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Angeln: Naturköder für Süßwasserfische

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Was an den Haken kommt

11.04.2014, 12:06 Uhr | Kurt de Swaaf, trax.de

Angeln: Naturköder für Süßwasserfische. Naturköder beim Angeln: Wurm. (Quelle: imago/Horst Rudel)

Würmer sind der Klassiker unter den Naturködern beim Angeln. (Quelle: Horst Rudel/imago)

Das Wetter ist gut, die Angelausrüstung komplett, und man weiß, welche Fische man fangen möchte. Jetzt stellt sich „nur“ noch die Frage nach dem optimalen Köder. Raubfische sind diesbezüglich natürlich ein ganz eigenes Kapitel. Sie fressen kleinere Schuppenträger, ihnen wird deshalb mit Köderfischen oder Kunstködern nachgestellt. Doch was ist mit den so genannten Friedfischen, zu denen die Mehrzahl der heimischen Süßwasserfisch-Spezies gehört? Anders als der Name vielleicht vermuten lässt, handelt es sich bei diesen Arten mitnichten um echte Pflanzenfresser. Allerlei Kleingetier steht auf ihrem Speiseplan meist ganz oben, reine Vegetarier gibt es unter Wasser fast nicht. Für die Köderwahl ist das von entscheidender Bedeutung. Sehen Sie mehr in unserer Foto-Show: Naturköder für Sußwasserfische.

Regenwurmköder: kaufen oder selber sammeln?

Der bekannteste Köder-Klassiker ist natürlich der Wurm. Er ist in der Tat besonders vielseitig einsetzbar und, zumindest in unseren Breiten, leicht zu beschaffen. Würmer gibt es jedoch in mehreren Sorten, jede mit ihren eigenen Vorteilen. Die großen, kräftigen Tau- oder Gemeinen Regenwürmer, manchmal auch Blauköpfe genannt, eignen sich hervorragend für das Grundangeln und Posenfischen auf Barsche, Aale, Barben, Döbel und diverse andere Fischarten. Ein ganzes Bündel, auf einem großen Haken präsentiert, hat zudem schon so manchen Wels betört.

Tauwürmer kann man in fast jedem Angelfachgeschäft kaufen. Sie sind allerdings recht teuer, € 2,50 für ein Dutzend sind keine Ausnahme. Wer also selbst sucht, kann sparen. Besonders gut lassen sich die Tiere in regnerischen Nächten auf Rasen und kurzgemähten Wiesen finden. Sie kriechen dann aus ihren Gängen hervor, zur Paarung oder auch zur Futtersuche. Mit einer Stirnlampe kann man die Kringler gut erkennen und einsammeln. Meistens sind sie aber auf der Hut. Mit ihrem Schwanz halten sie sich am Gangende fest und ziehen sich bei Gefahr blitzschnell dorthin zurück. Es ist die Kunst, noch schneller zuzugreifen. Mit etwas Übung gelingt das ziemlich gut.

Dendrobena und Eisenia

Kleinere, ebenfalls ausgezeichnet als Köder geeignete Wurmsorten sind die heutzutage sehr beliebten Dendrobenas (auch Riesen-Rotwürmer genannt) und die roten Mist- oder Kompostwürmer, zoologisch den Gattungen Dendrobaena und Eisenia zugehörig. Dendrobenas sind besonders lebhaft und locken am Haken durch ihre heftigen Bewegungen auch optisch die Fische an. Sie verbreiten wie Eisenias zudem einen ziemlich kräftigen Geruch – für menschliche Nasen nicht wirklich angenehm, aber viele Flossenträger finden diesen Duft anscheinend appetitanregend.

Die durch ihre geringelte Körperzeichnung auffallenden Dendrobenas kommen in größeren Zuchtformen auf den Markt und sind normalerweise preisgünstiger als Tauwürmer. Mit ihnen kann man so ziemlich alles von Aal über Brachse bis zu Rotaugen und Karpfen fangen. Die meist nur zwei, drei Zentimeter langen Mistwürmer kommen vorwiegend beim feinen Stippfischen auf Weißfische zum Einsatz, doch auch Schleien haben die kleinen Roten zum Fressen gern. Sie können leicht und in großer Zahl auf Kompost- oder Misthaufen gesammelt werden. Für alle Wurmsorten gilt: Sie lassen sich im Kühlschrank wochenlang lagern. Ein kleiner Joghurteimer mit Löchern im Deckel als Behälter, darin etwas Erde, vermischt mit alten Teeblättern oder Kaffeesatz (nicht zu nass!), und fertig ist die Wurmbox.

