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Arktisches Abenteuer in Winterberg: Winterbiwaken mit Polar-Profi

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Arktisches Abenteuer in Winterberg

05.02.2013, 14:31 Uhr | Michael Bosse, dapd

Arktisches Abenteuer in Winterberg: Winterbiwaken mit Polar-Profi . Winterbiwaken in Winterberg. (Quelle: Ferienwelt Winterberg )

Winterbiwaken ist ein ganz besonderes Abenteuer - für das Nordpol-Feeling muss man Deutschland nicht mal verlassen. (Quelle: Ferienwelt Winterberg )

Ein arktisches Abenteuer bei einer Nacht im Biwak mitten in Schnee und Eis erleben und dabei spannenden Geschichten eines echten "Polar-Profis" lauschen - dafür muss man Deutschland nicht verlassen. In Winterberg lebt Karl-Josef Metzmacher, der schon zahlreiche Expeditionen durch die die kälteste Region unserer Erde unternommen hat: Grönland, Lappland, Spitzbergen, und auch Extremtouren mit der Legende Reinhold Messner und dem Polarforscher Arved Fuchs. Jetzt kann man mit dem Arktis-Kenner zum dreitägigen "Winterbiwaken" in Winterberg aufbrechen - erhalten Sie in der Foto-Show einen ersten Eindruck.

In Winterberg: Gefühl wie bei einer Nordpol-Exkursion

Karl-Josef Metzmacher braucht den täglichen Kontakt mit Schnee und Eis. "Wenn ich einen Tag mal nicht raus kann, bin ich unglücklich", sagt der 73-Jährige, während er in seiner Garage steht und einen Blick auf die schneebedeckten Winterberger Hänge wirft. Am liebsten schnallt er dann seine Langlaufskier an und zieht seine Runden. So kalt wie in der Arktis ist es dann zwar nicht, aber bei starkem Wind kann einen schon ein Gefühl wie bei einer Nordpol-Exkursion befallen.

Eiskalt? Polar-Profi mit Blutgruppe Null

Metzmacher ist langjähriger "Polar-Profi", zahlreiche Expeditionen rund um den Nordpol hat der gelernte Metzgermeister bereits unternommen. Bereits 30-mal war er in der Arktis, hat dort unter anderem den Bergsteiger Reinhold Messner getroffen und den Polarforscher Arved Fuchs ein Stück weit begleitet. "Ich weiß auch nicht, wieso ich so ein Faible für die Kälte habe", sagt er. Vielleicht liege es ja daran, dass er die Blutgruppe 0 habe - "wer gut die Kälte aushält, hat diese Blutgruppe", sagt er mit leichtem Schmunzeln.

Eskimo-Liebhaber erzählt aus seinem Leben

Und dann spielte noch das Interesse am Leben der Eskimos in Grönland eine Rolle. "Ich wollte immer mal bei den Inuit sein und mit ihnen was machen", erklärt Metzmacher. Also startete er zwischen 1979 und 1981 gemeinsam mit den Ureinwohnern und deren Hundegespannen zu Touren durch Grönland, später unternahm er dann eigene Touren entlang der Küste. Um das Vertrauen der Einwohner zu gewinnen, müsse man sich an ein paar Regeln halten. "Nicht den Kindern auf den Kopf fassen, nicht fotografieren und keine teure Hightech-Kleidung tragen", sagt er. Generell würden die Weißen bei den Inuit als "Krasnunaks" (weiße Taugenichtse) gelten - da werde das Verhalten der Besucher aus dem wärmeren Süden stets mit einer gewissen Skepsis verfolgt.

Mit Schneeschuhen zum "Winterbiwak"

Von dem reichhaltigen Wissen Metzmachers sollen nun auch Touristen in Winterberg profitieren. Vom 15. bis 17. Februar wird ein "Winterbiwak" für kälteresistente Teilnehmer angeboten - hier simuliert der Arktis-Experte fast authentische Bedingungen. Bis zu sieben Teilnehmer können einen vollbeladenen Wannenschlitten - einen sogenannten Pulka - ziehen, ein Loch in einem zugefrorenen See bohren, in Schneeschuhen über verschneite Wiesen laufen oder im Freien übernachten. Auch Messer schleifen und Feuer machen gehört zum Programm. "Ein anständiges Messer muss auf jeder Expedition dabei sein", erklärt Metzmacher und zeigt auf eine Glasvitrine, in der er mehrere Schneidewerkzeuge versammelt hat.

Um bei Minustemperaturen in einer Erdmulde ein Biwak aufzuschlagen und dort in einem Schlafsack zu übernachten, braucht es sicherlich Überwindung. Aus medizinischer Sicht ist so ein Kälteerlebnis - zumindest in Maßen - aber durchaus sinnvoll. "Man hat festgestellt, dass Kälte den Menschen abhärtet und dem Kreislauf guttut", sagt der Sportwissenschaftler Nicolaus Prinz, der bei der Ferienwelt Winterberg arbeitet und gemeinsam mit Metzmacher das Programm für den "Winterbiwak" entwickelt hat. Deshalb ist auch die Tourenplanung ein Thema – für die Teilnehmer, die im Winterbiwak auf den Geschmack kommen und selbst einmal in die Kälte reisen möchten.

