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Angeln: Hornhecht-Saison an Nordsee und Ostsee

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Die Silberpfeile des Meeres

16.05.2013, 17:08 Uhr | Kurt de Swaaf, trax.de

Angeln: Hornhecht-Saison an Nordsee und Ostsee. Hornhechtangeln. (Quelle: imago/INSADCO)

Hornhechtangeln ist nicht nur eine spannende Angelegenheit, Belone belone ist zudem ein ganz vorzüglicher Speisefisch. (Quelle: INSADCO/imago)

Sie kommen plötzlich, aber erwartet. Wenn der Raps blüht, sagt man in Norddeutschland, ist es soweit. Die Hornhecht-Saison beginnt. Die schlanken, silberglänzenden Fische zieht es zum Laichen an die Küsten. In riesigen Schwärmen treffen die Hornhechte ein, und so mancher Angler fiebert ihrer Ankunft geradezu entgegen. Aus guten Gründen...

Hornhechtzeit an den Küsten

Der Hornhecht, bei Biologen auch unter dem Namen Belone belone bekannt, ist zweifelsohne einer unserer seltsamsten einheimischen Meeresfische. Laien könnten ihn für eine Kreuzung zwischen Aal und Schwertfisch halten. Die Tiere werden bis knapp einen Meter lang und erreichen dabei nur ein Höchstgewicht von 1,3 Kilo. Während der wärmeren Jahreszeit kommen Hornhechte in fast allen europäischen Küstengewässern vor, von Norwegen bis zum Schwarzen Meer. Und auch in der Ostsee.

Die Laichzeit findet in unseren Breiten meist in den Monaten Mai bis Juni statt. Ein Weibchen legt, je nach Größe, zwischen 1000 und 35.000 Eier, die nach der Befruchtung an Seegras, Tang oder Steinen kleben bleiben, bis die Larven schlüpfen. Nach dem Laichen bleiben Hornhechte einige Monate lang in Küstennähe, um vom reichen Nahrungsangebot zu profitieren und ihre Fettreserven aufzufüllen. Die Fische vertragen erstaunlich geringe Salzkonzentrationen, weshalb man sie bisweilen sogar im Peenestrom und im Achterwasser zwischen der Insel Usedom und dem Festland antrifft. Besonders zahlreich treten Hornhechte unter anderem in der Nähe von Rostock sowie im Wattenmeer auf. Doch wer sucht, findet sie nahezu überall.

Schlanke Köder beim Hornhechtangeln

Erwachsene Hornhechte sind blitzschnelle Räuber. Meist jagen sie in Oberflächennähe junge Heringe, Sandaale und andere kleine Fische. Schwimmende Würmer und Kleinkrebse werden ebenfalls gerne gefressen. Was einmal zwischen den langgestreckten, mit nadelscharfen Zähnen gespickten Kiefern des Hornhechtes landet, hat kaum noch eine Chance zu entkommen. Sperrige Beute kann Belone belone allerdings nicht bewältigen – dafür ist sein Schlund zu eng. Als Angler sollte man dies bei der Köderwahl beachten.

Posenangeln auf Hornhecht: Zu schwere Montagen fallen auf

Die Jagd auf Hornhechte ist eine überaus spannende Angelegenheit. Man fischt auf Sicht oder auf Gefühl, oder gleich beides. Die klassische Methode für den Hornhecht-Fang ist das Posenangeln. Die Montage muss in der Regel recht robust sein: eine schwere Gleitpose mit 20 bis 40 Gramm Tragekapazität; ein entsprechendes, schlankes Laufblei; ein 0,20 bis 0,25 Millimeter starkes, monofiles Vorfach und ein kurzstieliger No. 4- oder 6-Haken. Als Köder sind fingerlange Streifen Fischfleisch, geschnitten aus der Flanke eines Herings oder einer Makrele, bestens geeignet. Seeringelwürmer gehen auch, solange sich diese am Haken frei bewegen können. Die Verwendung einer geflochtenen Hauptschnur, 0,12 bis 0,15 Millimeter stark, ist empfehlenswert. Man wirft damit weiter und kann über die Distanz besser den Anhieb setzen.

