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Natürliche Pools im Karijini-Nationalpark in Westaustralien

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Badewannen im Outback

11.03.2013, 11:58 Uhr | Egmont Strigl, srt

Natürliche Pools im Karijini-Nationalpark in Westaustralien. Handrail Pool, Weano Gorge, Karijini-Nationalpark, Westaustralien. (Quelle: imago/blickwinkel)

In den tiefen Schluchten des Karijini-Nationalparks verstecken sich natürliche Schwimmbecken wie der Handrail Pool in der Weano Gorge. (Quelle: blickwinkel/imago)

Bei Badeurlaub denken die wenigsten sicher an das australische Outback. Wüsten und Trockensteppen laden eben nicht wirklich zum Schwimmen ein. So mag es einem auch im zweitgrößten Nationalpark Australiens, dem Karijini-Nationalpark in der Hamersley Range, vor- kommen. Aber nur auf den ersten Blick: Unerwartetes, frisches und klares Wasser hat in spektakulären Schluchten nicht nur eine vielfältige Pflanzen- und Tierwelt hervorgebracht, sondern auch eine Reihe natürlicher Schwimmbecken, die nach dem Wandern zu einem kühlenden Bad in einzig- artiger Naturkulisse einladen. Sehen Sie die Pools im Karijini-Nationalpark in der Foto-Show.

Suche nach dem schönsten Pool im Karijini-Nationalpark

Menschen in der Gruppe - ein unerschöpfliches Thema, über das man ein Buch schreiben könnte. Erst recht, wenn man mit einer bunt zusammengewürfelten, internationalen Bande junger Leute zum Wandern in einem der faszinierendsten Nationalparks Westaustraliens, dem Karijini, unterwegs ist. Miko, die kleine Japanerin, hat nichts mit Laufen am Hut, Beate aus Deutschland hat panische Angst vor jedem Reptil, und Tyler, der Typ aus Vancouver mit der großen Klappe, mault den ganzen Tag über die Hitze und den weiten Rückweg zum kalten Bier.

In solchen Gruppen wie dieser im staubig-heißen Outback der Pilbara-Region gibt es also immer Leute, die glauben, sich über irgendetwas beschweren zu müssen. Doch Guide Steve, ein braungebranntes Männlein, nimmt es mit typischer Outback-Gelassenheit. Er hat für jeden ein paar freundliche Worte oder einen Scherz parat, entkräftet jedes Gejammer mit Erfahrung und lässiger Coolness. "You want the outback experience - here you get it", schreit er und marschiert los zur Hammersley Gorge, die auf seiner Poolhitliste im Karijini auf Ranglistenplatz fünf rangiert.

So sieht Wellness "down under" aus

Denn Wandern und Baden in den Wasserbecken gehören dort untrennbar zusammen, als hätten die Götter der Traumzeit gewusst, dass der Körper nach einem Tag harter Arbeit auch ein entsprechendes Maß an Wellness braucht. Ganz in diesem Sinne steigen wir, vorbei an vielfach gebogenen, bunten Felsschichten, in die Schlucht zum Wasser hinab, wo kurz darauf unsere "Ooohs" und "Aaahs" von den engen Wänden zurück geworfen werden, während ein weißer Körper nach dem anderen im herrlich temperierten Wasser versinkt.

Gleiches Spiel am nächsten Tag, als die Sonne schon zum Frühstück mit Macht aufs Land brennt. Großes Stöhnen und Ächzen bei den Zwanzigjährigen auf der Suche nach dem großen Outback-Abenteuer, als wir über die Ebenen des Karijini fahren und auch noch wandern müssen. Erträglicher wird es erst unten in der Weano Gorge, in der sich die Gesichter aufhellen, als die Wände nahe zusammenrücken und die brennende Sonne aussperren. Durch enge Klüfte steigen wir auf glattpoliertem Stein hinab und stehen schließlich vor Steves Nummer 4, dem Handrail Pool. Ein herrlicher Platz zum Baden und Klettern, an dem sich Tyler in den Schatten legt und verkündet, er würde sich heute keinen Meter mehr bewegen.

