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Urwald in Österreich: ein Bildband von Matthias Schickhofer

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Unterwegs in den wilden Tempeln der Alpen

13.03.2013, 15:10 Uhr | Julia Stanek, Spiegel Online

Urwald in Österreich: ein Bildband von Matthias Schickhofer. Urwälder in Österreich: wilde Schönheit der Alpen. (Quelle: Matthias Schickhofer)

Urwälder in Österreich: wilde Schönheit der Alpen. (Quelle: Matthias Schickhofer)

Ein Wirrwarr aus Ästen, mit Moos überwucherte Böden, uralte Bäume: Ein neuer Bildband zeigt die wilde Seite Österreichs. Darin lotst ein Umweltaktivist Naturfans in unberührte Nationalparke - und in die letzten Urwälder des Landes. Erhalten Sie einen Eindruck von den letzten Waldparadiesen in unserer Foto-Show: Die wilden Tempel der Alpen - Urwald in Österreich.

Unangetastete Wildnis im Herzen Europas

Er ist durch die Regenwälder von Patagonien und Borneo gestapft. Hat Flechten und Moos in Sibirien und Skandinavien fotografiert. Und Landschaften in Polen, Rumänien und im Baltikum erkundet. Matthias Schickhofer, Umweltaktivist und Fotograf aus Österreich, hat ein Faible für die grünen Flecken dieser Erde. Seit 20 Jahren hält er ihre Schönheit mit der Kamera fest.

Auf seinen Reisen haben es ihm besonders Urwälder angetan. "Das sind Wälder, die seit ihrer Entstehung nach der letzten Eiszeit nie durch Menschen wirtschaftlich genutzt wurden", sagt Schickhofer. "Sie erscheinen mitunter wie Tempel." Als der 45-Jährige herausfand, dass es auch in seiner Heimat noch natürliche Waldökosysteme gibt, machte er sich daran, sie kennenzulernen.

"Die Natur folgt ihren eigenen Regeln"

Als Ergebnis ist nun das Buch "Urwald in Österreich" (Christian Brandstätter Verlag) erschienen. Es zeigt mit vielen großformatigen Bildern, wie wild es zwischen Wien und dem Bodensee zugeht.

"Die Natur ist chaotisch und anarchisch, sie hält sich nicht an unsere Regeln, sondern folgt ihren eigenen", sagt Schickhofer. Das ist es, was ihn reizt. Er liebt es, wenn sich riesige Altbäume über moosigen Bodenbewuchs erheben. Wenn nach einem Regen Nebel durch den Wald zieht. Und wenn es nach Moder, Rinde und Harz riecht. Die Düfte in einem Urwald seien nicht mit denen in den "meistens sehr artenarmen und monotonen Wirtschaftswäldern zu vergleichen", sagt Schickhofer.

Naturwald und echte Urwälder

Aus seinem Buch strömen diese Gerüche zwar leider nicht heraus. Es gibt aber dennoch einen sehr guten Einblick in die Landstriche Österreichs, die Naturfans unbedingt besuchen sollten.

"Die meisten im Buch porträtierten Gebiete sind sogenannte Naturwälder, die in einem mehr oder weniger naturnahen Zustand sind", sagt Schickhofer. Dabei gehe es unter anderem um standortgerechte Baumarten, den Totholzanteil, die Bodenvegetation und das Pilzvorkommen. Einige dieser Wälder sind in Naturschutzgebieten, Nationalparks oder Biosphärenparks geschützt. "Sie werden nicht forstlich genutzt und können sich wieder zu Urwäldern entwickeln."

Doch es gibt in Österreich auch noch echte Urwälder, so Schickhofer: den Rothwald in Niederösterreich zum Beispiel. "Und einige kleine Flächen in Kärnten, der Steiermark und Salzburg, die aufgrund ihrer Abgelegenheit oder wegen Liebhaberei von Waldbesitzern von Sägen und Äxten verschont geblieben sind."

Diese porträtiert Schickhofer mit informativen Texten und stimmungsvollen Bildern. Er berichtet von Kanutouren und tanzenden Mücken. Von Hirschen, Bibern und Silberreihern, die er unterwegs trifft. Und bezeichnet einen dicken Baumstamm schon mal als "Urwelt-Monument", das eine Künstlergruppe kreiert habe - zu den Künstlern zählten Insekten, Bakterien, Pilze und das Wetter.

Wanderrouten vom Urwald-Experten

Zudem liefert der Autor in sechs separaten Kapiteln persönliche "Erlebnisrezepte": Tourenvorschläge für Wanderungen in den beschriebenen Wäldern. Zu seinen Favoriten zählt ein Besuch des Nationalparks Kalkalpen. "Im oberösterreichischen Sengsengebirge und im Reichramminger Hintergebirge findet ein großes Verwilderungsexperiment statt", sagt Schickhofer. "Auf mehr als zwei Dritteln der Nationalparkfläche wird nicht mehr eingegriffen." Im Bereich der Feichtau-Alm könnten naturnahe, alte Buchenmischwälder erwandert und der Zusammenbruch geschwächter Fichtenbestände besichtigt werden.

Für Wanderlustige, die noch einen echten Urwald erleben wollen, hat Schickhofer auch eine Empfehlung: Der Rothwald dürfe zwar nicht betreten werden. "Aber vom Gipfel des Dürrensteins kann man auf den struppigen Urwald hinunterschauen." Außerdem könne man an Exkursionen teilnehmen, die in die Kernzone des Wildnisgebietes führen.

Und wer bei einem Wien-Besuch die Nase voll vom Stadtleben hat, den schickt der Urwald-Experte zu einer Paddeltour oder einer geführten Wanderung in die Donau-Auen. "Die Schaffung des Nationalparks war ein Meilenstein für den Naturschutz in Österreich", sagt Schickhofer. "Wo in den frühen achtziger Jahren ein großes Wasserkraftwerk geplant war, wuchert jetzt der Auwald." Fast hundert Quadratkilometer ehemalige Wirtschaftswälder dürfen hier wieder verwildern. "Es ist eindrucksvoll mitanzusehen, wie die Donau die Landschaft verändert."

Auch wenn nicht alle dieser Landschaften den Namen "Urwald" für sich beanspruchen können - dem in Wien lebenden Umweltschützer ging es vor allem darum, eine Idee zu vermitteln. Schickhofer will die Erscheinungsform von Natur in den Mittelpunkt stellen, "die die Evolution für den größten Teil Österreich eigentlich vorgesehen hat". Er vermutet noch weitere kleine Urwaldflächen in Extremlagen - doch die seien kaum dokumentiert. Vielleicht ist das gar nicht so schlimm.

Weitere Informationen:

Das Buch können Sie beim Christian Brandstätter Verlag sowie über den Online-Versand amazon.de beziehen.

Mehr über das fotografische Werk von Matthias Schickhofer erfahren Sie unter http://schickhofer-photography.com

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