Die Verwendung von eher schwerer Angelausrüstung ist übrigens nicht aufgrund der besonderen Kraft von Belone belone geboten, sondern wegen der oft rauen Bedingungen an der Küste und der Notwendigkeit, den Köder meist einige zig Meter vom Ufer entfernt anbieten zu müssen. Wer vom Boot oder von einer Seebrücke aus auf Hornhechte angelt, kann häufig viel leichteres Material benutzen. Und so seinen Fangerfolg steigern, denn gerade bei ruhigem Wetter und klarem Wasser können die Tiere äußerst scheu sein. Dann inspizieren sie den Köder genau und erkennen anscheinend, dass die Sache einen Haken hat. Unter solchen Umständen können dünnere Vorfächer aus Fluorcarbon manchmal Abhilfe schaffen. Manchmal aber auch nicht.

Fliegenfischen und Kunstköderangeln auf Hornhecht

Unter Fliegenfischern hat der Hornhecht seit einigen Jahren zunehmend an Popularität gewonnen, vor allem an der Ostsee. Die Spezialisten fischen meist watend am Strand und verwenden dabei schwimmende oder langsam sinkende Schnüre. Mit kleinen Streamern und Flohkrebs-Imitaten wurden schon viele der schlanken Räuber überlistet. Mini-Spinner oder Gummiköder, angeboten an einer leichten Spinnrute, können ebenfalls erfolgreich eingesetzt werden. Leider jedoch greifen die Haken solcher Köder im harten Hornhechtmaul oft nicht gut. Fehlbisse sind also vorprogrammiert. Trotzdem kann das Fliegenfischen oder Kunstköderangeln auf Hornhecht viel Freude bereiten. Die Silberpfeile liefern am leichten Gerät einen rasanten Kampf. Oft tänzeln sie dabei über die Wasseroberfläche wie kleine Schwertfische.

Brandungsangeln am Atlantik

Wer eine ganz andere, aber mindestens genauso spannende Methode kennenlernen möchte, sollte an eine der brandungsumtosten Felsenküsten des Atlantik fahren. Auch dort lauern Hornhechte, und nicht selten die besonders großen Exemplare. Mit filigranen Montagen braucht man hier erst gar nicht anzufangen. Stattdessen kommen massive Brandungsruten, große Rollen und kräftige geflochtene Schüre zum Einsatz, dazu spezielle Hornhecht-Posen – eher Bojen – mit eingebautem Bleigewicht. Eine zusätzliche Beschwerung ist überflüssig. Das 60 Zentimeter bis ein Meter lange Vorfach, bestehend aus 0,30 bis 0,35 Millimeter starkem Monofil, kann sich frei unter der Wasseroberfläche bewegen.

Haken und Köder sind identisch, wie oben für das normale Posenangeln beschrieben. Man fischt am besten von Felsenvorsprüngen aus, bevorzugt dort, wo starke Strömung an einem ruhigeren Bereich vorbeizieht, und hat dabei immer(!) ein Auge und ein Ohr auf die Wellen. Es wurden auch schon sehr erfahrene Klippenfischer auf Nimmerwiedersehen ins Meer gespült.

Warum haben Hornhechte blaue oder grüne Gräten?

Zum Schluss noch einige kulinarische Anmerkungen: Belone belone hat weißes, wohlschmeckendes Fleisch, welches sich vor allem zum Braten eignet. Auch geräuchert schmecken die Fische erstklassig. In der ehemaligen DDR wurden sie gerne "Arbeiteraal" genannt. Wundern sie sich allerdings nicht über die grünen Gräten. Das ist kein Anzeichen von Verderb. Die seltsame Farbe kommt vielmehr durch Einlagerung eines harmlosen Farbstoffs, Biliverdin, eines Abbauprodukts von Hämoglobin, zustande. Bei den meisten britischen Anglern kommt dennoch kein Hornhecht auf den Tisch. Viele von ihnen glauben unbeirrbar, die Fische seien giftig. Pech gehabt.

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