"Die Nahrungsaufnahme in der Arktis ist das Allerwichtigste"

Im Keller seines Hauses hat der "Polar-Experte" einige Gegenstände auf einen Tisch gelegt, die auf Expeditionen mitgenommen werden sollten. Die Sachen zeigt er seinen Kursteilnehmern - ergänzt mit Gegenständen, die auf einer Tour durch die Kälte eher verzichtbar sind. "So was ist ganz wichtig", sagt der 73-Jährige und hebt eine Rolle Klopapier hoch. Beutel zum "Pipimachen" gehören ebenfalls ins Gepäck. Jedes Kleidungsstück sollte zudem in dreifacher Ausführung mitgenommen werden, um sich notfalls mehrere Schichten davon überzuziehen. Darüber hinaus ist die richtige Ernährung das A und O. "Die Nahrungsaufnahme in der Arktis ist das Allerwichtigste", betont er.

4000 bis 7000 Kalorien müssten die Teilnehmer der Expedition pro Tag zu sich nehmen. Da ist fettes Essen wichtig, auch Schokolade geht - oder eben die von Metzmacher selbst entwickelte Expeditionsnahrung, die er bereits an zahlreiche Polarreisende verkauft hat. "Die enthält alle 45 Nährstoffe, die der Mensch braucht", sagt er. Ein weiteres unverzichtbares Nahrungsmittel ist Wasser. "Wenn man Durst hat in der Arktis, schmeckt Wasser besser als jeder gekelterte Wein aus Deutschland", meint der Polar-Experte.

Aus touristischer Sicht zählt der Nordpol zwar noch nicht zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen, doch die Region wird immer beliebter. "Die Arktis erfreut sich sehr starker Nachfrage", sagt Simone Kohl, Produktmanagerin für Nordlandreisen und Kreuzfahrten beim Reiseanbieter Ikarus-Tours. Vor allem die Nachfrage nach Expeditionskreuzfahrten sei im vergangenen Jahr "steil" angestiegen.

Winter-Abenteuer mit Nordpol-Geschichten

An Reisende auf einem Kreuzfahrtschiff richtet sich das "Winterbiwak" von Metzmacher allerdings weniger, die Interessenten sind eher Leute, die mehrere Tage im Freien und in frostigen Temperaturen verbringen wollen. Über die besondere Schönheit der Arktis können sie sich zuvor in einem Kellerraum bei Metzmacher informieren. Dort hat der 73-Jährige die Erinnerungen an seine Reisen, Gegenstände der Expeditionen und alles Wissenswertes über die Polarregionen versammelt. Die Touren am Nordpol hat er für sich selbst mittlerweile beendet - "2005 war ich zum letzten Mal da oben", sagt er, während er eine Karte vom Nordpol ausbreitet.

Nun vermittelt der gebürtige Sauerländer sein Wissen vor allem an Touristen, die nach Winterberg kommen. Dann zieht er mit ihnen über die verschneiten Hänge und berichtet von den Erfahrungen auf seinen grönländischen Touren: Er kennt alle Kniffe, um bei minus 40 Grad zu überleben, er weiß, welche Ausrüstung und Nahrung in der Arktis erforderlich ist. Spannende Geschichten aus der Kälte kennt er zuhauf – von Eisbären, Polarkoller, Schneeblindheit. In einem ehemaligen Kühlhaus hat er lange Zeit Abenteurer auf Arktis-Expeditionen vorbereitet. "In der Arktis geht alles ganz langsam. Da nimmt man sich Zeit. Man fühlt sich im Einklang mit der Natur", berichtet er.

Weitere Informationen

Anmeldungen nimmt die Tourist-Information Winterberg unter Telefon 02981/92500 oder info@winterberg.de entgegen.

Termin: 15. bis 17. Februar 2013
Teilnehmerzahl: Mindestens 5, maximal 7 Personen
Preis: 225 Euro pro Person

Leistungen:
• Zwei Übernachtungen im Zelt (Zelte stehen zur Verfügung)
• Volle Verpflegung: Notproviant Pemmikan (Expeditionsnahrung)
• Pulka ziehen – mit oder ohne Rucksack, mit Langlauf-/Tourenski und Fellen
• Steigeisen- und Schneeschuhlaufen
• Eisbohren auf einem See (je nach Witterung)
• Nachts einen Verletzten von A nach B transportieren
• Messer schleifen, Lagerfeuer
• Theorie über Schlittenhunde
• Vorstellung arktischer Bücher
• Tourenplanung
• Besuch einer Büffelherde
• Ausklang im Expeditionskeller

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