Abenteuer und Mystik in Hancock und Dales Gorge

Und doch marschiert er wieder an vorderster Front, als er erfährt, dass auch in der Hancock Gorge Badewasser zu erwarten ist und Listenplatz drei einer Inspektion harrt. Er steigt als erster die Leitern in die Schlucht hinab, quert forschen Schritts den seichten Bach und steht dann, er das Großstadtkind, staunend vor dem berüchtigten Spider Walk. Einem engen Schlitz im Fels, durch den man nur kommt, indem man sich mit Händen und Füßen an beiden Schluchtwänden abstützt und sich wie eine Spinne vorwärts bewegt. Nur hier darf Steve die Spitze übernehmen, gleich dahinter nimmt Tyler sich wieder das Recht, als erster die Belohnung in Empfang zu nehmen: den Sprung in Kermit's Pool, eine der schönsten Wellness-Oasen des Parks.

Tags darauf, als es noch kühl ist und die niedrige Sonne scharfe Kontraste über das Spinifexgras und die weißen Snappy Gums (eine Eukalyptusart, Anm. d. Red.) legt, marschieren wir hinüber zu einem Nebenarm der Dales Gorge und verschwinden erneut in einer der Schluchten, deren Gestein bis zu 2.5 Milliarden Jahre alt ist. Wandern über waagerechte Felsplatten und an Teichen vorbei, bis wir vor Steves Nummer zwei stehen, die fast kreisrund und von lotrechten Wänden eingefasst das Ende des Canyons markiert. Wie in einem Amphitheater hallen unsere Geräusche von den Wänden ebenso wider wie Vogelgezwitscher und das Tropfen von Wasser, das hängende Farngärten mit Feuchtigkeit versorgt. Ein mystischer Ort, der den Ureinwohnern heilig war.

Erst nach einer kleinen Zeremonie zur Besänftigung der "Heiligen Schlange" steigen wir ins Wasser und ziehen, diesmal ganz still, unsere Kreise im grünblauen Wasser des Circular Pool.

Der Star wartet am Fuß der Upper Fortescue Falls

Später dann in der Dales Gorge wird es wieder warm, strahlt die Hitze von den dunkelroten Felsen zurück und legt sich wie eine Last auf die Schultern. Macht schläfrig und unaufmerksam, sodass wir den großen Waran beinahe übersehen, der vor uns auf dem Weg liegt und zornig faucht. Mit fast zwei Metern Länge ist er ein Prachtexemplar und Grund für Beates Panikattacke. Miko hingegen haucht nur ein beeindrucktes Wow, während Tyler endlich mal die Klappe hält.

Im Wechselbad zwischen "tierischen" Aufregungen und Aussichten auf den malerischen Fluss wandern wir durch dichten Wald und an Felswänden entlang, bis wir die Fortescue Fälle erreichen, die munter über die Steinstufen rauschen. Doch sie sind nicht das Ziel dieser Etappe, sondern ein Platz ein Stück flussaufwärts, wo Steve endlich stolz verkündet: "This is my number one". Doch niemand hört auf ihn, weil sein Statement im lauten Platschen unseres zwölfköpfigen Synchronsprungs in den Pool der Upper Fortescue Falls untergeht. Was folgt, ist langes "Wellnässen" im kühlen Wasser, Schultermassagen durch den von oben herab stürzenden Wasserfall und ausgiebiges Dösen im Schatten. Spätestens hier ist die Angst vor Schlangen und Waranen, das Gejammer über Hitze und Wandern vergessen, und es schleicht sich auf die Gesichter von allen ein seliges Lächeln.

Weitere Informationen:

Anreise: Täglich ab Frankfurt mit Qantas nach Perth

Beste Reisezeit: November bis Februar

Veranstalter: Western Xposure (Backpackingtrips), 2 Christian Court, Bayswater, WA 6053, www.westernxposure.com.au

Allgemeine Informationen: www.westernaustralia.com (allgemeine Informationen), www.staywa.net.au (Unterkunftsverzeichnis), www.calm.wa.gov.au (Nationalparke), Broschürenbestellung unter www.australien-info.de/wa;

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