischen KLM. Von Schiphol Plaza fahren Shuttle- und Hotelbusse in die Stadt, wer mit dem Zug anreist, ist am Zentralbahnhof schon fast im Zentrum. Von hier fahren auch die Straßenbahnen.

Hotel: In Amsterdam gibt es jede Menge Hotels für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel, auch Hostels und Übernachtungen in einem der 3000 Hausboote. Das zentral gelegene Sofitel Legend The Grand, wo auch Michael Jackson in Amsterdam residierte und das als Hollands führendes Hotel ausgezeichnet wurde, ist natürlich nicht gerade billig. Fürs Doppelzimmer mit Frühstück muss man mit 611 Euro rechnen. Wer länger bleibt, profitiert von Pauschalen: Oudezijds Voorburgwal 197, 1012 Ex Amsterdam, Tel. 0031/20/5553111, H2783@sofitel.com, www.sofitel.com.

Amsterdam Card: Die "I am Amsterdam City Card" kostet für 48 Stunden 50 Euro und erlaubt die kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt, sie ermöglicht den Gratis-Zugang zu mehr als 50 Attraktionen (u.a. das Rembrandthaus) und bietet 60 weitere Ermäßigungen (Fahrradverleih, Grachtenfahrt). Die Karte gibt es am Bahnhof und am Flughafen oder bei den Verkaufsstellen der Deutschen Bahn, bei Dertour Reisen und bei der Tui. Wer sie online bestellt, profitiert von zehn Prozent Ermäßigung.

Information: Amsterdam Markteing, De Ruyterkade 5, Tel. 0031/900/4004040, http://iamsterdam.com/de, www.holland.com

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