Angeln mit Madenködern: Larven oder Caster?

Auch Maden, die weißen Larven von Stuben- oder Fleischfliegen, sind echte Allround-Köder. Und billig obendrein. Maden bringen alle Weißfisch-Arten an den Haken. Wer es auf größere Beute wie kapitale Brachsen abgesehen hat, nimmt einfach ein entsprechendes Hakenkaliber, eine No. 8 mit schlankem Stiel zum Beispiel, und bestückt diese mit einem ganzen Dutzend der Krabbler. Barsche und Aale lassen sich ebenfalls gerne von Maden zum Anbiss verleiten, allerdings ist dann mit viel Beifang zu rechnen.

Die Fliegenlarven sind bei guter Kühlung etwa ein bis zwei Wochen lagerfähig, danach verpuppen sie sich. Im wärmerer Umgebung geschieht dies viel schneller. Doch auch die Verpuppten lassen sich noch als Köder verwenden. Experten nennen sie "Caster", und manchmal mögen die Fische diese Happen lieber als bewegliche Maden. Eine Kombination aus beiden kann mitunter gar noch erfolgreicher sein. Es lässt sich nur nicht genau vorhersagen, wann.

Alternative Naturköder: Mehlwürmer, Mückenlarven und Co.

Selbstverständlich gibt es viele weitere, nicht so bekannte tierische Naturköder. Wasserschnecken stehen vor allem bei Schleien hoch im Kurs, mit Mehlwürmern kann man dort, wo es erlaubt ist, gut Forellen fangen, und Bienenmaden munden auch vielen anderen, kräftigen Fischen. Barben haben eine ausgeprägte Vorliebe für Käse. Kleine rote Mückenlarven dagegen sind ein Geheimtipp für das Stippangeln auf Rotaugen und Ukelei. Die Auswahl ist viel größer, als so mancher Petrijünger denkt. Zu gewissen Zeiten jedoch, hauptsächlich während der wärmeren Jahreshälfte, gelüstet es einige Fischarten nach rein vegetarischer Kost. Wurm & Co. erregen bei ihnen dann kaum Interesse.

Pflanzliche Naturköder

Rotaugen und die weniger weit verbreiteten Rotfedern lassen sich oft bestens mit einem Kügelchen geknetetem Weißbrot oder Teig überlisten, auch Brachsen, Güster sowie Alande langen da gerne zu. Selbstgemachter Teig aus einfachem Weizenmehl und Wasser hat den Vorteil, dass man ihn leicht mit Zucker, Gewürzen und anderen Zutaten aufpeppen kann. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Eine weitere gute pflanzliche Köderalternative ist Dosenmais. Ein oder zwei Körner davon auf einen No. 10 oder 8 Haken sind prima für den Fang von Weißfischen und Karpfen geeignet. Im Gegensatz zu Würmern, Maden oder Teig wird Mais nicht so leicht von kleineren Schuppenträgern ausgelutscht oder angeknabbert. Wer damit gezielt auf Rotaugen angelt, fängt hauptsächlich die größeren Exemplare. Ein angenehmer Nebeneffekt.

Auch unter den vegetarischen Ködern gibt es exotischere Sorten. Tigernüsse, auch Erdmandeln genannt, die unterirdischen Knöllchen des Sauergrases Cyperus esculentus, gelten gekocht zu Recht als Leckerbissen für kapitale Karpfen. Viele belgische Stippangel-Profis schwören auf gekeimte und ebenfalls gekochte Hanfsamen. Sie überlisten damit vor allem massenweise Rotaugen. Hülsenfrüchte, Weizenkörner, Kartoffelwürfel, Makkaroni und sogar Kirschen: Alle können Fische betören. Experimentieren Sie ruhig, das macht Freude und bringt mitunter erstaunliche Ergebnisse.

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