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Ines Papert: Klettern in der Eisstadt in China

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Ines Papert: Frost-Festival für die Eiskönigin

17.12.2012, 15:56 Uhr | SK, KGK

Ines Papert: Klettern in der Eisstadt in China. Ines Papert beim Eisklettern in der Stadt aus Eis im chinesischen Harbin. (Quelle: Franz Walter)

Ines Papert beim Eisklettern in der Stadt aus Eis im chinesischen Harbin. (Quelle: Franz Walter)

Ines Papert ist vierfache Weltmeisterin im Eisklettern, alpines Multitalent und liebt es, neue, außergewöhnliche Dinge zu entdecken. Eine ganz einzigartige Erstbegehung hat sie in China vollbracht: Diese Mal ging es nicht um Gipfel oder Eiswasserfälle – sondern um eine Stadt! Die 38jährige kletterte die riesigen Türme und spektakulären Skulpturen in einer Stadt aus Eis. Dokumentiert hat die Eiskletterei der besonderen Art der Fotograf Franz Walter und gemeinsam gehen Athletin und Künstler europaweit auf Tour. Wir haben uns mit Ines Papert über das „Projekt Harbin“ und ihre Multimedia-Show unterhalten. Sehen Sie mehr über Ines Papert in der Stadt aus Eis in unserer Foto-Show und hier das Projekt im Video.

Das Eisfestival in Harbin ist eine unglaublich außergewöhnliche Szenerie – aber man hört und sieht davon nicht viel. Wie bist Du darauf gekommen?

Eine gute Freundin und Journalistin hat einen Artikel über den Event gelesen und die unglaublichen Fotos haben sie nicht mehr losgelassen. Es war ihre Idee, mich zum Klettern dorthin zu bringen. Ich hatte auch noch nicht davon gehört. In Harbin wird die Stadt aus Eis – diese beeindruckenden, bizarren Bauwerke – jedes Jahr errichtet. 

Warum eine so artifizielle Kulisse anstatt des natürlichen, ungebändigten Eises?

Gerade das hat mich gereizt! Im natürlichen Eis bin ich extrem viel unterwegs. Harbin war etwas komplett Neues und hier konnte ich eine Verbindung von Kunst und Sport schaffen. Die Besucher vor Ort waren total perplex. Sie waren alle ungemein interessiert an dem, was wir da machen und haben wie wild geknipst. Ich bin sicher auf Abertausenden von Fotos! 

Also ging es bei dem Projekt weniger um die sportliche Herausforderung?

Nein, das war nicht das Thema. Es war der Reiz der bizarren Kulisse, wobei die Türme mit maximal 18 Metern Höhe nicht wirklich schwierig zu klettern waren. Die sportliche Herausforderung lag letztlich eher darin, mit den chinesischen Behörden zu ringen! Wir haben eineinhalb Jahre gebraucht, bis das Projekt realisiert werden konnte. Am Ende war es so viel Organisation wie bei einer richtig großen Expedition! 

Warum hat die Genehmigung so lange gedauert?

Erst einmal konnten wir gar keine Ansprechpartner finden, der Kontakt kam dann über die Stadt Magdeburg zustande – die Partnerstadt von Harbin. Dann waren die Chinesen zwar begeistert, hatten aber große Sicherheitsbedenken. Man hatte ja keinerlei Erfahrungen, weil noch nie jemand versucht hatte, an den Eisgebäuden zu klettern. Ein chinesischer Bergführer hat uns dann sehr geholfen. Zu guter Letzt sind wir aber ohne offizielle Genehmigung hingefahren – einfach auf Risiko. Ich habe eine Probe-Klettertour gemacht, um zu demonstrieren, dass ich sicher klettere und wenig an den Kunstwerken beschädige. Es war dann ganz toll, dort die schönsten Linien an den Kathedralen und Türmen aus Flusseis zu finden.

Am Rande des Eisfestivals wurde noch ein neuer „Ice and Snow Tourism Council“ mit einigen anderen Regionen, die touristische Aktionen mit Schnee und Eis machen, gegründet – da bin ich dann als Mitbegründerin hineingerutscht und für allerlei offizielle Auftritte eingespannt worden. 

Was ist das Besondere an diesem Festival und den Bildern, die dort entstanden sind?

Der Winter in diesem Teil der Mandschurei ist extrem trocken und kalt – tagsüber fällt das Thermometer meistens deutlich unter -20°C. Es ist also nicht dunstig, sondern klar und wegen der kurzen Tage im Norden oft schummerig – das ergibt ein ganz spezielles, weiches Licht zum Fotografieren. Beim Eisklettern in den Bergen ist man ja oft in schattigen Schluchten, aber in Harbin kann man in der Sonne klettern, ohne dass das Eis schmilzt. Das ist sehr außergewöhnlich. Nachts sind die Eisskulpturen zudem in verschiedenen Farben beleuchtet. 

Was fasziniert Dich generell am Eis als sportliches Betätigungsfeld?

Vor allem das Vergängliche – dass das Eis kommt und geht und man zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein muss. Oft sind Linien eine Woche später nicht mehr zu klettern. Die Bedingungen ändern sich ständig, es ist immer eine Herausforderung, immer vielseitig, immer spannend. Man hat quasi jedes Mal Bedingungen wie bei einer Erstbegehung. Eisklettern wird mir wohl nie langweilig werden. 

Friert es Dich nie?

Doch, natürlich friere ich! Aber damit hat mein Körper gelernt, umzugehen. Die Kälte ist nun mal Teil des Ganzen. Wenn man sich Kletterpartner sucht, die etwa das gleiche Tempo haben, ergeben sich keine allzu langem Pausen. Wenn man in Bewegung bleibt, geht es. Grundsätzlich ist Eisklettern natürlich eine Stop-and-Go-Sportart. Nach jeder Seillänge steht man erst mal am Stand, sichert den Partner und hofft, dass es nicht zu lange dauert, bis es wieder weiter geht. 

Warum fiel Deine Wahl für das Harbin-Projekt auf Franz Walter als Fotograf?

Einfach weil er der Franzlbub ist. Er ist ein guter Freund, wir waren schon häufig länger zusammen auf Reisen und Expeditionen. Er ist nicht nur Sportfotograf - er hat ein Auge für das Künstlerische. Ich schätze an ihm auch seine Vielseitigkeit – er dreht tolle Filme, macht die komplette mediale Aufbereitung von Projekten et cetera. Außerdem ist er konditionell wahnsinnig stark, hält Kälte gut aus und hat keine Höhenangst. 

Was hat es mit der Europa-Roadshow auf sich?

Ich werde eine kleine Harbin Roadshow machen, in fast 20 Sportgeschäften in ganz Europa meinen neuen Vortrag zeigen. Dank der finanziellen Unterstützung meines Sponsors Arc’teryx sind die Vorträge in den Sportgeschäften für die Besucher alle kostenfrei, das ist natürlich eine schöne Sache. Nach dem Vortragsabend sind die Bilder von Franz dann jeweils noch zwei Wochen im Laden ausgestellt. Wir hoffen, dass möglichst viele Leute kommen und sich an der bizarr-schönen Stimmung auf diesen Bildern freuen können. 

Weiterführende Links:

http://roadshow.ines-papert.de/en/index.html

http://franzwalter.com

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